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Interview: Marrok

vom 15. Februar 2013 in Traun
Wer hat sich nicht schon gewünscht, einmal im Leben ein Rockstar zu sein? Ich glaube da wird mir wohl so ziemlich jeder zustimmen, wenn ich sage: Das ist der Traum schlechthin eines jeden Teenagers. Und genau da setzen auch die österreichischen Alternative-Schützlinge Marrok an. Sie segeln mit voller Kraft in diese Richtung, und der Erfolg, wie auch Support-Anfragen von Alter Bridge, Papa Roach, Iron Maiden, Slayer und Motörhead beweisen, dass sie auf dem richtigen Weg sind. Und gerade wegen ihres jugendlichen Alters, wirkt es vermutlich bei ihnen so ansteckend und man möchte es ihnen gleichtun.
Dass der Weg dorthin ein steiniger und sehr beschwerlicher ist, davon können nur zu viele Bands ein Lied singen. Allerdings hat man bei Marrok das Gefühl, sie lassen einen, ein Stück auf ihrem Weg begleiten. Denn mit ihrer publikumsnahen Art, ihrem noch recht jungen Alter und dem Spaß, den sie haben, wirkt das alles zum Greifen nahe. Da ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass ihnen die Fans auf Schritt und Tritt folgen, um Teil des Ganzen zu sein. Natürlich fallen auch bei Marrok die metaphorischen Späne, dennoch verpacken sie alles so sympathisch, dass man ihnen nichts Böses unterstellen kann.
Und genau daran kränkelt leider auch ihre Kredibilität und verbaut ihnen die ein oder andere Möglichkeit, wie sie im Interview erzählen. Aber dass sie ihren Fans nie den Rücken kehren werden, ist auch klar, denn die sind es, was Marrok im Endeffekt ausmacht.
Beim gemütlichen Plausch vor dem Konzert in Traun, werde ich Zeuge von genau dieser Sympathie, die die Jungs zu so einem festen Bestandteil der österreichischen Musikszene werden lässt. So ganz ohne Starallüren oder Großkotzigkeit, werde ich empfangen wie ein alter Freund, bekomme den besten Platz in der Bandgarderobe und obendrein auch noch einen Fan-Muffin, den Frontmann Brian Pearl brüderlich mit mir teilt. Diese Jungs muss man einfach mögen! Und wer es nicht tut, wird nach dem folgenden Interview so weit sein - das verspreche ich. Mit sehr viel Humor stellen sich Marrok-Mastermind Brian Pearl, Gitarrist M:Zeven, Bassist Lycan und zeitweise Aushilfs-Drummer Tom Urbanek all meinen Fragen und beantworten sie gewitzt, aber immer mit der nötigen Professionalität.
Viel Spaß beim Lesen!

Übersicht:

On The Road
Days Of Mercury
Songwriting
Rund um die Band
Veröffentlichungen und Internet
Die Fan-Base, Umbesetzungen und Veränderungen im Line-Up
Die Zukunft
Fan-Fragen

Das Interview:

Michael Voit: Hallo zusammen. Vielen Dank dass ihr Euch Zeit nehmt für unser Interview!
Brian Pearl: Gerne. Danke, dass Du Dir Zeit für uns nimmst!
Michael: Wie geht's Euch?
Brian: Wir sind motiviert wie nie zuvor!!
Michael: Weltuntergang gut überstanden?
Brian: Ja klar, wir haben uns im Garten schon alles aufgebaut gehabt und irgendwie ist dann nichts gekommen? War sehr enttäuschend. Nicht einmal ein Vulkan-Ausbruch. Nichts!
Michael: Seid ihr eigentlich zugänglich für Verschwörungstheorien?
Brian: Also ich kann von mir sagen, eher nicht!
M:Zeven: Verschwörungstheorien schon, aber das mit dem Maya-Kalender war schon sehr ... vage. Aber 9/11 ist eine gute Verschwörungstheorie! Bei der es auch schon bewiesen wurde, dass es anders war.
Michael: Ich glaube da steht Aussage gegen Aussage.
M:Zeven: Ja … das stimmt.

