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Dying For Some Action – Die Harder!

Kritik von: Michael Voit
Album-Cover von Dying For Some Actions „Die Harder!“ (2011).
„You want some Action? You're ready to die for it? Here you get it!“
Interpret: Dying For Some Action
Titel: Die Harder!
Erschienen: 2011
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Dass man den Schweden in Puncto Rock 'n' Roll nichts vormachen kann, wissen wir spätestens seit Bands wie The Hellacopters, Turbonegro, Gluecifer, Backyard Babies, Thunder Express, Diamond Dogs oder The Hives. Beim Hören soeben genannter Acts, drängt sich einem sogar der Verdacht auf, dass er dort seinen Ursprung hatte und ihn Chuck Berry, von einem Kurzurlaub in Schweden, in die USA importierte. Es gibt jedoch noch weitaus mehr schwedische Gruppierungen, nur halten die sich vom Bekanntheitsgrad doch eher bedeckt. Was nicht heißen soll, dass diese qualitativ schlechter sind als die vorhin erwähnten. Aber in einem Land in dem alles so hochgradig rockt und rollt, wird es halt schwer, alle herauszufiltern. Jedoch eine Truppe hat es sich verdient, aus dem Untergrund geholt zu werden, nämlich die 2010 gegründeten Rüpel-Rocker von Dying For Some Action.
Die herausragende EP mit dem mehr als passenden Titel "Die Harder!" ist das derzeitige Ergebnis, des etwas ungleichen Quintetts, das mit zwei Frauen in der Band, den Konzertbesuchern auch optisch ein wenig Abwechslung - in der sonst doch eher üblichen Männerdomäne - zu bieten hat. Auch wenn die dreckige Mucke der Band, eigentlich nicht auf Frauen im Kollektiv schließen lässt, lehren sie live allen Zweiflern das Fürchten. Und um so mehr Spaß macht es, mit diesem Wissen an das Kurzwerk heranzugehen, denn sofort ist das nämlich nicht klar: In bester Hellacopters-Manier - Ära "Supershitty to the Max!" bis "Payin' The Dues" - wird knapp über der Krawall-Grenze schwer gerockt, dass sich die Balken biegen. Wer die Möglichkeit hat, einem der absolut destruktiven, wie zwingend sehenswerten Gigs der Meute beizuwohnen, dem würde ich dringend anraten, die Gelegenheit beim Schopfe zu packen, denn etwas Vergleichbares fand man maximal noch in den Anfängen der Backyard Babies oder der Hellacopters, noch bevor sie sich mit dem Album "High Visibility" selbst zähmten.
Titel wie "Adrenline Junkie", "Blow" oder "Beast Within" lassen schon ein wenig um das "Anliegen" von Dying For Some Action erahnen. Und der Erfolg gibt ihnen recht, so führte sie eine Europa-Tour schon für Auftritte nach Schweden, Dänemark, Polen, der Slowakei, Portugal, Deutschland, Österreich, Kroatien, Ungarn und der Tschechischen Republik. Nach vier selbstgebrauten Nummern, werden die Stooges dann noch - mit "Search & Destroy" - heraufbeschworen. Gnadenlose 17 Minuten sind selbst für diese fünf Kracher von "Die Harder!" eindeutig zu wenig. So darf man gespannt auf die kommende EP warten - die sich angeblich seit Mitte 2012 in der Mache befindet - nachdem die Hellacopters überraschenderweise 2008 das Handtuch warfen und Nicke Andersson alleine mit Imperial State Electric weitermachte, die aber lange nicht an die Größe der Hellacopters heranreichen. Und Dying For Some Action haben da für mich tatsächlich eine reelle Chance, der legitime Nachfolger zu werden, wenn sie sich nur ordentlich reinknien. Die richtige Attitude ist schon mal vorhanden: Good ole' dirty Rock 'n' Roll 'til Death!
Fazit: You want some Action? You're ready to die for it? Here you get it! Wo "Schweden" draufsteht, ist auch "Schweden" drinnen. Und so verwundert es nicht, dass selbst der jüngste Export aus dem Land der rockenden Elche, weiß, wie er sein muss, der echte Rock 'n' Roll: Energisch, dreckig aber immer ehrlich. Beim Hören hat man direkt das Gefühl, dass der Dreck aus den Boxen fliegt, so trocken und staubig zelebrieren die Fünf den Shitty Rock 'n' Roll auf "Die Harder!". Für alle Schweden-Rock-Fans sowieso Pflicht. Für alle anderen eigentlich auch, nur um festzustellen, dass der Rock 'n' Roll eine Lebenseinstellung ist. Ein paar Prozent Abzug gibt es trotzdem, nämlich für "Search & Destroy" - dass mittlerweile schon jede Schul-Band covert und durchaus Raum für einen weiteren, eigenen Song gelassen hätte - und natürlich die Kürze der EP. Bitte mehr davon!
Anspieltipps: Adrenaline Junkie, Blow, Can't Help Myself
 
Score:
84% Hervorragend!

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