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Interview: Adorned Brood

mit Markus Frost vom 20. September 2012
Die die als dienstälteste Pagan-Metal-Band Deutschlands bekannten Adorned Brood veröffentlichen am 23. November 2012 ihr neustes Album namens Kuningaz. Als das nunmehr achte Studioalbum der Truppe wird die Scheibe - wie traditionellerweise auch ihre Vorgänger - wieder einige Neuerungen im Sound mit sich bringen, wie zum Beispiel einen größeren Fokus auf die akustischen Instrumente.
Bedeutet das nun, dass die anstehende Veröffentlichung an Härte verlieren wird? Weshalb hat man sich entschieden diesen stilistischen Aspekt weiter auszubauen? Laut Sänger und Gitarrist Markus Frost wird der Sound der Band gewiss nicht an Härte verlieren, sondern sogar eher an Härte gewinnen. Dann darf man also gespannt sein, wie die akustischen Passagen sich mit dem typischen Adorned-Brood-Sound ergänzen werden.
Aber wie geht die Band eigentlich so im Allgemeinen beim Songwriting vor? Entsteht zuerst eine Textzeile oder eine Melodie? Geschieht das immer wieder nach dem gleichen Schema, also fast schon wie am Fließband oder hat jeder Song einen eigenen Entstehungsweg beschritten? Und wie unterscheidet sich so eine mit exotischeren Instrumenten gespickte Produktion von einer normalen, für das Genre typischen?
Außerdem steht für Adorned Brood am 21.12.2012 ein ganz besonderes Konzert in Rüsselsheim an! Und zwar ein echtes Weltuntergangskonzert. Wenn schon kollektiv abdanken, dann zumindest mit Adorned Brood? Genau das muss sich der Veranstalter bei diesem mit Augenzwinkern zu betrachtendem Event gedacht haben.
Diese und viele weitere spannende Themen findet ihr in unserem unten stehendem Interview mit Frontmann Markus Frost!
Viel Spaß beim Lesen!

Das Interview:

Alex: Hallo Markus! Erstmal vielen Dank, dass du dir die Zeit für dieses Interview nimmst! Wie geht’s dir so?
Mir geht es super. Die Produktion des neuen Albums war etwas stressig. Aber jetzt ist es fertig und wir sind zufrieden.
Alex: Euer neustes Album heißt „Kuningaz“ wird am 23.11. veröffentlicht. Welche Besonderheiten gab es beim Produktionsprozess?
Wir hatten dieses Mal einige Gastmusiker dabei. Unter anderem haben wir eine Bratsche auf dem Album. Dementsprechend gab es sehr viele Spuren aufzunehmen. Umso mehr freut es uns, dass unser Toningenieur Kai es trotzdem geschafft hat den Überblick zu behalten und dass das Album extrem fett klingt.
Alex: In welche Richtung wird es stilistisch gehen? Alles beim Alten belassen oder auch mal wieder etwas Neues ausprobieren?
Das neue Album ist etwas härter geworden als unsere letzten Alben „Hammerfeste“ und „Noor“. Gleichzeitig gibt es auch wieder mehr Akustikpassagen. Damit schaffen wir eine Brücke zwischen neuerem Songmaterial und älteren Aufnahmen. Grundsätzlich versuchen wir mit jedem Album neue Facetten in unsere Musik einzubauen und unseren Stil konsequent weiterzuentwickeln.
Alex: Wie man im Vorfeld der Veröffentlichung liest, wollt ihr bei dieser Scheibe ein stärkeres Augenmerk auf akustische Instrumente legen. Was sind die Gründe dafür?
Das hat sich eigentlich von ganz alleine ergeben. Anne hatte die Idee dieses Mal eine Bratsche mit in die Musik einzubeziehen und auch einen Bekannten, der uns die Spuren eingespielt hat. Das Instrument hat sich gut in unsere neuen Songs eingefügt. Vielleicht hat uns auch gerade der Kontrast der akustischen Instrumente zu den harten Gitarren und Drums gereizt.
Alex: Wie wirkt sich so etwas im Vergleich auf eine übliche Metal-Produktion aus? Was muss man bei akustischen Instrumenten im Allgemeinen im Studio beachten?
Insgesamt braucht eine Produktion mit vielen verschiedenen Instrumenten natürlich mehr Zeit. Das liegt daran, dass viele Menschen beteiligt sind und einige Spuren aufgenommen und gemischt werden müssen, die bei einer typischen Rockproduktion nicht anfallen.
Alex: Wie geht ihr typischerweise beim Songwriting vor? Lyrics oder Musik zuerst? Habt ihr bestimmte Schemata, nach denen ihr vorgeht?