On The Road

Michael: Und "on the road" zu sein macht immer noch Spaß? Mit all seinen Höhen und Tiefen? Es ist ja nicht immer alles lustig.
Brian: Sagen wir es mal so: Es macht uns immer mehr Spaß! Je länger man es macht, desto mehr kommt man darauf, dass man es weitermachen will. Es gibt aber auch viele Bands bei denen ist es umgekehrt. Bei uns steigt die Kurve ständig nach oben.
M:Zeven: Man wächst mit der Band im Proberaum zusammen und man schreibt und probt zusammen Sachen. "On The Road" hat man dann die Möglichkeit zu erfahren, ob das alles passt. Und es harmoniert bei uns alles, was wiederum der Beweis dafür ist, das wir alles richtig machen. Und natürlich genießen wir auch was wir machen.
Michael: Aber wie es es, wenn man krank auf der Bühne steht, das kann ja nicht so angenehm sein?
Brian: Ich habe vor ein paar Monaten mit dem Herzen einige Problem gehabt, da sollst Du halt nicht unbedingt weitermachen. Und wenn Dir dann der Arzt sagt, dass du Herzinfarkt gefährdet bist, fängst du an zu überlegen. Ich hab dann eine Pause gemacht.
Lycan Radix: Was heißt Herzinfarkt? Das war eine Angina Pectoris! (lacht)
Brian: Ist nicht wahr, er hat gesagt, der Herzinfarkt wäre das nächste. Aber natürlich, da muss man dann halt ein wenig kürzer treten. Man muss dann alles ein bisschen ruhen lassen um mit neuer Energie wieder ran zugehen.
M:Zeven Und wir haben's beim Nova Rock auch geschafft, dass ich, nach meiner Knieoperation, sitzen hab können und ist auch gegangen.
Michael: Wie schaut's mit Konflikten in der Band aus? Passiert das immer noch oder habt ihr im Laufe der Jahre gelernt, das zu umgehen oder habt ihr ein spezielles Ritual?
Brian: Ich muss ganz ehrlich sagen, die letzten Wochen streiten wir eigentlich gar nicht. Wir haben eigentlich keine Probleme, meistens sind es eher so Unstimmigkeiten oder Meinungsverschiedenheiten. Aber es ist nichts Großes. Irgendeiner von uns sagt dann "Ruhe!!" und dann passt's eh wieder.
M:Zeven: Bei uns regiert nicht die Lautstärke, sonder alles ist sehr demokratisch. Wir reden uns das alles aus.
Lycan: Und wenn wir keinen demokratischen Ansatz finden, dann lösen wir das á la "Fight Club"!
M:Zeven: Ja, voll auf die Nase. Drum ist dem Lycan seine Nase schon so eine leichte Linkstendenz.
Brian: Wir raufen auch sehr gerne, natürlich per Spaß.
M:Zeven: Naja, a Packl Fotzn is schnö aufgrissen! (Lässt sich leider nicht eindeutschen, Anm. d. R.)
Michael: Gibt's Erwartungen, die ihr an Euer Publikum bzw. an Eure Fans habt?
M:Zeven: Ja, sie müssen mehr schwitzen als wir.
Brian: Und das ist nicht leicht. Natürlich sollen sie den Abend ihres Lebens haben. Wir schauen im Gegenzug auch, dass wir 2000 Prozent geben und dann auch den allerletzten Schweißtropfen vergießen können.
M:Zeven: Und das ganze bei der Zugabe dann auf die Spitze treiben.
Brian: Wir geben alles und wollen jedem Anwesenden den schönst-möglichen Abend bereiten.
Michael: Wie ist das, bekommt ihr Konzerte noch bewusst mit? Oder läuft da ab Betreten der Bühne ein Programm ab?
Brian: Nein, auf keinen Fall. Es ist jedes Konzert ein Highlight für sich. Einfach geil!
Lycan: Natürlich gibt es gewisse Routinen, aber das Drumherum ist alles besonders.
Brian: Natürlich weiß man wo das Kabel oder der Schalter hinkommt, aber es passieren dann immer wieder so einzigartige Sachen, wie dass ich z.B. von meinen Kisten auf der Bühne runterfalle, oder Lycan mir den Bass reinhaut. Aber das sind alles lustige Zwischenfälle, über die wir lachen und dann geht's wieder weiter.
Lycan: Und ich falle über Deine Beine ...
Brian: Ja genau, das passiert auch schon mal, ich habe so lange Füße und die stehen gelegentlich im Weg.
M:Zeven: Bei uns regieren auch die Wasserspiele. Plötzlich kommt einer her und spuckt dir Wasser in den Nacken.
Lycan: Allerdings, seit dem wir die Funksysteme haben, verheddern wir uns nicht mehr so oft.
M:Zeven: Und trotzdem stoßt ihr auf der Bühne noch zusammen, ihr zwei Trottel. (lacht)
Brian: Es ist immer wieder ein einzigartiges Erlebnis, und ich bin froh, dass ich das mit ihnen in der Gruppe teilen kann. Das ist wie ein Adventure.
M:Zeven: Bin schon gespannt, wer sich heute weh tut?
Michael: Welcher Song macht auf der Bühne am meisten Spaß? Gibt's da einen Favoriten?
Brian: Da hat natürlich jeder seinen eigenen. Beim M:Zeven ist es "Screams of the Forgotten", der gefällt Dir, gell?
M:Zeven: Ja, wieso? Das ist eine straighte Nummer, die funktioniert einwandfrei. Außerdem ist es wie eine Geschichte, die sich durchzieht. Und für die Leute, die die Lyrics hören, ist das eine Geschichte die funktioniert. Es macht einfach das Spaß das zu spielen. Das Solo ist zweistimmig und ein bisschen Maiden-ähnlich. Und der Bass treibt unheimlich. Eigentlich finde ich ja "Crying Hope" auch gut. Das ist meistens die letzte Zugabe, wo dann komplett der Weltuntergang übers Publikum hereinbricht.
Michael: Wie viel Entertainer muss ein Musiker heutzutage sein um nachhaltig aufzufallen? Oder anderes gefragt, ist es heutzutage wichtiger ein guter Entertainer zu sein, als früher, wo noch nicht so viel Musik in Umlauf war?
Brian: Wir machen eigentlich was uns gefällt. Auch das mit dem Schminken zum Beispiel. Das machen wir jetzt nicht explizit fürs Publikum. Uns hat's gefallen und es war stimmig, also haben wir das durchgezogen. Aber weil Du gefragt hast, wie wichtig das heutzutage ist: Man merkt es natürlich schon bei Acts wie Lady Gaga oder Marilyn Manson, dass der Entertainment-Faktor wie auch die Marke um einiges wichtiger geworden ist, als die Musik. Es gibt so viele geile Bands, aber leider verschwinden die halt in der Masse und nur der mit dem rosa T-Shirt fällt auf. So sehe ich das zumindest.
M:Zeven: Und man muss auch beachten, wenn man zu einem Konzert von einer Band geht, spätestens nach dem zweiten Song hört sich alles gleich an. Und bei einer Stage-Time von 45 Minuten geht's halt eher darum was man macht und nicht wie man klingt. Dafür hat man ja die CD. Der Punkt ist der, ich schau mir Bands live an, weil mir die Show wichtig ist. Und nicht weil ich das Lied 1:1 hören will. Da kann ich mir eh die CD auch anhören. Und da gibt's Bands, die das von früher bis jetzt gut geregelt haben. Man hat's jetzt 2012 eh ganz gut gesehen. Metallica war nicht mehr so der Bringer. Früher haben sie die Leute mitgerissen und jetzt ist es halt sehr herzlos. Aber der Rob Trujillo, der Bassist war ein Wahnsinn.
Lycan: Na gut, der ist aber noch nicht so lange dabei.
Brian: Irre was der für eine Oberschenkel-Muskulatur hat. (lacht)
Michael: Wenn ich mich nicht verrechnet habe, habt ihr heuer euer 15-jähriges Band-Jubiläum, zumindest laut Wikipedia. Stehen da Feierlichkeiten an oder gar einen speziellen Gast auf der Bühne? Ist was geplant?
Brian: Ursprünglich ist der Name Marrok 1998 aufgekommen, das stimmt. Damals hab ich noch ausgesehen wie der Kurt Cobain. (lacht)
Aber da war das alles noch mehr ein Hobby und 2005 haben wir dann angefangen, das alles in eine professionelle Richtung zu lenken. Und ab da fangen wir jetzt zu Rechnen an. Die anderen waren da ja noch gar nicht dabei. Ich hätte sie ja eh schon gesucht, aber die waren damals noch so klein, die hatten noch keinen Ausgang.
M:Zeven: Wann war das?
Brian: 1998.
M:Zeven: Da hab ich gerade "Pokemon Rot" bekommen! Wahnsinn, da habe ich viel gespielt. Und "Wer wird Millionär" ist damals gerade neu gekommen. Noch mit dem Günther Jauch!
Lycan: Also ich müsste da schon so um die Vierzig gewesen sein?
Brian: Blödsinn! Wie alt bist du denn eigentlich? Das weiß eigentlich niemand so recht ... Er macht immer ein Geheimnis daraus.
Lycan: Ich war damals schon so alt wie jetzt.
Michael: Ihr habt ja schon Eure großen Idole Papa Roach und Alter Bridge supported! Und im Juni spielt ihr mit Slayer, Iron Maiden, Motörhead, Stone Sour und, und, und....
Brian: Also uns hat's vom Sessel geworfen, als wir das gehört haben. Es wird immer besser.
M:Zeven: Ich habe zuerst gedacht es ist nur eine Band vor der wir spielen, aber als ich das komplette Line-Up gesehen habe, war ich sprachlos. Und dann ist jetzt Limp Bizkit auch noch dabei. Es werden immer mehr.
Michael: Ziemlich mächtiges Line-Up auf jeden Fall!
Brian: Bist du vielleicht auch dabei?
Michael: Eigentlich schon. Und wenn alles klappt, machen wir da vielleicht ein weiteres Interview. Wenn ihr Lust habt?
Brian: Ja das wäre geil. Holen wir uns noch den Bruce Dickinson an Board!
M:Zeven: Genau, der soll die Drums spielen. (lacht)
Michael: Wie kommt man zu der Ehre, mit all denen spielen zu dürfen?
Brian: Wir wissen das eigentlich selber nicht. Wir sind gefragt worden.
Lycan: Man muss das Glück haben, gefragt zu werden.
Brian: Wir haben uns gedacht, dass es das nicht geben kann. Vielleicht kennst Du das selber, bei sich selbst ist man immer sehr kritisch. Und ich halte mich jetzt auch nicht für den Übermusiker, dass ich die Ehre habe, mit so einem Line-Up spielen zu dürfen. Das flasht schon ordentlich.
M:Zeven: Wir wollen die Leser da jetzt aber nicht entmutigen. Es ist schon so, dass es 99 Prozent harte Arbeit und 1 Prozent Glück ist. Mit dem Glück kommt man ein gewissen Stück, aber ab dann ist es harte Arbeit. Und natürlich muss man routiniert und diszipliniert an die Sache rangehen. Und der Spaß kommt bei uns natürlich auch nicht zu kurz. Und ich kann auch ganz stolz sagen, dass wir keine Drogenprobleme oder Exzesse haben. Für uns ist Musik die Droge. Und dadurch merken die Leute auch, dass der Spaß den wir auf der Bühne haben echt ist.
Lycan: Ich mach mir jetzt mal ein Bier auf! (lacht)
Michael: Das heißt Sex, Drugs and Rock 'n' Roll ohne die Drugs und ohne Sex?
Brian: Das Problem ist, dass wir Backstage eh immer soviel zu tun haben, dass wir keine Zeit für Sex hätten. Und wenn Du dir was reinziehst, liegst Du zwei Stunden herum, das geht sich ja nicht aus. (lacht)
M:Zeven: Da spricht wohl jemand aus Erfahrung? (lacht)
Lycan: Heute hatten wir 6 Stunden Zeit, da wäre es sich 3 mal ausgegangen! (lacht)
Brian: Nein, im Ernst. Das Problem an Alkohol oder Drogen ist vermutlich, dass der Auftritt so schnell vorbei ist. Ich habe einmal alkoholisiert gespielt, ich glaube 2004 war das, und da ist mir das 30-minütige Set wie 10 Minuten vorgekommen. Das macht keinen Spaß! Deswegen bin ich nicht Musiker.
M:Zeven: Und den Leuten macht's auch keinen Spaß!
Brian: Mich wundert's eigentlich, dass das trotzdem so viele Bands machen!? Da realisiert man das alles gar nicht.

