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Defeater – Letters Home

Kritik von: Adrian Erben
Album-Cover von Defeaters „Letters Home“ (2013).
„Ein massives Statement der Band!“
Interpret: Defeater
Titel: Letters Home
Erschienen: 2013
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Vier Jahre sind vergangen, seit die aus Massachusetts stammende Hardcore-Kombo mit Erstlingswerk Travels für Aufsehen sorgten: Die Band stach bereits in ihrer Frühphase aus der großen, grauen Masse an Hardcore-Truppen hervor, für ihre beiden bisherigen Alben hagelte es hervorragende Kritiken. Warum? Zunächst einmal verwenden die Jungs viele verschiedene Songstrukturen und scheuen nicht davor Risiken einzugehen.
Viele stilistische Kernschmelzen in ihren Songs sprechen eine deutliche Sprache! Zudem unterscheiden sie sich vor allem lyrisch von ihren Genre-Kollegen. Defeater versuchen nicht zwanghaft hart zu wirken, vielmehr erzählen ihre Lieder kleine Geschichten. Die Alben folgen immer einem bestimmten Konzept! Einige werden jetzt den Einwand erheben, dass das kein Hardcore mehr ist. All denen empfehle ich mal in das neue Opus Letters Home reinzuhören, welches am 19. Juli 2013 erscheinen wird. Auch wir haben uns das nicht nehmen lassen und mal einen kleinen Überblick erstellt!
Tracklisting:
1. Bastards
2. No Shame
3. Hopeless Again
4. Blood in my Eyes
5. No Relief
6. No Faith
7. Dead Set
8. No Saviour
9. Rabbit Foot
10. Bled Out
Bastards ist ein knapp dreiminütiger Hardcore-Song, der durch die Verschmelzung von Härte und Melodien besticht. Das er kein Standard-Titel ist beweist auch die Tatsache, dass er keinen Breakdown besitzt. Der Gesang ist sehr ausdrucksstark und ähnelt dem der Genre-Kollegen von den Architects. Mit No Shame setzen Defeater auf stark verringertes Tempo und den daraus resultierenden Groove. Interessant sind hier die unkonventionellen Strukturen, die sich vor allem in den Vocal-Interludes äußern. Dieser Track läft durchaus zum Headbangen ein! Die nächste Nummer Hopeless Again beginnt mit einem Drum-Intro erster Güte. Dennoch handelt es sich auch hier nicht um eine Reinform von Hardcore, vielmehr schimmern hier und da Punk-Einflüsse durch. Die Band macht hier einige stilistische Experimente, angefangen von der melancholischen Stimmung bis hin zu offen gespielten Akkorden und einer groovigen Note. Auch im nachfolgenden Song Blood in my Eyes haben die Drums eine gehobene Stellung. Ihr offensives Spiel prägt das Lied und gibt ihm einen ganz eigenen Touch. Die melodische Gitarrenspur hat hier – wenn überhaupt – allenfalls eine Nebenrolle. Mit No Relief geht es schon fast anarchisch weiter, der Punk schimmert an allen Ecken durch. Dieser Track ist wirklich sehr wild und dreckig und es macht großen Spaß ihm zu lauschen.
No Faith zieht das Tempo stark an: Die schnellen, rhythmisch orientierten Riffs schaffen einen schönen, rockigen Song, an dem es absolut nichts zu bemängeln gibt. Im Kontrast dazu steht das sehr langsame Dead Set, welches sich durch seine Melodien auszeichnet. Die offenen Chords bieten eine willkommene Abwechslung zu den anderen eher kraftvollen Songs. Dieses Konzept wird auch mit No Saviour weitergesponnen: Auf das akustische Intro folgen eingängige und ohrenfreundliche Riffs, das Resultat ist ein sehr zünftiger Rocksong. Rabbit Foot geht noch einen Schritt weiter in fast schon progressive Gefilde: Nach dem kleinen Piano-Part wechseln melodische und harte Stellen – auf jeden Fall die komplexeste Nummer der Scheibe! Der letzte Track Bled Out ist zugleich der längste der LP. Knapp sechs Minuten langsame, melodische und eingängige Riffs werden dem Hörer geboten. Ein wirklich gelungenes Ende für ein hervorragendes Album!
Das Albumcover zeigt schwarz-weiß Bilder, alte Briefe und einige andere Retro-Objekte aus der Nachkriegszeit. Das ist sehr stilvoll und natürlich perfekt mit dem Konzept abgestimmt! Diesmal haben sich Defeater mit der Geschichte einer amerikanischen Familie aus der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg beschäftigt. Ungewöhnlich für einen Hardcore-Act, aber absolut hörenswert. Für alle, die der Genre-Einheitsbrei nicht mehr reizt, ist Letters Home eine absolute Empfehlung.
Fazit: Auch das dritte Album von Defeater ist ein massives Statement der Band, mit welchem die US-Amerikaner möglicherweise sogar an der Spitze des Genres kratzen werden. Es wird auf jeden Fall spannend sein, die weitere Entwicklung der Truppe zu verfolgen. 87 von 100 Punkten!
 
Score:
87% Hervorragend!

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