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Corsair – Ghosts Of Proxima Centauri

Kritik von: Michael Voit
Album-Cover von Corsairs „Ghosts Of Proxima Centauri“ (2013).
„Wer sich in den Siebzigern festgekrallt hat, auf progressiven Rock steht und auf Biegen und Brechen nicht loslassen möchte, dem kann ich die Scheibe nur empfehlen.“
Interpret: Corsair
Titel: Ghosts Of Proxima Centauri
Erschienen: 2013
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Wahnsinn, noch nie hatte ich so stark das Gefühl, in der Vergangenheit festzustecken, wie bei diesem musikalischen Kurzwerk. Ist aber auch kein Wunder, den die Band Corsair, begann ihre Karriere als Black Sabbath-Tribute Band namens Mass Sabbath. So um 2008 wurde dann die Entscheidung gefällt, dass es genug des Tributierens sei und erste Gehversuche mit eigenem Material unternommen werden können. Das übrigens mit der 2010er EP "Alpha Centauri" erstmals auf Platte gebannt wurde. 2011 folgte der zweite Streich in Form des Mini-Albums "Ghosts Of Proxima Centauri", das 2013 nochmals aufgelegt wurde und nun hier zur Rezension vorliegt. Selbst einen Longplayer hat das Quartett schon rausgehauen, der 2012 das Licht der Welt erblickte und als Titel, den Namen der Band trägt. Die Scheibe, auf der der Vierer noch ein Zahn zugelegt hat, schlug mit seinem markanten Thin Lizzy-Sound, recht hohe Wellen. Und darum ist es auch nicht weiters erstaunlich, dass die "Korsaren" das vorangegangene Stück Musik nochmals auflegen, um den neugewonnen Fans das Komplettieren ein wenig zu erleichtern.
Nebenbei sei noch zu erwähnen, dass Corsair mit Marie Landragin, eine Frau im LineUp haben. Das kann ja bekanntlich nie schaden, wie wir schon seit Melissa auf der Maur, Sonic Youth's' Kim Gordon oder Ash's' Charlotte Hatherley wissen. Und deshalb darf sie auch bei eine Nummer ans Mikro, nämlich dem Pupillen erweiternden Psychedelic-Brocken "Orca", der streckenweise verdächtig nach King Crimson klingen will. Allerdings schaffen sie es so nicht, ihre Vergangenheit komplett abzuschütteln, und daher stellt sich ab Beginn des Re-Release - bei dem mächtigen Instrumentalstück "Wolfrider" und dem trabenden "Warrior Woman" - die Frage: "Woher kenn' ich das nur?!"
Diesbezüglich kann ich Euch gerne den ein oder anderen Tipp mit auf den Weg geben: Versucht es mal mit Wishbone Ash, Mountain, Uriah Heep oder eben Black Sabbath und Thin Lizzy. Und auch der Sound passt perfekt dazu, wie die sprichwörtliche Faust auf's Auge: Wenn mir der Vierer erzählen würde, ihre Neuauflage von "Ghosts of Proxima Centauri" wäre 35 Jahre früher erschienen, würde ich ihnen das auch problemlos abkaufen. Selbst die psychedelischen Klang-Elemente, die die Scheibe er so richtig attraktiv machen, inklusive. Teilweise wird aber auch gerockt, bis der Arzt kommt. Und somit schaffen es sogar etwas trashigere Töne in die Stücke. Wie auch bei manchen Soli, die eigentlich nach dem Flagschiff Iron Maiden klingen, so genial werden die synchronen Gitarrenparts heruntergegniedelt. Dennoch gibt es einen Wermutstropfen, und der liegt leider im Klang begraben, der für meinen Geschmack ein wenig zu grell geraten ist, aber nach den ersten paar Stücken vermutlich nicht mehr so auffallen wird. Detto beim Gesang: da könnte man bestimmt einige Kritikpunkt finden, wobei das aber sicherlich auch ein Mitgrund für den Retro-Charme ist, den das Mini-Album unweigerlich versprüht. "Eyes Of The Gods" schließt dann das Bewusstseins erweiternde Fenster wieder ab, aber nicht ohne vorher nochmal schnell in den verschrobenen Elementen zu baden.
Fazit: Illegale Rauchwaren bereithalten, es darf halluziniert werden! Wer sich in den Siebzigern festgekrallt hat, auf progressiven Rock steht und auf Biegen und Brechen nicht loslassen möchte, dem kann ich Corsairs beiden EP's, wie auch den dazugehörigen Longplayer, nur empfehlen. Das erste Kurzwerk wird vermutlich ein wenig Sucharbeit erfordern, aber das zweite erlebt durch diese Neuauflage schon einmal seinen zweiten Frühling. Und mit ein paar Stoßgebeten legt die Truppe, den Erstling "Alpha Centauri", vielleicht auch noch nach.
Anspieltipps: Wolfrider, Warrior Woman, Centaurion
Vergleichbares: Black Sabbath, Wishbone Ash, Thin Lizzy, Mountain, Uriah Heep, Taste

 
Score:
80% Gut.

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