Metal Trails Music Magazine | Metal Rock Punk Folk Pop and Alternative Music
Besuche uns auf Facebook! Besuche uns auf YouTube!

Cradle of Filth – The Manticore and Other Horrors

Kritik von: Adrian Erben
Album-Cover von Cradle of Filths „The Manticore and Other Horrors“ (2012).
„Polarisierendes Meisterstück.“
Interpret: Cradle of Filth
Titel: The Manticore and Other Horrors
Erschienen: 2012
[ Album bei Amazon.de kaufen ]
Kaum zu glauben, aber mit The Manticore and Other Horrors erscheint bereits der zehnte Output der britischen Extreme Metaller. Seit jeher sind Cradle of Filth eine Band, welche die Massen sehr stark zu polarisieren vermag. Vor allem in der Black Metal Szene werden sie aufgrund ihres kommerziellen Erfolges sehr kritisch beäugt. Der neue Longplayer passt hier gut ins Bild, denn anders als seine beiden Vorgänger ist er kein Konzeptalbum. Vielmehr besinnt sich die Gruppe auf ihre Wurzeln und setzt diesmal wieder vermehrt auf Melodien und Harmonien ebenso wie auf wilde, punkige Riffs. Lyrisch beschäftigt sich das Werk mit allerlei Horrorgeschichten, wie es sein Name ja schon andeutet. Es ist also von vornerein klar, dass dieser Stilwechsel wieder einmal zu vielen Diskussionen führen wird. Ob das Unterfangen von Erfolg gekrönt ist, lest ihr hier bei uns!
Als Opener wird dem Hörer mit The Unveiling of O. ein knapp zweiminütiges Instrumental geboten, das vor allem auf viele melodische Elemente setzt. Die Orgel und die Streicher harmonieren hervorragend. Insgesamt also ein gelungener Auftakt! Es folgt sogleich The Abhorrent: Der zweite Song der Platte ist äußerst brachial. Wilde Double-Bass Spuren werden hier mit Gitarren und Streichern verbunden. Allerdings gibt es dazwischen immer wieder kleinere melodische Intermezzi. Die Vocals fügen sich gut ein. Ein absolut vollkommenes Highlight auf The Manticore and Other Horrors.
Der Track For Vulgar Delectation lebt besonders von seinen aggressiven Gitarrenriffs, aber auch die Drums sind hier richtig gut gespielt. Die orchestrale Begleitung steht nicht so im Vordergrund wie auf den ersten beiden Titeln, was dadurch definitiv eine gelungene Abwechslung darstellt. Dem entgegen gesetzt fängt Illicitus an: Das sehr auf Melodien bedachte Intro erweckt zunächst den Eindruck, dass es sich hierbei um einen balladesken Song handelt. Diese Einschätzung erweist sich jedoch als falsch, denn schon kurz darauf durchbrechen die Gitarren mit Gewalt die Harmonien, allerdings gehen sie kurz darauf leider etwas unter. Lobenswert ist auf jedenfall der Klavierpart, der sich richtig gut einfügt. Auch dieser Titel gehört deshalb zu den Höhepunkten des Albums.
Es folgt mit Nummer fünf der Tracklist der Titel Manticore. Dieser Song beginnt mit einer kleineren Double-Bass Spur, bevor es dann so richtig losgeht. Das Tempo ist diesmal eher langsam. Die Gitarrenarbeit ist - abgesehen von dem zweistimmigen Part gegen Ende - nicht besonders einfallsreich, auch die Vocals bieten hier nichts neues. Leider wirkt das so, als hätten Cradle of Filth auf einmal den Fuß vom Gaspedal genommen. Das "Warum" bleibt unbeantwortet. Zu Beginn vom sogleich hinterher preschenden Frost on Her Pillow spricht Sänger Filth, während dieser gesprochene Text von einer Orgel untermalt wird. Dann steigen Drums und Gitarren ein, das Orchester hält sich hier jedoch eher zurück. Die Riffs sind sehr melodisch und wirklich ganz nett anzuhören, das Tempo ist wie im vorhergehenden Titel eher langsam. Der Unterschied ist, dass dies hier nicht schadet, das es von den schönen Melodien kompensiert wird. Hierzu wurde übrigens auch ein Musikvideo veröffentlicht.
Bei Huge Onyx Wings Behind Despair ist vor allem das elektronisch klingende Intro bemerkenswert, welches durch einen Synthesizer erzeugt wird. Die Streicher stehen diesmal wieder mehr im Vordergrund, zudem finden sich einige thrashige Gitarrenriffs, die super in Verbindung mit Double-Bass und Blast-Beats klingen. Der folgende Titel Pallid Reflection wird durch ein düster klingendes Gitarrenriff eingeleitet, dazu spricht Dani Filth abermals. Darauf brechen die Drums herein wie ein Gewitter, die Klampfen röhren zwar eher langsam, aber dennoch schön melodisch. Gegen Ende kommt ein kurzes Interlude des Orchesters. Leider gibt es kein Element, das den Titel zu etwas wirklich Einmaligem macht. Jeden Part hat man schon mal auf eine ähnliche Weise auf der LP gehört, deswegen gehört er eher zu den schwächeren Titeln. Und nun Titel número nueve: Siding with the Titans. Das Intro besteht aus virtuosen Drums und aggressiven Gitarrenriffs. Der Track steigert sich immer mehr in sich hinein, das Tempo ist wahnsinnig hoch. An den dramatischen Stellen hört man Streicher, auch ein orchestrales Intermezzo findet sich hier. Am Ende wird er nochmal sehr melodisch. Der Song ist sehr progressiv und vereinigt wirklich alles, was das gesamte Album auszeichnet und ist zusammen mit The Abhorrent der bei weitem Beste!
Bei Succumb to This werden Aggressivität und Melodie sehr gut kombiniert. Bemerkenswert sind vor allem der chorale Gesangspart und das Piano/Orgel-Outro. Ein eigentlich sehr gelungenes Lied, welches aber nicht so stark wirkt, da es doch merklich im Schatten des grandiosen vorhergehenden Songs steht. Mit Sinfonia endet nun das elf Titel umfassende Album so, wie es begann: mit einem in sich stimmigen Instrumental. Die erste Hälfte besteht aus einem schönen Piano Part, bis dann eine Glocke mehrfach schlägt - das erinnert sehr stark an den Urmetall-Song Black Sabbath -, bevor dann die Aufmerksamkeit wider den Streichern gilt.
Musikalisch haben Cradle of Filth ein wunderbar düsteres Werk geschaffen, die lyrischen Themen mit Monstern fügen sich hier perfekt ein. Das Zusammenspiel von Orchester und bissigen Punk-Riffs funktioniert - wie gehabt - super, auch die Vocal-Performance passt gut in das Gesamtbild. Besonders erwähnenswert sind die hin- und wieder verwendeten "female Vocals", welche das alles phasenweise richtig geisterhaft und unheimlich erscheinen lassen. Auch die Produktion ist aus technischer Sicht sehr gelungen. Es gibt - abgesehen von dem Albumcover - nicht wirklich viel zu bemängeln.

