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Interview: Helloween

mit Markus Grosskopf vom 14. November 2012 Hard Rock Cafe, Hamburg
Nachdem wir bereits im Vorfeld dieses Themenbeitrags in der Reihe Von Vision zu Vinyl mit Bassist Markus Grosskopf über die neuste Helloween-Scheibe Straight Out Of Hell sprachen, haben wir uns nochmal im Hard Rock Cafe in Hamburg mit ihm zu einem ausführlichen Gespräch über den allgemeinen Produktionsprozess eines typischen Helloween-Albums zusammengesetzt. Dabei beleuchtet er detailiert die Entstehung einer ganz üblichen Scheibe von der ersten Idee, die man vielleicht irgendwo auf einem philippinischen Klosett auf sein Handy summt, über das Mastering und Mischen - sowie die Unterschiede zwischen beidem - unzähliger Tonspuren, bis hin zum von Krawattenträgern dominierten Vertrieb des fertig verpackten Werkes. Dadurch haben wir einen Einblick in alle Phasen der Entstehung.
Vor allem in heutigen Zeiten haben viele Fans einer Band leider keine Vorstellung mehr davon, was eigentlich für ein Arbeitsaufwand, welche Kosten und wie viel Zeit in einen einzelnen Song investiert werden müssen, der dann - zynischerweise manchmal sogar vor der offiziellen Veröffentlichung - für lau über irgendwelche subversiven Portale gesaugt werden kann. Wobei, die Portale müssen gar nicht so kriminell sein, wie irgendwelche in letzter Zeit häufig durch die Medien geisternden Online-Tauschbörsen. Meist reicht bereits ein Besuch bei YouTube aus, um sich stundenlang mit der Mucke seiner Lieblingsband versorgen zu können. Klingt unfair? Wie wäre es mit einem Fairtrade-Siegel in der Musikindustrie, wie es die Kaffe-Händler so gerne auf ihren Packungen benutzen?
Tatsächlich ist es im Metal-Genre ein spannender Prozess, den ein Album durchmacht, bevor es das Licht der Welt erblickt! Und wie genau läuft es bei Helloween ab? Setzen sich alle in einem schmodderigen Keller in Hamburg zusammen, jammen ein wenig herum und irgendwann kommt etwas Brauchbares dabei heraus? Nicht ganz! Dadurch, dass die einzelnen Bandmitglieder quer in Europa verstreut leben, schraubt jeder einzeln an seinen eigenen Ideen, die dann irgendwann im Studio zusammen getragen werden. Dabei kann ein Song bereits aus der kleinsten Melodie, einer kurzen Akkordabfolge oder einem variierten Riff bestehen, den man irgendwo mal aufgeschrieben hat.
Und an dieser Stelle öffnet sich auch gleich die nächste große Thematik: Die meisten Rock-/Metal-Musiker glauben daran, dass jeder gute Riff schon mal irgendwo bestmöglich verbraten wurde. Woher soll man also nun neue Songideen kriegen, wenn nicht sich selbst als erfolgreiche Band kopieren oder die gerade erfolgreichen Gruppen aus den Charts? Wie Markus uns verrät, bringt der Sohn von Sänger Andi Deris zum Beispiel einige frische Einflüsse in die Band ein. Doch selbst wenn man im Song einer befreundeten Band mal eine gefällige Passage aufgeschnappt hat, dann wird der darauf aufbauende Song immer anders klingen als der Quell der Inspiration. All die zusammengetragenen Ideen kriegen bekommen so die für Helloween typische Aufmachung.
Und wie hat sich diese Aufmachung über die Jahre gewandelt? Drei Jahrzehnte im Musikgeschäft, die Rolle als Genrebegründer, aber auch die mehrfachen Line-Up-Wechsel dürften wohl viel dazu beigetragen haben, dass siche diese Aufmachung ständig gewandelt hat. Auch die Veränderungen auf dem Gebiet der Aufnahmetechnik eröffnen heute ganz andere Möglichkeiten, als es sie zu Zeiten irgendwelche Achtspur-Rekorder gegeben hat. Wörter wie "Autotuning" oder "Overdubs" sind bei Metalfans nicht unbedingt gern gehört, doch wann und weshalb muss man als Band auf solche technischen Hilfsmittel legitim zurückgreifen? Bis wohin kann man solche Mittel nutzen, ohne einen Song kaputt zu "verbessern"?
Aber mit Beenden der Studioarbeit ist die Scheibe noch lange nicht vollendet! Irgendwie muss sie ja noch an den Mann gebracht werden. Es muss Pressearbeit getätigt werden, was unzählige Interviews über Wochen verteilt bedeutet. Und auch solche Kleinigkeiten wie das obligatorische Musikvideo zur Single darf man natürlich nicht untern Tisch fallen lassen. Welche Rolle spielen bei der Verwertung des Albums die Label? Wie wird eine Produktion finanziert und wie viel kostet es die Jungs, ein neues Studioalbum zu veröffentlichen?
Seht einfach selbst, was uns Markus dazu erzählt hat!
Exklusiv in unserer ersten Metal Trails-Interview-Doku.
Moderation: Arne Luaith; Kamera: Alexander Kipke, Christian Mahncke
Wer in das aktuelle Album „Straight Out Of Hell“ von 2013
reinhören möchte, kann dies hier tun:
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