Days Of Mercury

Michael: Ihr habt ja seit September letzten Jahres das neue Album "Days of Mercury" draußen. Was war die Motivation wieder ein Konzept-Album aufzunehmen?
M:Zeven: Das war ein Traum vom Brian. Da hat er mich um 4 in der Frühe angerufen.
Brian: Ja stimmt, grundsätzlich habe ich das eines Nachts geträumt. Ich träume ja sehr lebendig, und die Story vom Album entstammt eben aus diesem Traum von mir. Und das hat mich so mitgenommen, dass ich den M:Zeven gleich angerufen und ihm alles erzählt habe. Ich weiß gar nicht ob er sich überhaupt ausgekannt hat, der war noch ganz benommen. Ich hab es ihm am nächsten Tag dann nochmal erzählt und es hat uns eigentlich allen ganz gut gefallen: Dass das Ende der Erde näher kommt und die Menschheit versucht sich auf den Merkur zu retten. Das war die Motivation.
Michael: Welche Botschaft ist Euch vorgeschwebt und glaubt ihr wurde sie auch verstanden?
Brian: Eigentlich ist es mehr ein Traum.
M:Zeven: Und natürlich eine Geschichte.
Brian: Aber natürlich hat es auch was Reales. Wie man sieht, kann das jederzeit passieren. Wir wissen ja, wie es um die Welt steht, wenn man sich zum Beispiel die verschmutzten Ozeane ansieht. Es kann also jederzeit passieren, dass wir unsere Welt vergessen können. Wenn eine Botschaft drinnen ist, dann die, dass die Menschen auf unsere Welt achten sollen. Außerdem sollen sie nicht so verschwenderisch agieren oder das Plastik ins Meer werfen. Das Selbe ist es mit den Wäldern, die überall abgeholzt werden. Das sind halt so Sachen, da sollte man zweimal drüber nachdenken, bevor man etwas zerstört.
Michael: Der letzte Titel "Dead End" lässt ja kaum Hoffnung. Glaubt ihr ist wirklich jegliche Hoffnung vergebens?
Brian: Es gibt ja einen weiteren Titel, mit dem Namen "Days of Mercury", das hätte eigentlich das letzte Stück sein sollen. Ist sich zeitlich aber leider nicht ausgegangen, aber wir haben ihn via YouTube nachgereicht. Quasi ein Online-Special.

Songwriting

Michael: Ihr habt jetzt, in einem Zeitraum von ein bisschen mehr als zwei Jahren auch zwei Alben veröffentlicht ...
Brian: Ja ich weiß, wir sind, was das anbelangt, sehr kreativ. Es kommt halt ständig irgendeiner von uns mit einer Idee daher. Man muss halt diese ganzen Bruchstücke zusammenkehren und sehen was dabei raus kommt. Und ich habe ja ein Ton-Studio zu Hause, das heißt, ich kann immer alles aufnehmen, wenn mir was einfällt. Aber im Grunde arbeiten wir sehr gut zusammen. Wenn wir n den Proberum gehen, passiert eigentlich immer etwas. Was auf das wir im Nachhinein stolz sein können. Und das ist es was die Band ausmacht. Es gibt eigentlich kaum Phasen, wo nichts dabei rauskommt. Der Funke ist immer da!
"Burning Age (Live)" - Video: Sabrina Mittermair, Nadja Zinkl
Michael: Das heißt, ihr schreibt unaufhörlich Songs?
Brian: Wenn M:Zeven und ich zusammen jammen, kommt eigentlich immer was Brauchbares raus. Das selbe mit Lycan und mir. Es passiert immer etwas Magisches. Wir haben gar nicht die Zeit, dass wir alles realisieren können, was uns einfällt.
M:Zeven: Du kennst eh sicher das Riff am Anfang von "Revolutions of Heroes"? Da war ich noch nicht mal bei Marrok dabei, haben der Brian und ich geskypet, weil wir wissen wollten wie sich das ausgeht, da hat nichts funktioniert. Dann habe ich ihn anscheinend auf eine Idee gebracht, er legt auf und eine Stunde später schickt er mir das fertige Demo. So ist "Revolutions of Heroes" entstanden. Wie ich zur Band gekommen bin, hat das Album zwar vom Konzept schon gestanden, aber die Lieder halt noch nicht.
Brian: Ich muss dazu sagen, dass ich einen Vorteil habe: Ich träume von den Liedern ab und zu, also direkt von den Melodien. Is' natürlich praktisch bei mir zu Hause, weil dann geh ich hinauf ins Studio und nehme es auf.
M:Zeven: Du bist ein Arbeitstier!
Brian: Zum Beispiel laufe ich im Traum Zombies mit der Schrottflinte nach und im Hintergrund läuft ein Lied. Ein neues, das ich im Kopf habe und das nehme ich dann auf. Und meistens ist das dann gar nicht so schlecht.
Michael: Wie verhält sich das mit dem Songwriting, ist es wahr, dass man meistens Einfälle oder Songideen hat, wenn man garantiert nichts zum Notieren in Reichweite hat?
Brian: Wenn man sich mit der Gitarre krampfhaft hinsetzt, geht meistens gar nichts. Aber wenn Du eine Woche nicht gespielt hast, dann setzt Du Dich hin und und es kommt eins nach dem anderen. Man braucht da gelegentlich ein wenig Entzug, dass sich wieder Ideen auftun. So empfinde ich das zumindest. Oder, wie wenn Du einen Monat ohne Computer auf Urlaub gehst.
Lycan: Es gibt aber auch so spezielle Plätze, die inspirierend sind.
M:Zeven: Also immer wenn ich einen Bass in die Hand nehme, fallen mir tausend Riffs ein, aber auf der Gitarre kannst es vergessen.
Lycan: Die musst du mir mal zeigen!
Brian: Wir sind eigentlich ziemlich leidenschaftliche Allround-Musiker. Lycan spielt noch Drums, M:Zeven spielt noch Bass und ich spiele noch Drums und Bass. So können wir noch ein bisschen besser zusammen arbeiten. Weil wir uns vorstellen können, was man auf dem anderen Instrumenten dazu machen kann. Jedes Instrument hat irgendwie was Geiles! M:Zeven spielt neuerdings Gitarren mit 8 Saiten, aber das ist mir ein wenig zu hoch. Wir werden sehen was das neue Album dann hergibt. (lacht)
Lycan: In Wirklichkeit hat sie eh nur 3 E-Saiten. (lacht)
Brian: Spielst du auch ein Instrument?
Michael: Ja, Gitarre und Schlagzeug!
Brian: Sehr gut, so mag ich das. Rhythmus und Saitenfraktion!
Michael: Was hat sich seit "The Reawakening" produktionstechnisch und natürlich auch beim Songwriting geändert?
Brian: Sehr viel sogar! Wir haben früher extrem viel mit Gitarren gearbeitet. Und beim letzten Album haben wir uns vermehrt mit elektronischen Elementen und Synthesizer gespielt. Diesmal haben wir es wieder etwas roher gelassen und es so schnell wie möglich auf Festplatte gebannt. Wir haben uns zwar auch wieder ein wenig aus dem Fenster gelehnt und herumgespielt, aber das geht fast nicht anders. Das ist der Reiz des Studios! Da hast Du einen Synthesizer herumstehen und wenn du da ein bisschen herumdrückst, klingt das alles gleich so geil und passt super dazu. Und wenn Du es jemandem schickst, sagen die dann auch gleich, wie geil es klingt. Also man kann sagen, produktionstechnisch hat sich viel geändert, nur der Prozess ist beinahe gleich geblieben.
Michael: Aber ist es da nicht sehr gefährlich dass ein Song auch schnell mal überladen ist?
Brian: Ja natürlich. Man merkt das dann eh wenn man es produziert. Wir machen uns das ja alles selber. Und wenn man zum Beispiel die Bassspuren übereinander aufnimmt, kann's bei der Dritten schon sein, dass sich eine Membran verabschiedet. Da merkst dann schnell, dass man es lieber so lässt, wie es war. (lacht)
M:Zeven: Ich hab einen Producer als Freund, der hat zu mir gesagt, dass er unseren Mix nicht versteht. Und zwar weil man in einem Mix nur drei Dinge betonen darf: Entweder Kick-Drum, Bass und Solo, oder eben Stimme oder so. Hab ich ihn gefragt, wer das sagt oder wo das geschrieben steht. Und das macht, glaube ich, den größten Unterschied im Vergleich zu "The Reawakening" oder "Midnight Carnival" aus.
Brian: Das ist wahr!
M:Zeven: Es ist vom Mixing her sehr brachial und sehr erdig. Das ist der neue Style von uns.
Brian: Es ist soundtechnisch alles auf die Spitze getrieben.
M:Zeven: Es geht ans Limit.
Michael: Aber wird das dann nicht schwierig für's nächste Album, wenn ihr jetzt schon am Limit seid?
Brian: Naja, Du darfst nicht vergessen: Wir haben immer etwas im Hinterkopf, wie wir uns verändern können. Wir stehen auf die Wandlungsfähigkeit. Wir sind Marrok, also der Werewolf. Bei Tage sind wir eher gemütlich und in der Nacht die Wölfe. Und so ähnlich ist es auch bei unserer Musik. Wir verändern uns ständig und sehen immer anders aus. Es gibt natürlich Bands, die seit 30 Jahren gleich klingen, wie AC/DC. Einerseits finde ich es zwar super, dass sie es machen, aber andererseits ist es schade, wer weiß was noch in den Jungs drinnen steckt? Man kann soviel heraus kitzeln aus Musik.
Michael: Spielt man Sachen die man selber auch hört, oder versucht man musikalisch einen Gegenpol zu dem zu finden?
Brian: Das ist eigentlich ganz unterschiedlich.
M:Zeven: Wir versuchen Dinge zu machen, die uns logisch erscheinen, nicht wie es ein Songrezept vorschreibt. Zum Beispiel wenn man einen bestimmten Takt auf den Drums spielt, versuchen wir ihn mit der Gitarre zu spielen. Und so versuchen wir Sachen bewusst etwas anders zu machen. Quasi die Rollen tauschen, da kommen eigentlich immer super Sachen dabei raus.
Brian: Beim Lycan ist es so, der hört ganz gerne Bass-Fusion, was etwas in die gemütliche Richtung abdriftet. Aber wir sind eigentlich alle ziemliche Allround-Hörer. Ich höre Dream Theater, aber teilweise auch sehr viel Pop.
Brian: Oder Klassik. Nur Schlager-Musik ist nicht so meines.
Lycan: Die klassischen Allrounder eben. Außer Schlager und Volksmusik.
Brian: Aber grundsätzlich sind wir für alles offen. Kann also durchaus sein, dass unser nächstes Album ein Death-Metal-Album wird, oder ein Blues-Album, oder ein 80er-Jahre-Album. Es kann alles passieren, kommt darauf an, wie die Stimmung bei uns ist.
M:Zeven: Es wird Zeit für ein neues Band-Meeting. (lacht)
Michael: Ihr habt ja vermehrt elektronische Elemente und Samples in den Songs, wie in "The Beginning of the End". Wie schaut's da mit der Live-Umsetzbarkeit aus?
Brian: Bei manchen Songs ist es eine Herausforderung. da braucht man dann auch etwas länger, um es zu realisieren. Aber ohne Keyboarder ist das so eine Geschichte, da kommt dann meistens das Band zum Zug. Es ist nicht so ohne mit dem Fuß dann vielleicht noch ein Keyboard zu bedienen. Aber es kann durchaus auch mal passieren, dass bei uns ein Keyboard auf der Bühne steht. Alles möglich.
M:Zeven: Aber nicht ohne dass wir etwas davon wissen. (lacht)
Brian: Wir versuchen es natürlich live gut rüber zu bringen, aber es wird halt nie so sein wie auf der CD. Wäre aber auch langweilig.
Michael: Aber bei manchen Songs macht genau diese Finesse den geilen Charakter aus, wie in "Mission Reality" zum Beispiel, der Song braucht das ja.
Brian: Bei dem Song ist es so, dass viele Flüsterstimmen im Hintergrund sind, die aber auch live mitlaufen. Wir wollen dem Publikum ja eine Geschichte vermitteln und eben einen unvergesslichen Abend bereiten, wie ich vorhin schon gesagt habe. Da muss man natürlich ein bisschen ein Atmosphäre im Saal schaffen. Und bei dem Song sollen sich dann die Leute wundern, wer denn da flüstert. Und wenn sie sich umsehen, ist niemand da, zumindest keiner der flüstert.
Michael: Eine Frage die mich schon seit "Midnight Carnival" interessiert: Wie sind die Soli verteilt?
Brian: Bei den neuen Songs wird natürlich der M:Zeven an der Lead-Gitarre sein, die zweistimmigen Soli sind eh klar, aber bei den alten Nummern würde ich sagen, sie liegen 70:30 bei mir.
Michael: Also auch schon bei der Midnight Carnival?
Brian: Ja schon, weiß auch nicht warum.
M:Zeven: Es ist so beibehalten worden, denn als ich in die Band kam, hat die Band aus drei Personen bestanden. Und da habe ich den Part vom Gitarristen übernehmen müssen, weil die Songs ja für drei Personen konzipiert waren.
Brian: Wir haben's eh probiert, dass wir mit dem Bass Soli spielen, das hat aber ziemlich arschig geklungen.
M:Zeven: Gesungen haben sie auch nicht funktioniert. (lacht)
Brian: Da hätten wir es a Capella machen müssen.
Lycan: Bei gewissen Sachen geht's halt nicht.
Michael: Ihr habt schon einen ziemlichen Wiedererkennungswert…..
Brian: Echt, findest?
Michael: Auf jeden Fall. Wenn ich einen Marrok-Song höre, weiß ich dass das Marrok ist. Wie bewusst habt ihr den Sound beeinflusst?
Brian: So etwas kann man selber nicht beurteilen. Ehrlich gesagt, kann ich mir manchmal unsere Lieder gar nicht anhören. Spielen macht höllisch Spaß, aber das Anhören ist manchmal anstrengend. Da frag ich mich echt, wie man sich so etwas anhören kann. (lacht)
Ich bin ein sehr kritischer Mensch, vermutlich deswegen.

