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Interview: Axxis

mit Bernhard Weiß vom 18. Dezember 2012 im LOGO, Hamburg
Im Zuge ihrer Tourneen kommen manche Bands in einer solchen Regelmäßigkeit nach Hamburg, dass man als Redakteur glatt seine Uhr danach stellen könnte! Auch die Jungs von Axxis, die im Dezember gerade im Zuge der Greatest Album Songs Tour in die Hansestadt kamen, gehören zu einer dieser zuverlässigen Truppen, die zur Freude der Fans Hamburg regelmäßig besuchen. Wobei die Shows hier im Norden Deutschlands laut Sänger Bernhard Weiß immer mit einer gewissen Unsicherheit verbunden sind. In ihrer Heimat Dortmund bieten sich durch die dortige Szenenpräsenz ganz andere Möglichkeiten, als bei uns in Hamburg. Zwar haben auch wir genug für die Szene bedeutende Bands, wie zum Beispiel Helloween, Gamma Ray, Masterplan oder Iron Savier hervorgebracht, doch die Infrastruktur, also die Venues und die Vernetzung der Fans scheint im Süden wohl etwas besser zu funktionieren.
Im letzten Jahr haben Axxis ein Album unter dem mysteriös anmutenden Titel reDISCOver(ed) herausgebracht. Auf dem Rundling finden sich zum Beispiel Coversongs diverser Discostürmer, wie sie damals noch zur Freude von John Travolta und Konsorten die Herzen der jugendlichen Massen höher schlagen ließen. Dabei sind Stayin´ Alive von den Bee Gees oder Ma Baker von Boney M schon ziemlich gewagte Songs, um von einer Metal-Band brauchbar durch den Fleischwolf gezogen zu werden. Dementsprechend vielen auch die Kritiken zum Album sehr gemischt aus. Manche lobten Axxis ohne den Sinn eines solchen Albums zu hinterfragen, während die anderen der Truppe "finanzielles Kalkül" unterstellten. Und genau an dieser Stelle offenbart sich auch schon der Hintergrundgedanke, der zur Entstehung der Scheibe führte, was aber scheinbar die meisten gar nicht erkannten.
Wie man regelmäßig von der Band zu hören bekommt, können sie Coversongs nicht leiden. Axxis performen auf der Bühne auch konsequent keine Coversongs und bei der im Dezember gefahrenen Greatest Album Songs Tour wurden auch keine Cover von der neuen Scheibe gespielt. Und warum bringen jetzt Menschen, die Cover nicht mögen eine eigene Cover-CD raus? Um ein Zeichen zu setzen! Wenn man als Musiker einen Song covert, dann geht das Geld an den, der den Song geschrieben hat. D.h.finanzielles Kalkül kann schon mal nicht hinter der Sache stecken. 2012 war ein Jahr, bei dem die GEMA wie ein Schreckgespenst durch unsere Interviews geisterte und regelmäßig für meist hitzige finanzielle sowie auch soziale Debatten trockenstes Schießpulver lieferte. Egal, ob Thomas Lindner von Schandmaul oder Ex-Drummer der Toten Hosen - Wolfgang Rohde - oder auch Kosta Zafiriou von Unisonic sie alle zeigten auf, dass das Vergütungssystem der heute aktiven Musiker sowie die Einstellung der Fans zum Wert von Musik sich über die letzten Jahre so radikal entwickelt haben, dass die Musikszene so wie wir sie kennen, unmöglich bestehen kann.
Und genau darauf macht uns die Axxis-Scheibe aufmerksam: Durch dieses GEMA-Korsett, dass die deutsche Musikszene wie ein Oktopus in seinen Greifarmen fest umschlungen hält, ist es für einen Musiker heute fast schon finanziell interessanter in einer Coverband zu landen, als selbst etwas zu produzieren. Da muss man mal drüber nachdenken ... als Musiker verdient man mehr wenn jemand die eigenen Songs covert, als wenn man sie selbst auf der Bühne performt. Dazu kommen dann noch die ganzen Downloads, für die man nicht unbedingt angemessen vergütet wird. Oder sind 14 Euro für über 100.000 Streams angemessen? Lange leben kann man von diesem Geld gewiss nicht ... des Weiteren kommt noch hinzu, dass auch noch die GVL abgeschafft werden soll. Und wohin soll dann unter solchen Umständen die kulturelle Entwicklung in Deutschland gehen? Davon ist ja nicht nur die Metal - oder Rockszene betroffen. Jede Band, die mit ihrer Mucke mehr in Richtung Underground geht, nicht dauernd im Radio rauf und runter läuft, wird schlechte Karten haben, da ohne GVL nur die ganz großen Bands am Kuchen beteiligt werden.
Also alles blöd? Nein, es gibt auch noch etwas Sonne in diesem Nebeltal! Nachdem 2009 mit Utopia das bisher letzte Studioalbum von Axxis erschienen ist, soll 2013 der von Fans sehnlichst erwartete Nachfolger den Weg in die heimischen Ladenregale finden. Ob es nun ein Album wird, dass eher in Richtung Power Metal oder dann mehr in Richtung Hard Rock geht, bleibt noch abzuwarten. Wie Bernhard sagt, schlagen zwei Herzen in seiner Brust. Mal sehen, welches der beiden Herzen besser pumpen kann ...
Dies und viel mehr im ausführlichen Interview. Viel Spaß beim Gucken!
Moderation: Alexander Kipke; Fotografie: Arne Luaith; Kamera: Arne Luaith, Christian Mahncke
Wer in das aktuelle Album „reDISCOver(ed)“ von 2012
reinhören möchte, kann dies hier tun:
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