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Amaranthe – The Nexus

Kritik von: Janis Dinter
Album-Cover von Amaranthes „The Nexus“ (2013).
„Power, Growling und vor allem: Pop!“
Interpret: Amaranthe
Titel: The Nexus
Erschienen: 2013
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Amaranthe ist – ohne sich damit zu weit aus dem Fenster zu lehnen – eine Band ohne Gleichen. Wie kaum eine andere Gruppe in der Metalfamilie haben es die Musiker aus Schweden und Dänemark in den letzten zwei Jahren geschafft, die Genregrenzen zu sprengen und ihre ganz eigene Interpretation von Musik zu veröffentlichen. Seitdem teilen sich die Meinungen bezüglich dessen, was die Truppe da so spielt: Ist es eine geniale Verbindung von Melodic-Death-Metal-Elementen und Dance, ist es überhaupt noch als Metal zu bezeichnen oder ist es ein ganz eigenes, vielleicht sogar neu erschaffenes Subgenre? So oder so, nach dem ersten Album regten sich sehr bald die erstaunten Blicke und aus der Band, die noch bis vor kurzem als Support bei Größen wie Kamelot und Hammerfall mittourten, ist jetzt selbst eine namenhafte Gruppe geworden.
Dass ihr zweites Studioalbum „Nexus“ nun also unter besonderer Beobachtung steht, erklärt sich daher natürlich weitestgehend von selbst. Doch bleibt mit Spannung zu betrachten, ob sie den Mix der Genreelemente wieder ebenso gekonnt einsetzen, wie bereits auf ihrer ersten Scheibe. Und während man noch die CD in den Player legt oder am Computer den Start-Button drückt, bekommt man sogleich die Antwort: Ja! Denn die Klänge von Afterlife sind wie von einem Bonustrack der ersten Scheibe gegriffen. Es ist derselbe kraftvolle Mix aus Melodic-Death (oder doch eher Metalcore?)-Elementen und Dance (oder Trance?)-Musik. Besonders auffällig auch dieses Mal: die Band verfügt über drei Sänger - eine weibliche Stimme, Growlvocals und eine klare männliche Powerstimme. Dadurch haben sie Möglichkeiten, die anderen Bands verschlossen bleiben. Je nach Mischung der Gesangslagen können die drei Sänger unterschiedliche Stimmungen erzeugen. Soll es ein ruhiger Part sein, so fällt die Wahl am ehesten auf Elize Ryd oder Jake E. Geht es richtig zur Sache, so ist Andy Solveström, der für die Screamvocals veantwortlich ist, in Verbindung mit einem der anderen gut geeignet.
Und so zieht es sich auch durch die kommenden Songs. Mal mit mehr Pop, mal mit mehr Metal. Invincible ist daher nicht ganz so kraftgeladen, wie der erste Song. Hier versucht Amaranthe auch gleich jene Fans mit ins Boot zu holen, die sich eher durch die von Ryd gesungenen Teile angesprochen fühlen. The Nexus – Titelsong des Albums und zugleich Singleauskopplung – wiederum liegt ziemlich genau in der Mitte zwischen den beiden beschriebenen Elementen. Besonders der Refrain weiß zu überzeugen: mit sehr majestätisch anmutenden Klängen überrascht die Band, zumal der Rest des Songs eher bodenständig ist. Für eine Single genau passend legen die Sechs Wert darauf keine der „Pole“ zu sehr in den Vordergrund zu rücken, um somit niemanden zu verschrecken, der sich viel von diesem neuen Anlauf versprochen hat. Nachdem Solveström nun einmal drei Minuten seine geschundenen Stimmbänder schonen konnte, kommt er im Song Theory of Everything wieder reichlich zum Einsatz. Doch bereits jetzt fällt auf, dass die Songs auf „Nexus“ noch einmal mehr auf Ryd zugeschnitten sind. Lundberg und Solveström kommen zwar definitiv mehr als nur eine Backgroundbegleitung zu, allerdings fällt der Anteil der gesungenen Songteile klar zu Gunsten von Sängerin Elize Ryd aus. Dies ist auch bei Stardust eindeutig erkennbar. Während die beiden männlichen Sänger sich die Strophen teilen, singt sie den Refrain. Für Metal-Fans der alten Schule könnte diese Ausrichtung auf Ryd (und damit auch auf die poppigeren Elemente ihrer Musik) ein Grund sein, sich Amaranthe zu verweigern. Doch besonders wenn man die Musik der Band ohne Genrebrille und Scheuklappen betrachtet, stellt man fest, dass ihr Ansatz sehr interessant und gelungen ist.
In der Folge bleiben Amaranthe ihrem Grundkonzept treu. Sie wechseln hin und her zwischen härteren (Transhuman) und softeren Songs (Burn with me) und wagen mit Electroheart sogar einen Ausreißer ganz tief ins Genre der Dancemusik, sodass man sich fragt ob da wohl Cascada die Finger mit im Spiel hatte. Wer nach dem ersten Album nicht von der Band überzeugt gewesen ist, wird es auch nun nicht sein. Dafür ist jedoch eins sicher: Amaranthe schaffen es eine Brücke zwischen den Genres zu errichten, was ohne Frage mehr als nötig gewesen ist. Vielleicht fühlen sich in Zukunft mehr Bands - egal ob von Seiten des Metal oder des Pops kommend - dazu angeregt ähnliches zu wagen und somit die Musikkultur um einen weiteren Beitrag reicher zu machen.
Score: 78% - Gut!
 
Score:
78% Gut.

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