Rund um die Band

Michael: Ich macht ja wirklich alles in Eigen-Regie, oder?
Brian: Ja, wir sind ein wirklich nettes Team und machen alles selbst: Management, Promotion wirklich alles. Und das funktioniert bis jetzt geradezu perfekt.
M:Zeven: Man muss natürlich dazusagen, wir sind familiär. Wir sind jetzt nicht so mit Anzug und Aktenkoffer unterwegs.
Brian: Obwohl wir ja quasi Geschäftspartner sind, machen wir auch private Sachen zusammen. Bei uns ist einfach die Ehrlichkeit und das Vertrauen wichtig. Das man sich auch wirklich mag. Wir sind fast wie Brüder. Wir schämen uns auch nicht für einander. Einer beißt zum Beispiel den anderen in die Zehe…
M:Zeven: Ja, Du machst das. Du beißt Leute durchgehend.
Lycan: Lass ihn einfach…
Brian: Freue mich schon auf die gemeinen Fragen! Hast du auch gemeine Fragen?
Michael: Die gemeinen Fragen kommen dann zum Schluss, das hab ich Euren Fans überlassen.
Brian: Sehr gut! Ich stehe auf gemeine Fragen.
Michael: Ich habe Euer Inserat gesehen, dass ihr einen Drummer sucht. Und da stand ganz beiläufig dabei, dass es am besten wäre, keinen Wert auf Privatleben und Freizeitaktivitäten zu legen….
M:Zeven und Brian gleichzeitig: Hast aber den Smiley gesehen, oder? (lachen)
Brian: Irgendwer hat das Ernst genommen, aber es war als Gag gedacht, das ist klar. Aber bei uns ist das natürlich schon so, dass wir fast rund um die Uhr werken. Und es ist schon so, wie der M:Zeven vorhin gesagt hat, der Großteil bei Marrok ist Arbeit.
M:Zeven: Man muss schon auch sagen, dass für uns die Musik, auch abseits der Band, schon immer unser Leben war. Wenn ich zum Beispiel ein neues Riff habe, oder der Brian will mir was zeigen, dann jammen wir via Skype zusammen. Wir sind halt durchgehend für einander erreichbar. Es ist so, dass wir alle Jobs haben, mehr oder weniger. Der Brian und ich sind selbstständig und der Lycan studiert noch. Er merkt's sicher, weil das Studium vom Lycan ist schon so ein starker Brocken und die Band aber auch. Da bin ich echt begeistert, dass er das so gut aushält. Hin und wieder hätte es ihn eh schon beinahe aus der Bahn geworfen, aber er vollbringt Höchstleistungen.
Michael: Wie ist das jetzt, wer ist woher?
Lycan: Ich bin ursprünglich auch aus Steyr, bin aber jetzt nach Linz gezogen, wegen des Studiums.
M:Zeven: Ich bin gebürtiger Salzburger und lebe jetzt in Wien.
Michael: Ich frage deshalb, weil es ja auch ein ziemlicher Fahr-Aufwand sein muss. Weil Euer Studio ist ja in Bad Hall.
Brian: Genau, versteckt im Walde.
M:Zeven: Also ich fahre fast jedes Wochenende von Freitag bis Sonntag nach Oberösterreich. Montag bis Freitag habe ich meine Schüler und meine Arbeit, und gleich wenn die fertig sind, steige ich in den Zug und fahre zur Band. Bei mir geht's sieben Tage durch.
Lycan: Und im Notfall gibt's Internet.
M:Zeven: Stimmt, wir Telefonieren und Skypen beinahe jeden Tag.
Michael: Okay, Lycan studiert, Brian macht Musikproduktionen und was genau macht M:Zeven?
M:Zeven: Ich bin Musiklehrer, aber hauptsächlich für fortgeschrittene Musiker. Du kennst das sicher, wenn Du an einem Punkt bist, wo du nicht mehr weiter weißt und die Motivation verlierst. Und ich bin dann für die Leute da und sage ihnen dann, dass es mehr Ansichten gibt. Und des geht einfach. Und nebenbei mach ich ein Band-Coaching. Das läuft gerade an. Dabei will ich jungen Bands helfen, dass sie sich relativ schnell in der Musikwelt zurecht finden. Mit Booking, Management und was es da alles gibt.
Brian: In Wahrheit eine Einführung ins harte Musik-Business.
M:Zeven: Und den Leuten auch zeigen, Mission Reality, dass man sich davor nicht betrinken soll, und immer freundlich sein soll - Karma eben. Und solche Sachen.
Michael: Brian, wie viele Bands produzierst Du so?
Brian: Das ist ganz unterschiedlich und kommt darauf an, wie viel Zeit ich habe. Marrok beansprucht zur Zeit fast 95 Prozent, und in der restlichen Zeit versuche ich jungen Bands eben ein bisschen unter die Arme zu greifen, weil die Produktionskosten doch grundsätzlich sehr hoch sind. Und ich helfe ihnen, dass sie gut klingen und bei Veranstaltungen ein gutes Produkt präsentieren können. Das ist eines der Dinge, das mir neben der Band wirklich Spaß macht. Das motiviert mich.
Michael: Wer entwirft und fertigt eigentlich die Kostüme?
Lycan: Wir haben da einen Spezialisten gehabt, der sich mit diesen Geschichten ziemlich auskennt, und der hat uns ein wenig geholfen.
Brian: Sagen wir so, wir haben uns auch der Szene ein paar Freaks geholt, die ein wenig Ahnung hatten. Mit denen haben wir zusammengearbeitet und die haben uns auch gewisse Sachen empfohlen. Und beim Fotoshooting haben wir plötzlich ausgesehen wie die Bergarbeiter vom Mars!
Lycan: Merkur!!
Brian: Genau. Das kommt davon weil ich das "Mars" so gerne esse.