Meistens ist die Musik zuerst da und dann werden zur Musik die Texte und Gesangslinien geschrieben. Beim Titelsong „Kuningaz“ war es allerdings anders herum. Der Song baut auf einer Gesangsidee auf.
Manche Songs werden mehr oder weniger von einer Person geschrieben. Die überwiegende Mehrheit der Songs wird allerdings von uns ausgejammt. Meist kommt einer mit einem ersten Motiv, einer ersten Idee in den Proberaum. Und mit dieser Idee als Fundament bauen wir dann einen Song auf oder fügen verschieden Ideen zu einem Song zusammen. Wenn ein Song dann nachher fertig ist, hat meist jeder seinen Teil zum Song beigesteuert. Da wir alle auch einen unterschiedlichen Musikgeschmack haben ist gerade das neue Album sehr facettenreich geworden.
Alex: Was ist dir als Musiker angenehmer: Die Arbeit im Studio oder unterwegs zu sein und Shows zu spielen?
Mir macht es deutlich mehr Spaß, Shows zu spielen. Es ist einfach schön, im Kontakt mit unseren Fans zu sein. Für mich ist es das Größte, auf der Bühne zu stehen und die Fans mit unserer Musik zu begeistern. Ein gutes, lautes und von den Fans gefeiertes Konzert ist der beste Lohn für jeden Musiker.
Alex: Wird es im Zuge der anstehenden Veröffentlichung irgendwelche Specials geben, wie zum Beispiel ein Musikvideo?
Wir würden gerne mal ein Video produzieren. Im Moment haben wir aber alle noch so viel zu tun, dass wir uns darum nicht kümmern können. Eine Videoproduktion ist schon länger innerhalb der Band im Gespräch. „Kuningaz“ wird zusätzlich auch als Digipack veröffentlicht. Für das Digipack haben wir einen alten Song von unserem „Erdenkraft“ Album neu aufgenommen. Der Song heißt „Totenmarsch“ und tritt richtig Arsch.
Alex: Wie wichtig sind Musikvideos heutzutage noch?
Musikvideos sind heute immer noch sehr wichtig. Durch das Internet kann man sehr viele Leute erreichen und wenn man dann ein gutes Video hat, werden vielleicht auch Leute auf einen aufmerksam, die vorher noch nie von einem gehört haben. Durch ein gutes Video können sogar Menschen zum Metal „bekehrt“ werden.
Alex: In Zeiten der Krise und Online-Piraterie sind die finanziellen Mittel für solche Aktionen sicherlich relativ gering. Wie kann man dennoch das beste aus einer Videoproduktion herausholen?
Ohne die finanziellen Mittel ist es sehr schwer ein gutes Video zu drehen. Es besteht die Gefahr, dass das Filmmaterial unprofessionell wirkt. Leider ist es so: „Geld regiert die Welt“.
Alex: Was waren die wichtigsten Stationen eurer bisherigen stilistischen Entwicklung?
Jedes unserer Alben oder auch Konzerte war eine wichtige Station in unserer Entwicklung. Aus allem was wir in den letzten 20 Jahren gemacht haben, haben wir etwas gelernt und haben nie unseren Spaß an der Musik verloren.
Alex: Gibt es Elemente, die sich als roter Faden über die Jahre erhalten haben?
Als erstes fällt mir da spontan die Flöte ein. Jedes Album von uns ist von der Flöte bereichert worden. Natürlich sind auch die Texte im gleichen Genre und Stil geblieben. Musikalisch haben wir uns von CD zu CD weiterentwickelt aber man hört immer, dass Adorned Brood am Werke sind.
Alex: Ist es marketingtechnisch klüger seine Musik aus Elementen unterschiedlichster Genres aufzubauen und weniger konkret eine große aber weniger treue Masse zu bedienen, oder setzt man sich lieber klare stilistische Grenzen und hat dann ein kleines aber treues Die-Hard-Publikum?
Da haben wir uns noch nie sonderlich viele Gedanken um so etwas gemacht. Wir haben immer unser eigenes Ding durchgezogen. Ich weiß, dass wir nicht den typischen Pagan Metal spielen und in unseren Songs auch andere Facetten des Metals zu hören sind. Die neuen Songs sind deutlich vielfältiger ausgefallen. Ob das marketingtechnisch klüger ist oder nicht, kann ich dir in einem halben Jahr beantworten ;)
Aber unabhängig davon war es einfach unser Wunsch, neue Facetten in die Musik mit einzubeziehen. Nichts ist langweiliger als auf der Stelle zu treten. Sowohl für den Musiker als auch für sein Publikum. Und ich denke, dass auch die Die-Hard-Fans an unserer Weiterentwicklung Spaß haben werden.
