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Interview: Arven

vom 29. Mai 2013 via Mail
Was haben Bands wie Girlschool, The Bangles und Indigo Girls gemeinsam? Sie bestehen (fast) gänzlich aus Frauen! In einer Musikszene, in der wo man auch hinguckt Männer als treibende Kraft gelten, trifft man relativ selten auf Musikgruppen, die wirklich nur aus Frauen bestehen. Starke Frontfrauen sind ja keine Seltenheit mehr. Man werfe nur mal einen Blick auf Bands wie Epica, Delain, Jennifer Rostock, Arch Enemy oder Xandria. Bei all den Bands sind die Sängerinnen doch die allererste Assoziation, wenn man mal genauer drüber nachdenkt.
Auch die deutschen Rockerinnen von Arven gehören zur kleinen und überschaulichen Elite der weiblichen Bands, wobei sie noch von Schlagzeuger Till Felden, dem einzigen männlichen Mitglied der Truppe Unterstützung bekommen. Doch wie ist das so, in dieser von Rockern dominierten Szene zu überleben? Welche Probleme und Vorteile hat man dabei? Aus wem bildet sich das Publikum? Eher aus männlichen, oder vielleicht doch aus weiblichen Fans? Wird man als weibliche Band von Seiten der Label oder Agenturen irgendwie anders behandelt? Fragen über Fragen ...
Außerdem hat die Truppe gerade auch unter dem Titel "Black is the Colour" den Nachfolger für das 2011 erschienene Debütalbum "Music of Light" in der Mache. Warum der Titel im Vergleich zum Vorgänger nun so radikal in die vollkommen entgegengesetzte Gefühlsrichtung zu gehen scheint, wie sich Arven in ihrem Sound seitdem weiterentwickelt haben und was man sonst noch von der Scheibe erwarten kann, das erfahrt ihr in unserem Interview mit der Band.
Viel Spaß beim Lesen!

Das Interview:

Alex: Für eure Musik findet man in den Rezensionen viele Bezeichnungen: Celtic Symphonic Folk Metal, Symphonic Power Metal, Melodic Metal, etc. Wie (und warum würdet) ihr eure Musik selbst einordnen?
Carina: Wir würden unsere Musik am ehesten als Symphonic Melodic Metal bezeichnen, wobei es wirklich nicht leicht ist sie zu zuordnen, weil sie so facettenreich ist. Eigentlich tun wir uns ein bisschen schwer damit, unsere Musik in ein Raster hereinpressen zu wollen.
Alex: Ist dieses Schubladendenken, dass eine bestimmte Musik oder Band in eine gewisse Kategorie gehört einfach eine eher launische Erfindung der Presse, oder hat das für euch als Musiker irgendeinen Nutzen?
Carina: Wir halten es für nicht wichtig Musik zu kategorisieren, weil so die Vielfältigkeit schnell auf der Strecke bleiben kann. Wir klingen nicht wie die typische Metalband, daher antworte ich gern auf diese Frage: „Hört es euch selbst an“ :)
Alex: Euer Debütalbum „Music of Light“ ist im November 2011 erschienen. Wann können die Fans mit neuem Material rechnen?
Till: Die Veröffentlichung von unserem zweiten Album ist für den 23. August geplant. Da gibt es dann zehn neue Arven-Songs sowie eine Limited Edition mit 2 Bonustracks. Heißen wird sie „Black is the Colour“
Alex: Was kannst du uns über die Produktion der Scheibe erzählen?
Till: Bei „Music of Light“ sind wir ja ziemlich viel zwischen verschiedenen Aufnahmeorten gependelt. Drums und Gesang hier, Gitarren da, Chöre noch ganz woanders … Diesmal haben wir bis auf wenige Ausnahmen die gesamte Produktion im Bazementstudio bei Markus Teske gemacht. Er hat viel Erfahrung mit melodischem Metal und hat noch mal Einiges mehr aus uns herausgeholt. Es fehlen zwar noch ein paar letzte Details und das Mixing und Mastering steht noch aus aber schon jetzt ist klar, dass der Sound der neuen Scheibe extrem geil wird!
Was die Songs angeht, hatten wir schon bevor wir ins Studio gegangen sind viele der Tracks live ausgiebig getestet. So konnten wir sicher sein, dass sie funktionieren und auch gut bei unserem Publikum ankommen. Zwei Songs sind aber auch erst kurz vor dem Studiotermin entstanden. Da mussten wir dann einfach hoffen, dass das Konzept aufgeht. Aber was ich da zuletzt so an Zwischenständen gehört hab, gehört mit zum Besten auf dem ganzen Album. Also da mach ich mir keine Sorgen!
Alex: Welche Bedeutung hat der Titel „Black is the Colour“?
Carina: Wir sind in unserer musikalischen Entwicklung reifer geworden, das Album ist ernster, wir haben uns auch vom Stil her gewandelt, sind ein wenig düsterer geworden. Wir empfanden diesen Titel als passenden Kontrast zu dem Hellen, leichten Cover und Titel unseres ersten Albums „Music of Light“. Die neuen Songs beschäftigen sich mit den wichtigen Themen des Lebens, mit der Frage : „Wo will ich hin, was möchte ich in meinem Leben erreichen? Und wie gehe ich mit Niederlagen um?" Das sind Themen, die zentral und essentiell sind.