Veröffentlichungen und Internet

Michael: Was sicherlich nicht nur mich interessiert, sondern auch die meisten Fans: Wann geht's weiter mit den restlichen Tracks der "Extreme LP"?
Brian: Die werden in nächster Zeit veröffentlicht. zuerst bekommen die Mitglieder vom Fanclub die Tracks und dann in weiterer Folge werden sie auch alle andere bekommen. Ich wollte sie ja gar nicht veröffentlichen, es ist ein Spaß gewesen damals.
M:Zeven: Sag's ruhig, es is' peinlich!!
Brian: Es gibt zu einem der Songs ja sogar ein Musikvideo, das wir aber derzeit noch streng unter Verschluss halten. Ich habe ausgesehen wie eine Blondine. (lacht)
Michael: Ich kenne das Foto von damals.
Brian: Ja das Foto, aber du kannst froh sein, dass Du das Video nicht kennst. (lacht)
Lycan: Wahrscheinlich hast du es schon gepostet, weißt es nur nicht mehr. (lacht)
Brian: Aber es kommt in nächster Zeit einmal. Derzeit ist das Publikum noch nicht so weit.
Michael: Aber besteht die Möglichkeit, dass ihr die Platte noch einmal veröffentlicht. Quasi ein Reissue?
Brian: Man weiß nie was kommt….
M:Zeven: Wir könnten's ja zum Spaß noch mal neu recorden!?
Brian: Ab und zu haben wir sogar einen Song von dem Album gespielt, nämlich "Extreme". Das macht live natürlich schon viel Spaß, aber eigentlich ist es ein altes Kapitel. Das ist so schon wirklich alt.
Lycan: Wann war das?
Brian: 1998/1999 war die "Extreme". Aber wer weiß, vielleicht kommen bald mal ein paar Songs davon in die Setlist.
Michael: Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich denke nicht, dass ich mich da geirrt habe: Habt ihr vorgehabt die Release-Show von "Midnight Carnival" als DVD zu veröffentlichen? Mir war so als hätte ich da auf YouTube mal einen Teaser gesehen, der aber plötzlich nicht mehr aufzufinden war.
Brian: Ja, da hast du vollkommen recht. Das Problem war, dass es dann so viele technische Schwierigkeiten gegeben hat, dass wir das den Fans nicht antun wollten. Der Sound ist nicht optimal, es kracht, und rauscht gelegentlich. Und auch vom Bild her war es nicht optimal. Und so haben wir uns gedacht, bevor wir ein zweitklassiges Produkt veröffentlichen, lassen wir es lieber sein. Im Fanclub haben wir eh ein paar Songs daraus veröffentlicht.
Lycan: Das haben wir echt ziemliche Probleme gehabt. Und ein paar Hoppala's sind auch passiert: Z.B. ging der Feueralarm an, teilweise war es taghell und es sind auch Sachen zu Bruch gegangen.
Brian: Aber es wird vielleicht demnächst ein paar Sachen geben, die wir online veröffentlichen. Wir werden das auf jeden Fall in irgendeiner Form nachholen.
Michael: Großes Thema Internet-Piraterie: Ihr seid ja seit dem letzten Album leider auch betroffen? Bzw. kann man überhaupt was machen?
Brian: Ja, das ist richtig, eine Woche nach der Veröffentlichung habe ich schon die ersten Torrents im Netz gefunden und es mir auch herunter geladen, wenn ich ehrlich sein soll.
M:Zeven: Irgendwann wurde die Sache aber zu dreist: Irgendwelche Leute haben per Facebook gepostet: "Hey, wenn ihr das neue Album von Marrok haben wollt, einfach PN an mich!" Wir haben die dann eh angeschrieben, aber die haben halt gesagt, dass sie es nicht wussten, und uns eigentlich helfen wollten. Viele Leute machen das nicht um uns zu schaden, sonder die wollen eigentlich nur die Band damit verbreiten.
Brian: Man kann es ja so-und-so nicht aufhalten. Die GEMA in Deutschland, ist da anders. Die hat das Thema ein wenig fester im Griff. Wir in Österreich sind da noch nicht so stark betroffen. Aber auf der anderen Seite ist es ja auch gut. Es gibt viele Leute, die haben nicht das Geld, sich jeden Monat die CD's zu kaufen, und rein aus der Promotion-Sicht, ist es unbezahlbar. Damit muss man heutzutage einfach leben.
Lycan: Ja, man muss das als Werbung sehen. Und wenn es dann noch ein paar Bonus-Features gibt und ihnen gefällt was sie hören, kaufen sie es dann auch in den meisten Fällen. Ich möchte ja den Künstler unterstützen, und das ist eigentlich das Wichtigste.
Brian: Genau. Man muss sich wirklich ins Zeug legen, damit die Fans das Zeug kaufen und nicht herunterladen. Das geht schnell und kostet nichts.
M:Zeven: Es gibt ja ein neues Konzept, das steckt noch in den Kinderschuhen und gibt es bisher nur bei Computerspielen: Da gibt es fünf oder sechs Spiele in einem Paket, und das ganze kostet z.B. 3 Dollar. Ein Teil davon geht an die Kinderkrebshilfe, ein Teil an die Entwickler und ein Teil an die Spielentwicklung und Betreiber des Pakets. Und du kannst entscheiden, wie viel Du ausgeben möchtest, und wie du es verteilen willst. Und da ist jetzt der Punkt, wo das für die Musik auch schön langsam gemacht wird. Der Download kostet dann z.B. 5 Euro, und wenn er mehr zahlen will, dann ist das gut für uns. Also da gibt es schon Möglichkeiten. Hauptsache es ist für beide Seiten fair. Weil jemand der nicht viel Geld hat, kann geben was er will und der Musiker hat auch was davon.
Brian: Man sieht das ja auch bei Spotify, das geht auch ein wenig in diese Richtung. Die haben sich zwar ziemlich weit aus dem Fenster gelehnt - die zahlen die Mindestbeträge, die du als Firma zahlen musst - aber bieten die Musik sehr günstig an. Bei uns ist das so, bei 17,000 Streams bekommst du 70 Euro. Und man merkst es auch bei den Downloads auf ITunes zum Beispiel. Die sind alle weniger geworden. Das ist aber die Zukunft und damit muss man sich abfinden. Ich höre selber Spotify und höre mir Bands an, und wenn ich sie dann mag, kaufe ich ich mir die CD. Aber grundsätzlich ist Spotify natürlich praktisch. Die Werbung nervt ein wenig, aber für 10 Euro im Monat bist du werbefrei und hast die beste Qualität.
Lycan: In den Skandinavischen Ländern funktioniert das anscheinend ziemlich gut, da haben über 50 Prozent der Leute einen Premium-Account. Und das Gute ist, es ist alles legal.
Brian: Und du hast immer die maximale Auswahl an Musik dabei.
Lycan: Um diese 10 Euro kannst Du Dir normal nicht einmal eine CD kaufen.