Fazit:

The Manticore and Other Horrors ist ein wirklich sehr gelungenes Jubiläumsalbum geworden und nach den eher enttäuschenden letzten beiden Rundlingen ist die Anspruchstendenz somit klar steigend. Deshalb kann man sagen, dass es die richtige Idee war, einen anderen Weg einzuschlagen und den Großteil der Fans sollte dies wirklich zufrieden stellen können. Der Band ist es zwar gelungen, ihre Vormachtstellung in diesem Genre souverän zu verteidigen, dennoch reicht auch dieses Album nicht an Klassiker wie Dusk ... And Her Embrace heran. Das soll aber die Leistung der Band nicht schmälern, denn hierbei handelt es sich auch wirklich um Ausnahmewerke! So gibt es verdientermaßen 83 von 100 Punkten.
 
Score:
83% Hervorragend!

Kommentare von Besuchern

Eigenen Kommentar schreiben:

Dein Name:
Deine E-Mail-Adresse: (optional, nicht sichtbar)
Deine Nachricht:
Sicherheitscode:
(wie angezeigt angeben)
Captcha
oder:
Fertig? Dann:

Nicht genug?

Diese Magazininhalte könnten dich ebenfalls interessieren!
Kategorie:
Interviews
Bilder
Reviews
Login Copyright © Metal Trails