Alex: Wie habt ihr euch im Allgemeinen stilistisch weiterentwickelt?
Carina: Unser Stil hat sich gemäß unser Message an alle Hörer stark gewandelt: Wir sind nicht mehr so folkig, sondern gitarrenlastiger und insgesamt rockiger geworden.
Alex: Gibt es irgendwelche stilistischen Elemente, die von „Music of Light“ den Weg auch auf das neue Album finden konnten?
Carina: Unsere Lieder sind sehr persönlich, ja fast schon intim geworden. Beim ersten Album hätte man noch denken können: „Ach, ganz schöne Mittelaltermusik, sehr schöner, ein wenig klassischer Gesang". Bei diesem Album staunt man nicht schlecht, wenn man eine Fortsetzung der musikalischen Schiene erwartet: der Gesang ist deutlich rockiger geworden, ohne zu hart zu werden. Das ist mir als Sängerin sehr wichtig gewesen, dass ein starker Wechsel zwischen Power und Sanftheit entsteht, und das nicht nur im Gesang.
Alex: Hat sich euer Songwriting im Vergleich zum Debüt geändert?
Anastasia: Hmm, im Großen und Ganzen ist das Songwriting schwieriger geworden, weil die Ansprüche an die eigene Person steigen. Ich möchte etwas neues entwickeln, wenn ich einen Song schreibe und nicht weitermachen wie bisher. Der Hörer muss eine musikalische Metarmorphose erkennen. Ich muss mich in der Musik auch persönlich wiederfinden können, es muss ein Ausdruck meines inneren Ichs sein, wenn ich komponiere. Ich habe mir aber auch Inspiration mit Hilfe des talentierten Musikers Benjamin Reiter von „Awaiting Dawn“ geholt, da wir uns musikalisch perfekt ergänzen. Durch ihn hat unsere Musik einen zweiten, wichtigen Einfluss bekommen. Die Zusammenarbeit mit ihm hat dieses Album geprägt.
Alex: Wie innovativ kann man heutzutage überhaupt noch mit seiner Musik sein? Das meiste wurde ja schon irgendwo mal in den Siebzigern oder Achtzigern gespielt ...
Lena: So gesehen kann man auch fragen: „Es gibt ja nur sieben Noten, was kann man daraus machen?". Es sind schon so viele gute Lieder geschrieben worden. Wichtig ist jedoch nicht, Noten sinnlos aneinanderzureihen, sondern mit diesen wenigen Notenwerten viel komplexere Gefühle beschreiben zu können. Das ist der Anspruch: die Gefühle, die über den Noten "mitschwingen".
Alex: Für dieses Jahr stehen noch einige Shows an, eine davon als Support für Faun. Was erwartet ihr euch im Allgemeinen von einem Live-Auftritt?
Lisa: Ein Konzert ist für uns dann besonders erfolgreich, wenn wir viele neue Leute erreicht haben, die uns vorher vielleicht gar nicht oder nur wenig kannten. Es freut uns immer sehr, wenn wir von unterschiedlichen Menschen positive Rückmeldungen bekommen zu unserer Musik. Und natürlich freuen wir uns auch jedes Mal über bekannte Gesichter im Publikum, Fans und Freunde, die immer wieder kommen.
Alex: Aus welchen Menschen besteht euer Publikum hauptsächlich? Sind es überwiegend Männer?
Lisa: Ja, es sind schon überwiegend Männer und nur wenige Frauen. Ich persönlich würde mich sehr freuen, wenn in Zukunft auch mehr Frauen zu unseren Konzerten kommen würden, denn eine Frauenband ist ja doch relativ selten in der Szene und wir zeigen ihnen einfach, dass Frauen es aber auch können.
Alex: Wird es nach Veröffentlichung des neuen Albums eine ausgiebigere Tour geben?
Till: Es sind bisher für die Zeit nach der Veröffentlichung erst drei Shows bestätigt aber wir arbeiten natürlich an weiteren Gigs. Ob wir es schaffen auch eine ausgiebigere Tour auf die Beine zu stellen ist noch fraglich. Wir haben alle extrem Bock drauf aber wir sind halt auch alle berufstätig oder studieren und deshalb beschränken sich unsere Liveaktivitäten normalerweise noch fast ausschließlich auf die Wochenenden. Aber wir hoffen dass sich da was freischaufeln lässt! Aktuelle Livedaten gibt’s auf jeden Fall immer auf unserer Homepage http://www.arvenmusic.com!
Alex: Viele Fans stellen sich das Leben on Tour als die reinste Orgie vor. Wie ist es bei euch? Mehr Arbeit, oder doch mehr Spaß?