Die Fan-Base, Umbesetzungen und Veränderungen im Line-Up

Michael: Was auch ein ziemliches Phänomen ist, ist dieser Hype, der von Eurer Fan-Base um Euch gemacht wird...
Brian: Hype?!
Michael: Ja, Hype. Ich habe da ein recht gutes Beispiel: Als ich mir zuerst eine der Vorbands angesehen habe, bist Du Brian, einen Augenblick zum Merch-Stand hingegangen. Da dürften dich schon die ersten Mädels gesehen haben. Denn die haben sie sich gefreut wie kleine Kinder und haben sogar zum Kreischen angefangen. Wenn das kein Hype ist? Das finde ich schon ziemlich fantastisch.
Brian: Die sind einfach so lieb. (lacht)
Wir sind so glücklich, dass wir sie haben. Die tragen uns von Show zu Show auf Händen. Und wir freuen uns immer wieder, dass sie dabei sind. Da gibt's Leute, die fahren hunderte Kilometer zu unseren Shows.
M:Zeven: Ich habe da auch ein gutes Beispiel! Der Thomas, das ist ein Fan, der ist extra zu unserem Gig nach Innsbruck gefahren, hat dort übernachtet und hat sich extra ein Ticket für die Schweiz bestellt, also Flugticket und Hotel. Wir haben männliche und weibliche Fans, die wirklich alles machen, um uns zu unterstützen. Nur um dabei zu sein und dass für uns bekannte Gesichter im Publikum sind. Ungelogen, es hilft einer Band schon, wenn man immer das Gefühlt hat, man hat ein Stückerl Heimat mit. Für uns ist die Heimat nicht Österreich, sonder die Gesichter, die wir immer wieder im Publikum sehen. Weil Du sitzt ja viel im Auto. Beim Berlin-Konzert z.B., da sind wir 12 Stunden gefahren, haben ausgeräumt, gespielt, wieder eingeräumt und wieder nach Hause gefahren. Wir sind von Hell nach Dunkel und wieder nach hell gefahren. Du weißt nicht wo Du bist oder wie spät es ist. Und auch der Körper spielt verrückt. Und dann sind es die Gesichter und Stimmen, die Dir ein vertrautes Gefühl geben.
Brian: Man merkt es auch heute. Da sind wieder Fans aus Deutschland dabei, die kommen aus Leipzig und fahren über 1000 Kilometer. Da weiß man gar nicht mehr was man sagen soll, da ist man komplett sprachlos. Ein "Danke" genügt da einfach nicht mehr...
M:Zeven: Das ist ein bisschen "Fair Use". Den Leuten macht es Spaß, wenn sie unsere Musik hören und uns tut es gut, in vertraute Gesichter zu sehen!
Michael: MZ ist seit letztem Jahr neu in der Band. Seit wann stand fest, dass er ins Line-Up kommt? Das war doch sicher schon lange fix, bevor es die Fans erfahren haben?
Brian: Also gekannt haben wir uns schon seit Sommer 2011, aber im Jänner 2012 haben wir es fix gemacht.
M:Zeven: Ja, ab dem Sommer haben wir intensiv geskypet. Immer wenn die Band irgendwo war, war ich zuhause und hab irgend einen Blödsinn in die Webcam gemacht.
Brian: Er hat sich Nachosauce auf die Nippel geschmiert und das zu uns Backstage übertragen. Aber so lange ist das nicht festgestanden. Wir haben zwar immer schon geliebäugelt mit ihm. Bei einem Wien-Gig ist er dann mal zu uns auf die Bühne und das war ein extrem gutes Gefühl obwohl wir nicht in der selben Band waren. Das hat sich irgendwie richtig angefühlt. Aber es ging ja nicht, weil er zu der Zeit ja noch seiner Band 'StupeIT' war.
M:Zeven: Aber 'StupeIT' und ich haben uns musikalisch auseinander entwickelt. Und ich bin von dem neuen Album wirklich positiv überrascht, ohne da jetzt fremd werben zu wollen. Neuer Gitarrist, neuer Bassist und der Sound ist komplett anders. Die wollten halt einen anderen Sound machen, als ich das immer wollte. Und als ich dann im Guten bei 'StupeIT' ausgestiegen bin, haben wir (Marrok und ich) uns gefragt,ob wir uns nicht mal treffen wollen. Und das hat dann so super gepasst, dass beide Bands sowohl menschlich als auch musikalisch davon profitiert haben. Weil wir ja alle das gleiche Ziel verfolgen.
Brian: Er ist dann gleich mal ins Studio gekommen und zwei Wochen geblieben.
M:Zeven: Es waren sogar drei Wochen.
Michael: Das heißt, der Ausstieg bei 'StupeIT' hat recht wenig mit 'Marrok' zu tun, sondern hat sich so entwickelt?
M:Zeven: Um ehrlich zu sein eigentlich gar nichts. Sie (Marrok) haben sich das schon zwei oder drei Monate gedacht, waren aber einfach so höflich und haben nichts gesagt. Und es war bei 'StupeIT' dann schon 3 Wochen her, dass ich ausgestiegen bin, haben es aber noch nicht offiziell gemacht, drum hat sich das mit 'Marrok' ein wenig überschnitten. Also ganz genau bin ich Mitte November bei 'StupeIT' ausgestiegen.
Michael: Mr. Lucky ist ja aus der Band ausgeschieden, Tom von 'Devastating Enemy' ist zur Zeit der Ersatzdrummer, wie geht die Suche voran, bzw. gibt's einen Wunschkandidaten?
Brian: Es gibt so viele Bewerber. Also richtig gute Bewerber, die gerne bei uns einsteigen würden, aber wir haben schon gesagt, dass wir uns die Entscheidung nicht leicht machen. Jetzt wo wir die Möglichkeit haben, einen neuen Bruder zu finden, muss das zu 100 Prozent passen. So viele nette Leute und natürlich wahnsinnig gute Drummer, wo wir uns denken: Das gibt's ja gar nicht. Also es ist sehr schwer.
M:Zeven: Wir wollen noch nicht zu viel verraten, aber es wird vermutlich eine Dokumentation geben...
Brian: Wir werden auf jeden Fall auch das Publikum an der Entscheidung teilhaben lassen. So wie 'Dream Theater' das auch gemacht haben.
M:Zeven: Es ist für uns eben eine schwere Entscheidung und ein großer Schritt in der Laufbahn. Und ich denke für diese Person dann hoffentlich auch!? Wir wollen auf jeden Fall jemanden haben, der 100 Prozent menschlich wie auch musikalisch in die Band steckt. Er darf nichts lieber machen, als mit uns die Zeit zu verbringen und Musik zu machen.
Michael: Bei "Midnight Carnival" ist der Leech gegangen und bei "Days of Mercury" jetzt Mr. Lucky. Ist es nicht unheimlich mühsam, sich immer wieder auf einander einzuspielen?
Brian: Ja natürlich. Manchmal muss man halt schnelle Entscheidungen treffen. Das war damals beim Leech so. Wir haben ihn einfach nicht so gut gekannt. Uns ist es auch am Anfang nicht aufgefallen, dass es ihm ein wenig zu viel wird.
Lycan: Er hat es ja dann selber auch gesagt, dass es ihm am Schluss zu viel wurde. Kurz nach der Release-Show ist er dann ausgestiegen.
M:Zeven: Ich glaube ich kann das am objektivsten sagen, ich kann auch die alten Marrok-Alben objektiv hören, weil ich sie als Musiker und Fan mitbekommen habe. Ich habe das groß gefunden was die gemacht haben und den Covers nach, dachte ich es es wären Amerikaner. Und dann sind wir (StupeIT) draufgekommen, dass die ja auch aus Steyr und quasi Nachbarn sind. Ich hab halt auch immer das Gefühl gehabt, dass das ein kurzlebige Geschichte ist, mit den Bandmitgliedern, aber wenn man dann mal drinnen ist und die Menschen kennt. Und ich kenne ja den Leech, das ist ein irrsinnig netter Kerl, mit dem wir auch fortgegangen sind. Er hat dann eben auch gesagt, dass er ein Vorhaben wie 'Marrok' nicht bremsen will. Das hat ja auch mit dem Menschlichen nichts zu tun.
Michael: Ich hab ja sein Statement damals auf Facebook ja gelesen, wo er schreibt, dass er den Zeitaufwand, dass das Projekt benötigt, nicht mehr aufbringen kann und sich außerdem musikalisch neu finden möchte.
Brian: Muffin?
Michael: Ja sehr gerne, vielen Dank! Ich esse ihn später, sonst spuck ich euch beim Sprechen damit an.
Brian: Ich stell ihn dir mal hier hin. Der ist Fan-gebacken. Danke an die "Ulli Black Barbie" an dieser Stelle!
M:Zeven: Ja, vielen Dank!
Brian: Sie hat heute nämlich ihr 20. Konzert, deswegen ...