Alex: Manche Musiker (z.B. Kai Hansen) hatten Anfangs Probleme zu Singen und gleichzeitig ein anderes Instrument zu spielen. War es bei dir auch so?
Wenn wir anfangen neue Songs für live zu proben, ist es für mich immer erstmal schwer. Aber wenn man die Songs dann ein paar mal gespielt hat, macht man sich darüber keine Gedanken mehr und spielt einfach.
Alex: Was war dein persönlicher Weg zur Musik?
Solang ich denken kann höre ich Metal und ich wollte immer selber Metal spielen. Mit 17 Jahren war es dann auch so weit. Als kleiner Junge habe ich mal Kiss im Fernsehen gesehen und war total begeistert von denen. Ich glaube das war der ausschlaggebende Punkt.
Alex: Wie wichtig ist überhaupt im Rock und Metal eine klassische Musikerausbildung?
Das kommt darauf an. In unserer Band haben Thorsten und Jan Gitarre studiert. Anne ist Musiklehrerin und Mischa absolviert gerade sein Musikwissenschaftsstudium. Eine klassische Ausbildung ist allerdings nicht notwendig um Metal zu spielen. Vor allen Dingen ist es wichtig, dass man Interesse an Musik hat und mit Leidenschaft bei der Sache ist.
Alex: Woran würdest du sagen liegt es, dass du seit der Gründung der Band nach diversen Line-Up-Wechseln als einzige Konstante übrig geblieben bist? Weshalb kam es überhaupt zu dem regelmäßigen Wechseln in der Besetzung?
Meist waren es persönliche Gründe, die es den einzelnen Mitgliedern unmöglich gemacht haben, weiter in der Band aktiv zu bleiben. Oft waren es berufliche Verpflichtungen.
Alex: Ist es schwierig sich bei jedem dazu stoßenden Mitglied als neue Band wieder einzugrooven und sich auf die individuelle Persönlichkeit der neuen Mitglieder einzustellen?
Grundsätzlich ist es natürlich immer eine Umstellung, wenn jemand neues in die eingeschworene Bandgemeinschaft kommt. Vor allen Dingen ist es immer schade, wenn ein altes Mitglied geht. Allerdings haben sich bis jetzt immer alle neuen Mitglieder sehr schnell in die Band eingefügt und unseren vulgären Humor angenommen.
Alex: Ihr werdet immer wieder als eine der „dienstältesten“ Bands eures Genres genannt. Hat das eine besondere Bedeutung für euch?
Das ehrt uns natürlich sehr. Es freut uns, dass uns ein solcher Stellenwert zugerechnet wird und motiviert uns auch in schwierigen Zeiten.
Alex: Am 21.12. spielt ihr in Rüsselsheim ein „Weltuntergangskonzert“. Weshalb hat man euch als Soundtrack für diesen „Untergang der Zivilisation“ gewählt?
Naja wir machen Pagan Metal und die Majas waren ein Naturvolk. Das passt ja schon irgendwie. Außerdem muss man ja noch mal so richtig feiern, bevor die Welt untergeht.
Alex: Glaubst du persönlich an solche Prophezeiungen? Ist ja bei Weitem nicht das erste Mal, dass das Ende der Welt heraufbeschwört wird ;-)
Nein, das ist doch eher ein Scherz von uns und dem Veranstalter.
Alex: Was steht außer dem neuen Album sonst noch für die Zukunft der Band an?
Also nachdem die Welt untergegangen ist spielen wir noch ein paar postmortale Shows. Wir sind bereits für das „Dark Troll Festival“ und das „Fimbul Festival“ bestätigt. Außerdem ist bereits eine Tour in Planung. Nächstes Jahr ist unser 20 jähriges Jubiläum und da wollen wir richtig auffahren.
Alex: Hast du vielleicht noch ein letztes Schlusswort an die lauschenden Fans?
Hört euch alle unsere neue CD „Kuningaz“ an, die am 23.11.12 das Licht der Läden erblicken wird. Wir können es kaum abwarten, euch allen zu zeigen, woran wir über ein Jahr lang gearbeitet haben. Ich hoffe wir sehen uns auf einem unserer Konzerte um dort eine riesen Party zu feiern. Der Weltuntergang ist keine Ausrede!!! ;)
Heathen greetings!
Stay Brood und besucht uns mal auf Facebook !!!
Alex: Nochmals vielen Dank für deine Zeit und das Interview! Alles Gute für die Zukunft!
Moderation: Alexander Kipke

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