Till: Naja eine richtige Tour haben wir wie gesagt bisher noch gar nicht gemacht. Mehr als 2 Shows direkt hintereinander waren noch nicht. Meistens fahren wir nach der Show dann noch am selben Abend nach Hause, deshalb kann man es selten richtig krachen lassen. Aber wenn wir mal irgendwo über Nacht bleiben geht’s auch schon mal richtig ab…da gab’s schon ein paar legendäre Erlebnisse! Vor dem Gig ist es natürlich immer erst mal stressig bis alles aufgebaut und gecheckt ist. Dann verbringt man meistens viel Zeit mit warten und Zeit totschlagen. Aber spätestens wenn man dann auf der Bühne ist gibt’s nur noch Spaß! Für mich gibt es kaum was Geileres als Live zu spielen.
Alex: Was sind eure weiteren Ziele mit Arven?
Lisa: Weitermachen und vor allem in Deutschland mehr herumkommen. Ich denke, dass ein sehr großer Teil uns immer noch nicht kennt und den wollen wir auch noch erreichen. Konkrete Ziele haben wir uns erst mal nicht gesetzt. Etwas, wovon wir schon seit Jahren reden, soll nun diesen Sommer endlich umgesetzt werden: Wir werden ein Musikvideo veröffentlichen zu einem Song des neuen Albums! Wir würden auch gerne auf Tour gehen... Aber das wird dann erst nach der Veröffentlichung unserer CD in Angriff genommen.
Alex: Inwiefern kann man den Erfolg mit seiner eigenen Band überhaupt planen?
Lisa: Erfolg ist in erster Linie davon abhängig, wie wir bei den Leuten ankommen und das kann man natürlich nicht planen. Aber man kann das ganze natürlich pushen, in dem man viel Arbeit und auch Geld investiert – ohne ein gewisses Engagement ist „erfolgreich werden“ heute wohl kaum noch möglich.
Alex: Sind die einzelnen Bandmitglieder noch in anderen Projekten tätig?
Till: Ines und Lena sind ja studierte klassische Musikerinnen. Als solche treten sie natürlich auch immer wieder auf. Teils als Solo-Künstlerinnen oder auch in Duoformationen mit Sängern, Cellisten oder ähnlichem. Carina ist auch als Solosängerin mit Chören oder bei Hochzeiten, etc. aktiv. Ich spiele neben Arven noch bei Fallen Temple (Thrash-Deathmetal) und Dreamreaver (Prog-Powermetal). Die sind allerdings beide momentan wesentlich weniger aktiv als Arven.
Alex: In den gut sieben Jahren Bandgeschichte hatte Arven ein sehr stabiles Line-Up. Woran würdest du persönlich sagen liegt das?
Till: Ich glaube das liegt einfach daran, dass wir alle diese Musik lieben! Das will einfach keiner von uns missen. In den Anfangstagen gab es natürlich die üblichen Wechsel bis sich eine stabile Formation herausgebildet hat. Und alle die jetzt in der Band sind, sind einfach Überzeugungstäter.
Alex: Wie wichtig ist es als Band eine stabile Besetzung zu haben? Kommen nicht gerade durch die Besetzungswechsel immer wieder neue Einflüsse zum Sound dazu?
Till: Wir hatten ja seitdem wir unseren ersten Gig gespielt haben nur noch ein paar Wechsel am Bass. Aber seit Lisa 2009 in die Band kam sind wir auch hier optimal aufgestellt. Bei ihr ging das zwar absolut schnell und problemlos, aber oft dauert es mit neuen Leuten immer erst mal Ewigkeiten bis man wieder voll einsatzfähig ist und das hält dann ganz einfach die Entwicklung auf. Das kenne ich zur Genüge von meiner anderen Band. Von daher ist ein stabiles Line-Up schon ein extremer Vorteil. Wir sind halt mittlerweile auch live gut aufeinander eingestellt. Das entwickelt sich einfach mit der Zeit. Das Problem, dass wir frisches Blut brauchten um aus einer musikalischen Sackgasse herauszukommen hatten wir bisher jedenfalls noch nicht.
Alex: Und wie geht ihr mit Konflikten innerhalb der band um? Oder gibt es so etwas gar nicht?
Lisa: Wir sind fast nur Frauen, natürlich gibt es da hier und da mal den kleinen Konflikt *lach* - aber miteinander Reden hat bisher immer geholfen!
Alex: Was steht sonst noch außer der Veröffentlichung des neuen Albums für eure nähere oder auch fernere Zukunft an?
Carina: Wir sind gerade aktiv dabei unser erstes Musikvideo zu planen und freuen uns ziemlich darauf. Welcher Song das sein wird und was das zentrale Thema dieses Stücks ist, wird noch nicht verraten. Aber eins kann ich schon mal sagen: Wir alle spielen gern mit dem Feuer :)
Alex: Vielen Dank für das Interview und für eure Zeit! Jetzt gehört dir das Schlusswort an die Fans!
Lisa: Danke an alle für eure Unterstützung! Für alle, die uns noch nicht kennen: Hört doch mal rein bei Facebook oder bei http://www.arvenmusic.com – Ihr dürft auch gerne ein Feedback hinterlassen :)
Moderation: Alexander Kipke

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