Die Zukunft

Michael: Was ist für die Zukunft geplant?
M:Zeven: Viel.
Brian: Sehr viel.
Michael: Ja ist klar, aber gibt es eine Location, von der ihr sagt: "Da wollen wir unbedingt mal hin!"?
Brian: Ja sicher, wir wollen ein Festival auf dem Merkur veranstalten. Wir haben schon mit der NASA Verhandlungen geführt. Die kommen uns sehr entgegen und wenn alles gut läuft, können wir in 2-3 Jahren ein Festival da oben veranstalten.
M:Zeven: Die Ressourcen-Knappheit ist dann eher das Problem, und auch der Sauerstoff.
Michael: Naja gut, Du hast eh deine Maske.
M:Zeven: Stimmt, ich hab die Maske.
Brian: Genau, aber wir haben das Problem, dass wir ersticken.
M:Zeven: Ich kann halt dann nicht mitsingen ...
Brian: Und wenn wir den Flug überleben. Nein im Ernst, das wäre schon ein Traum! Und sonst natürlich Rock am Ring und Rock im Park. Wobei, das Schwarzl-Festival ist eh schon nicht schlecht.
M:Zeven: Also für mich ist ein großer Traum Amerika. Einfach weil es ein Stereotyp ist. Großer Lebensstil, fettiges Essen, Coole Leute...
Brian: .....lockeres Waffengesetz!
M:Zeven: Das ist mir egal, ich will mir da drüben ja keine Glock kaufen. Ich will einen Corn Dog essen und ins Wasser gehen.
Michael: Wie schaut's aus mit Wacken?
Brian: Ja, da haben wir sogar schon mal gesprochen.
Lycan: Aber ich glaube da sind wir zu soft.
Michael: Das ist ja gar nicht wahr!
Brian: Vor Wacken haben wir ziemlich großen Respekt. Das ist ein Festival, da sind sehr viele zivilisierte Menschen. Immer wenn man Wacken hört, denkt man an die dreckigen Leute. Aber das ist das ordentlichste Festival in ganz Europa, auch laut Umfragen. Aber sollten wir tatsächlich mal gefragt werden, sind wir die ersten, die "ja" sagen. Aber wie gesagt, ich habe sehr großen Respekt davor.
M:Zeven: Ich muss sagen, "Fan" ist ein sehr schwer zu definierendes Wort. Ein "Fan" ist jemand, der eine Musik mag. Das ist gar nicht abwertend. Für viele Leute anscheinend schon. Fannähe ist für eine Band ganz wichtig. Und wir haben zur Zeit doch noch wenige männliche Fans, zumindest solche, die sich dazu bekennen. Weil sie einfach Angst haben, da in einen Topf geworfen zu werden, wie z.B. "Yeah, ich mag die Killerpilze!". Ich habe die übrigens kennengelernt, das sind extrem nette Kerle. Und mit der neuen Musik haben sie ein ganz anderes Zielpublikum. Und wenn man jetzt in Wacken spielt, wo einfach das Zielpublikum nicht gegeben ist, funktioniert das nicht. Darum geht's in Wacken, das einfach Metaller für Metaller ein Konzert geben, und wir werden einfach nicht als solche wahrgenommen.
Michael: Heuer spielen angeblich Deep Purple und letztes Jahr die Leningrad Cowboys! Das ist ja auch kein Metal.
Brian: Aber das sind Legenden. Sagen wir so, Wacken ist für mich ein Festival der Legenden. 'Avenged Sevenfold' waren auch schon dort. M:Zeven: Aber die Leute beim Wacken sind echt cool. Eine Bekannte von mir ist ohnmächtig geworden, war aber in der ersten Reihe, dann haben sie sie einfach zum Krankenzelt gestagedivet, und als es vorbei war, wieder retour auf ihren Platz, der sogar noch frei war. Beim Nova Rock ist es halt ein Problem, da versinkst Du im Schlamm und die Leute trampeln auf Dir. Das Problem ist immer: die ganz Jungen sind da gefährlich, wenn sie ein bisschen übertreiben und die 13-jährigen mal Ausgang haben, und sich dann dort maßlos betrinken. Da habe ich schon Sachen gesehen: z.B. Nackte jugendliche Mädchen die im Schlamm liegen.
M:Zeven: Das war klar, dass Dir das auffällt. (lacht)
Brian: Ja, Entschuldigung….
Michael: Eine Frage hab ich jetzt noch, bevor wir zu den gemeinen Fan-Fragen kommen. Wie Steht Marrok zu Vinyl?
Brian: Och, wenn wir uns das leisten könnten, sofort!
Lycan: Es ist schon sehr lässig, aber wer hat den heutzutage noch einen Plattenspieler?
Brian: Die alte Elite hat noch einen!
M:Zeven: Das ist halt ein Sammlerobjekt. Das Problem ist, eine Vinyl-Presse macht erst ab einer sehr hohen Auflage Sinn. Die Produktionskosten sind im Vergleich zu einer CD das siebenfache.
Brian: Aber natürlich kommt nichts an das analoge Feeling und das Knistern heran. Ich war ja noch in dieser Zeit drinnen, zumindest ein bisschen, ich bin ja auch schon älteren Datums. Die Michael Jackson Platte habe ich mir damals noch auf LP gekauft und auch Metallicas "Master of Puppets"! Bevor das Lied anfängt hast Du schon ein wenig ein Knistern. Das ist schon ziemlich geil. Gut, digital ist alles klar, aber es fehlt ihm halt auch der Raum und dann das Knistern. Ich mag das schon sehr.
Michael: Also "Midnight Carnival" auf Vinyl wäre mir schon einiges wert.
Lycan: Wir bräuchten einen Automaten, der nach Bedarf Platten presst. (lacht)

