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Engel – Blood Of Saints

Kritik von: Arne Luaith
Album-Cover von Engels „Blood Of Saints“ (2012).
„In den Fußstapfen von In Flames? Engelin lässt’s krachen!“
Interpret: Engel
Titel: Blood Of Saints
Erschienen: 2012
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Nachdem sie mit „Threnody“ bereits 2010 ein recht starkes Zweitwerk auf den Markt geworfen hatten, schicken die schwedischen Schwermetaller rund um In Flames-Gitarristen Niclas Engelin nun mit Blood Of Saints den bereits dritten Silberlingen auf den Weg. Nun sind die dritten Alben vieler Bands oft eine heikle Angelegenheit. Schaffen sie es, ihren eigenen Stil zu finden und zu etablieren? Oder oszillieren sie wie ein Federpendel einem Trend nach dem anderen hinterher, ohne sich jemals wirklich zu entscheiden, welchen Weg sie mit ihrer Musik gehen wollen?
Tatsächlich ist der Band der experimentelle Charakter ihrer Musik nach wie vor recht deutlich anzuhören. Breit ist der Reigen der Genres, aus denen sich Engelin häppchenweise bedient, um den dann doch wieder ganz eigenen Engel-Sound zusammen zu kochen. Es gelingt ihm souverän, den Feintrieb der Melodeath-Schraube auf die Industrial-Elemente einzustimmen, ohne sich in thrashiger Nacktheit oder pompösem Bombast zu verlieren. Die Keyboard-Teppiche wirken wohldosiert und stimmungstragend, die hammerharten Riffs brettern in ausgefeilten Harmonien Die Tonleitern rauf und runter und die Drums treiben die Songs in souveräner Manier vorwärts. Nach wie vor tragendes Element ist jedoch wie schon auf den Vorgängeralben die einzigartige Stimme von Sänger Klavborn, der mit grotesken Screams und cleanen Gesangspassagen jongliert, als hätte er seit der Wiege nichts anderes getan.
Dabei biedert sich die Band einerseits an das klassische 08/15-Rezept der Göteborger Schule an – harte, gruntige Strophe gegen hochmelodischen Clean-Chorus –, flechtet aber an allen Ecken und Kanten kleine Stilbrüche ein, die dem Ganzen zusammen mit den Industrial-Anleihen eine leicht progressive Note verleihen. Dennoch schaffen sie es nicht, die Vielseitigkeit eines „Threnody“ zu halten. Viele Lieder klingen recht ähnlich und trotz kleiner Ausbesserungen und Bereicherungen hier und dort bleibt das Göteborger Modell doch irgendwie ein wenig ausgelutscht. Es bleibt die Vermutung bestehen, dass es in erster Linie die unglaublich individuelle Gesangsstimme ist, die Engel von den klassischen Genredinosauriern hervorhebt und dieses Album maßgeblich trägt. Denn Abwechslung ist wahrlich keine Stärke des Albums, wie leider sehr oft in diesen Genre-Gefilden. Die Songs langweilen zwar nicht, setzen aber auch keine Meilensteine.
Fazit: Wer an hochmelodischem Metal seine Freude hat und sich weder vor poppigen Hooklines noch bitterbösen Screams fürchtet, wem In Flames zu langweilig sind und wer Scar Symmetry Stagnation diagnostiziert, dem sei Engels Drittwerk „Blood Of Saints“ wärmstens ans Herz gelegt! Ein grundsolides Industrial Melodeath-Album, das gleichwohl altbekannte Rezepte aufkocht und dennoch Mut zur Eigenwilligkeit mit sich bringt. Anspieltip: Question Your Place.
 
Score:
72% Gut.

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