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Dirt – Rock 'n' Roll Accident

Kritik von: Michael Voit
Album-Cover von Dirts „Rock 'n' Roll Accident “ (2012).
„Auf dem besten Weg zum großen Wurf.“
Interpret: Dirt
Titel: Rock 'n' Roll Accident
Erschienen: 2012
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DIRT - Rock 'n' Roll Accident (2012)
Das mittlerweile zweite Album der Schwäbisch Haller-Metal-Combo Dirt steht seit wenigen Tagen in den Läden und ist, wie der Titel fälschlicherweise vermuten lässt, alles andere als ein Rock 'n' Roll-Unfall. Die Band um Sänger und Gründer Sven Zaklikowski sowie den Gitarristen Thiemo Hille legt schon beim ersten Track "Seven Days" die Latte sehr hoch, die sie aber locker im Verlauf des Albums überspringen, denn hier bleibt tatsächlich kein Stein auf dem anderen! Erst beim Titeltrack wird der Fuss das erste Mal vom Gas genommen und die Jungs überraschen mit einem superb arrangierten Downtempo-Rocker, der nie und nimmer eine Ballade ist, auch wenn die Begriffserklärung im deutschen Duden das durchaus vermuten lassen würde. Die kommt dann erst gegen Ende mit „One Step away“.
Musikalisch machen Dirt auf „Rock 'n' Roll Accident“ alles richtig: Wie schon beim Vorgänger „Suicide Blues“ von 2009, der komplett in Eigenregie von Zaklikowski und Hille eingspielt wurde, zeichnen die Band die groovig hingerotzten Gitarrenparts, die noch einen Tick wuchtiger ausgefallen sind, der treibende Bass, gut platzierte Drums und die markante Rockröhre von Zaklikowski, der einen immer wieder an Phil Anselmo erinnern lässt, aus. Durchzogen ist dieses Rock 'n' Roll-Gewitter von markanten Melodien, Klavierpassagen und gelegentlichen Einlagen eines Banjos.
Der Sound ist schwer zu schubladisieren, ein nicht unkluger Schachzug der Band, aber würde sich wohl am ehesten als eine Art 'Dark Groovy Southern Blues Rock' beschreiben. Dirt haben natürlich das Rad auch nicht neu erfunden, aber sie haben zumindest einen neuen Satz Reifen aufgezogen. Es ist äußerst abwechslungsreich arrangiert und hält den Hörer über weite Strecken des Albums, mit unüberhörbaren „Zitaten“ von Bands wie Down, Pantera, The Almighty, Black Stone Cherry, Zakk Wylde, aber auch ZZ Top, Alice in Chains und immer wieder Dimebag Darell, bei Laune! Ein kunterbuntes Werk an Reminiszenzen. Das Artwork vermag auch zu gefallen und unterstreicht mit dem coolen Logo die Message der Band: Good ole' Rock 'n' Roll; Hauptsache dreckig!
Titel wie „Dirty“, „Face down“ und „Crush“ verleihen dem noch den nötigen Nachdruck. Versehen ist das ganze mit knackigen Gitarrensolos, die einem das ganze Album durch, um die Ohren gehauen werden. Und mit einem Donnerschlag ist dann alles vorbei! Gleich nochmal…
Die tatsächliche Größe des Albums erschließt sich einem erst nach mehrmaligem Durchlauf, und das ist keine Kritik, sonder ein Qualitätskriterium. Als einzigen Kritikpunkt könnte man die etwas sterile Produktion im Vergleich zum Vorgänger sehen, aber das wäre bei diesem wirklich grandiosen Werk doch eher vermessen, und ist auch nicht weiter tragisch.
Fazit: Exzellentes Album der Schwäbisch Haller Mannen, dem man die Herkunft der Band nicht eine Minute anhört. Wer also mal wieder so richtig, mit der Luftgitarre im Anschlag, abrocken möchte, dem sei dieses Werk ans Herz gelegt. "Rock 'n' Roll Accident" macht unheimlich Laune; auch hinterm Steuer.
Der ganz große Wurf ist Dirt damit allerdings noch nicht gelungen, dafür ist der Sound noch zu wenig eigenständig, aber man hört deutlich, dass sie sich auf dem besten Weg dorthin befinden. Verdiente 76 Prozent, und für das stimmige Cover gibts nochmal 5 extra, denn das rundet das Gesamtpaket optimal ab. Anspieltipps: Dirty, Rock 'n' Roll Accident, Fast Lane, Face down, Nice to see you
 
Score:
81% Hervorragend!

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