Fan-Fragen

Michael: Wie ihr ja wisst, haben User die Möglichkeit auf unserer Webseite Fragen für Interviews einzusenden. Und für Euch ist letzte Woche eine regelrechte Flut an Fragen eingetroffen. Die interessanteren und auch skurrilsten Fragen habe ich mir rausgesucht.
Brian: Darf ich schnell noch sagen, dass wir eine recht offene Band sind, natürlich den Kontakt zu unseren Fans suchen und auch für alle Fragen offen sind. Wir sind auch nach den Konzerten immer am Merch-Stand und quatschen mit den Fans.
M:Zeven: Hören wir uns die Fragen jetzt an, ich bin schon sehr neugierig.
Michael: Heidi Oman aus Graz möchte von Euch wissen:
Frage 1: Was motiviert euch, trotz der trauriger Weise in den österreichischen Medien herrschenden Ignoranz (Ausnahme GoTV, Xpress), zu euren Höchstleistungen bzw. nicht aufzugeben?
M:Zeven: Das wir höhere Ziele haben, als die österreichische Medienpräsenz. Man muss dazu sagen, dass GOTV auch außerhalb von Österreich gezeigt wird. Ich trau mir zu sagen, dass der XPress mit dem Bravo vergleichbar ist, und somit auch eine gewisse Zielgruppe anspricht. Und so ist es mit dem ORF auch, die sprechen auch eine gewisse Zielgruppe an. Unser Ziel ist die internationale Beliebtheit. Das die Leute überall einen Spaß haben mit uns, egal ob sie uns schon kannten oder nicht.
Michael: Frage 2: 'Marrok' leisten ja eine großartige und mit Sicherheit zeitaufwändige Fanarbeit, wodurch zwischen den Fans und der Band eine besondere Nähe entsteht! Gab es aufgrund dieser Nähe schon mal eine Situation wo ihr es, wenn auch nur für eine Sekunde, bereut habt so nahe an den Fans zu sein? (Z.B. als Mr. Lucky nicht mehr Teil der Band war.)
Brian: Also deswegen sicher nicht! Wir sind natürlich bei der Ersatz-Show, als der Tom das erste Mal dabei war, schon gefragt worden, was da los war. Und wir bereuen das gar nicht. Im Gegenteil, wir sind froh, wenn wir den Fans die Wahrheit sagen können, einfach ein bisschen quatschen und ihnen die Fragen beantworten können. Das ist uns sehr wichtig. Es gibt natürlich immer wieder mal Fans, die wollen einem an den Hintern fassen, oder das Tuch aus der Gesäßtasche ziehen, oder den Gürtel aufmachen. Das haben wir alles schon erlebt. Da denkt man sich dann schon: "Moment, dass geht mir jetzt aber schon ein bisschen zu weit.“ Einmal hat eine angefangen dich zu massieren, das hat Dir aber gefallen, gell?
M:Zeven: Na klar, die Massage war super.
Lycan: Damals hast Du Deine Eule noch nicht gehabt, oder? Das wäre sonst ein geiles Video geworden! (lacht)
M:Zeven: Die Fans respektieren, dass wir eine Entscheidung treffen und dazu auch stehen. Es hat auch Mal Momente gegeben, wo Elternteile auf die Idee gekommen sind, das Kind in den Raum zu schicken, und wir passen dann schon drauf auf. Aber sonst ist unser Vertrauen noch nie ausgenutzt worden.
Michael: Dominik Heinl aus Linz möchte von Euch wissen:
Frage 1: Ist es wahr, dass du Brian, die Musik auf allen CDs schon als Demo fertig gestellt hast, bevor du sie den anderen vorspielst?
Brian: Bei manchen Songs natürlich. Jeder hat seine Ideen, aber ich habe halt das Glück, dass ich meine Ideen gleich aufnehmen kann. Und ich stelle sie dann auch fertig. Zumindest sind die meisten Songs dann schon ziemlich fortgeschritten. Irgendwie pfuscht man dann nicht mehr zu viel herum.
Lycan: Jeder spielt dann natürlich sein Instrument ein und gibt seine Spezialitäten dazu. Aber das Grundgerüst kommt natürlich von dem, der den Song konzipiert hat.
M:Zeven: Man muss dem Brian zu Gute halten, dass er sehr offen ist, für Änderungsvorschläge.
Lycan: Genau, er zwingt uns nicht, dass wir alles genau so spielen müssen, wie er es eingespielt hat.
M:Zeven: Stimmt, da ist er sehr offen. Wenn ich mein Riff anders spielen will, darf ich das ganz problemlos. Er sagt dann, dass ich der Gitarrist bin und es spielen soll, wie ich will.
Michael: Frage 2: Nehmt ihr auch mal Mädls mit Backstage? Oder seit ihr da brav?
Brian: Wir haben schon genug Mädels mit Backstage genommen. Unser Team besteht ja großteils aus Mädels.
Lycan: Wir haben ein sehr hohe Frauenquote im Team, sagen wir es mal so. (lacht)
M:Zeven: Also wenn wir wirklich ein Mädchen mit Backstage nehmen würden, die wäre so arm, weil die hier ausgepfiffen wird. Aber das ist ja gar nicht in unserem Interesse.
Brian: Früher haben wir das eventuell mal gemacht.
Michael: Frage 3: Brian, ist es wahr dass du zuhause oft nackt übst? (alle lachen)
Brian: Böses, böses Facebook! (lacht)
Aber ja, das stimmt wirklich. Im Sommer ist es meistens so warm, da stehe ich auch schon mal nackt im Studio. Ich bin da ja sehr im Wald versteckt, drum ist das dann auch kein Problem. Ich habe auch schon mal nackt den Rasen gemäht. Kein Problem bei mir.
M:Zeven: Man merkt es eh, weil immer wenn ich zu Dir komme, bist du dann mal weg für eine Viertelstunde. Ich glaube dass du einfach so bleich bist.
Brian: Der Herr Zeven ist heute wieder ein rechter Scherzbold!
M:Zeven: Ich nehm's als Kompliment.
Michael: Das würde ich auch sagen. Ist das nicht das Wichtigste? Ich kann mich erinnern, bei den Dreharbeiten zu "Revolution of Heroes", da alberst Du ja die ganze Zeit am Set herum.
M:Zeven: Aber du musst wissen, am nächsten Tag wurde ich am Knie operiert und einen Miniskus-Riss hatte ich auch an dem Tag. Aber das war egal für den Videodreh.
Michael: Herby aus Graz möchte von Euch wissen:
Frage 1: Wie geht man als Metal-Band mit der Ablehnung der breiten Masse und Medien gegenüber dieser Musikrichtung um? Ist es nicht frustrierend von den Medien ignoriert zu werden?
Brian: Sagen wir so: Es gibt natürlich immer ein Publikum, dass einen komplett ignoriert. Das ist in jeder Musikrichtung so. Natürlich ist Rock und Metal eher eine kleinere Schiene im Vergleich zu Pop oder Volksmusik.
Lycan: Das verkauft sich halt recht gut.
M:Zeven: Ich sehe das eigentlich weniger ignorant, sondern eher als Bestätigung. Das heißt ja nichts anderes, als dass wir in unserer Nische genau das Richtige machen, und die breite Masse das aus Prinzip ablehnt. Weil alles was einmal gemacht wurde, wurde zuerst mal aus Prinzip abgelehnt.
Michael: Frage 2: Das erste Musikvideo aus "Days of Mercury" war "Revolution of Heroes". Das Video wurde in einem Interview von Reinhard Fenzl (Verantwortlicher für das Musikvideo) als Auftakt einer Trilogie beschrieben. Welche Songs werden diese Trilogie noch beinhalten?
Brian: Das wollen wir natürlich spannend machen. Wir haben natürlich sehr viel in Planung, muss ich dazu sagen. Wir planen und planen, und wollen nicht zu viel verraten.
Michael: Frage 3: Welche Bands ihr mögt wissen wohl die meisten Fans. Mich würde aber interessieren, welche Band hasst ihr? Und warum?
M:Zeven: "Hass" ist so ein starkes Wort und wird so leicht verwendet. Wenn ich gar nicht aushalte, ist der Dave Mustaine. Er weint überall, kann nicht mehr singen, spielt den größten Mist auf der Gitarre und weiß anscheinend nicht mehr, dass sie 6 Saiten und dass die verschiedene Stimmungen hat, wenn er die Soli spielt. Und wie der das Solo von "Cementary Gates" gespielt hat, hat sich er Dimebag Darrell so schnell im Grab gedreht, dass sie damit Energie erzeugen konnten. Der ist für mich der größte Douchebag in der kompletten Metalgeschichte. Ganz ehrlich, das ist ein richtiger "Wappler" (österreichisch für Trottel, Anm, d. R.), den soll der Blitz beim Scheißen treffen! Den halte ich echt nicht aus! (alle lachen außer M:Zeven)
Brian: Und das kannst Du genau so schreiben, wir sind da sehr offen und ehrlich. Aber hassen tun wir nichts. Wir mögen viele Sachen nicht aber hassen sicher nicht.
Michael: Rainer Zufall möchte von Euch wissen:
Frage 1: Zwei Züge fahren vom selben Bahnhof in dieselbe Richtung ab:
Zug A um 9 Uhr mit durchschnittlich 90km/h.
Zug B um 10:30 Uhr mit durchschnittlich 120km/h
Um wie viel Uhr und wie viele Kilometer vom Ausgangsbahnhof entfernt holt Zug B den Zug A ein?
Lycan: Ah, da geht's um das Gleichungssystem!
Brian: Der Lycan ist unser Mathematiker.
Lycan: Äh, ja fertig. Keine Ahnung.
Michael: Also ich habe es mir ausgerechnet, und bin auf 4 Stunden gekommen, aber ob es stimmt weiß ich leider auch nicht. Rainer möge die richtige Antwort(en) bitte als Kommentar unter das Interview schreiben!
Brian: Wie heißt der nochmal? Rainer Zufall? Dem sollte man einem guten Psychiater besorgen! (lacht)
Tom: Bitte, wer heißt so?
Lycan: Vielleicht heißt er auch so in der Art wie du: Tom Drums!
Tom: Deswegen hätte es mich interessiert, wie der heißt?
Michael: Und nun kommt die Frage Nummer 2 ... Ein Tischtennisschläger und ein Tischtennisball kosten zusammen € 1,10.-. Der Tischtennisschläger kostet genau € 1.- mehr als der Ball. Wie viel kostet der Ball?
Brian: Da musst Du wieder den Mathematiker fragen, ich hatte da nur Vierer und Fünfer in der Schule.
Lycan: Wahrscheinlich 10 Cent, aber ich glaube es ist eine Fangfrage. (Eine rege Diskussion startet in der Runde, aber ob die richtige Lösung dabei ist, kann uns nur Rainer beantworten.)
Michael: Vielen Dank für das Interview, das war es schon!
Brian: Das war es schon?
M:Zeven: Das waren schon alle Fragen?
Brian: Aber auf eine Stunde können wir schon noch kommen?
Michael: Sowieso, ihr habt ja noch die Möglichkeit, Euren Fans etwas mitzuteilen!
Brian: Ja liebe Leute, ach so Du schreibst das ja. Was sagen wir da?
Tom: Liebe Leser!
Brian: Genau, liebe Leser ...
M:Zeven: … und Leserinnen.
Brian: Es war schön, dass ihr uns Eure Zeit geschenkt habt, es war uns eine Ehre. Und alle die sich jetzt angesprochen fühlen, wir spielen das nächste Mal am 8. März in St. Margrethen in der Schweiz und dann am 20. April in Haag in Deutschland.
M:Zeven: Und ich finde „Pokemon Rot“ viel besser als „Pokemon Schwarz“.
Brian: Und der Michelangelo bei den Teenage Mutant Ninja Turtles ist der Beste!
Tom: Genau eine Stunde! Und aus ...
Moderation: Michael Voit; Fotografie: Michael Voit
Wer in das aktuelle Album „Days Of Mercury“ von 2012
reinhören möchte, kann dies hier tun:
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