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Excuse Me Moses – III

Kritik von: Michael Voit
Album-Cover von Excuse Me Moses’ „III“ (2013).
„Austria's next big thing!“
Interpret: Excuse Me Moses
Titel: III
Erschienen: 2013
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Österreich etabliert sich langsam aber sicher zu einer Rock-Nation aller erster Güte. Neben Marrok, The Sorrow und My Excellence, macht sich jetzt das Wiener Quartett Excuse Me Moses auf, um die Welt zu erobern. Die Band wurde 2000 unter dem Namen Funkalicious gegründet, aber wegen zu wenig Interesse - seitens des Publikums - am Funk, orientierten sie sich 2005 um und knallten künftig als Excuse Me Moses, ihren teils wuchtigen Rock, ins Publikum. Ein Support-Auftrag für Bon Jovi bzw. Nickelback und eine Amadeus-Nomierung bestätigte ihnen, dass sie diesmal auf dem richtigen Weg waren. Ihr erste Single "Summer Sun" schaffte es prompt in die Charts, genau wie die Doppelsingle "Butterfly Tree/Vital Signs", welche sogar bis Platz 20 nach oben kroch. Seither sind zwei Studio-Alben erschienen, nämlich "1st Last Will" und "Pole Shift", die es auf Platz 13 bzw. 23 in der Hitparade schafften. Was unbedingt noch zu erwähnen ist: Ihnen wurde sogar schon die große Ehre zu Teil, in der Falco-Verfilmung "Falco - Verdammt wir leben noch!", die österreichischen Exzess-Rocker Drahdiwaberl zu spielen. Nach vier Jahren des Tüftelns und Schreibens, sind sie nun mit dem schlicht "III" betitelten Nachfolger zurück. Ob und welche Neuerungen es gibt, und ob den Jungs nun endlich der große Wurf gelungen ist, erfahrt im folgenden Review!
Diesmal werden keine Gefangenen gemacht, soviel kann ich schon nach 15 Sekunden erahnen. Das Album klingt ab Titel Nummer eins, dem euphorischen "Lost In You", höchst professionell produziert und so wird nichts dem Zufall überlassen. Der Opener führt den Zuhörer mit einem Knall ins "Moses-Universe" ein: Die Vier spielen teilweise einen knallharten Rock, der so einigen Hörern Erstaunen ins Gesicht zaubern wird. GUN Ära "Swagger" ist hier wohl der treffendste Vergleich, die seinerzeit mit dem Cameo-Cover "Word up" weltweit die Charts unsicher machten. Auch erinnert Sänger Michael Paukner streckenweise stark an ihren Frontmann Mark Rankin. Allerdings geben Excuse Me Moses schon um einiges mehr Gas, dass sie in kurzen Momenten sogar den Metalcore-Bereich streifen. Mit einem ausgeklügelten Songwriting, fetten Riffs oder intelligentem Einsatz von Hooks und Stilwechseln, halten sie die Qualität über lange Strecken des aktuellen Longplayers aufrecht. Außerdem überraschen sie mit einer Eigenständigkeit, die den besagten Schritt, hinaus in die große weite Welt, ein Leichtes werden lässt. Zum Teil nageln sie mit Überschallgeschwindigkeit durch einzelne Songs, dass man im ersten Augenblick nur verwundert den Titel an einem vorbeirauschen hört. Aber in der zweiten Runde sollte man dann gefasster sein, um gleich zu Beginn mit aufspringen zu können. Speziell bei "Till the End" brennen mir sämtliche Sicherungen durch! Der Titel ist wohl das Bravourstück unter all den Highlights, das selbst im Langzeittest - nach dem zehnten Durchlauf - nichts von seiner Energie einbüßt. Irre, wie viel Power in dem Song steckt, der sich mittlerweile in meinen Gehirnwindungen fest eingebrannt hat. Dieser perfekte Mix aus Bombast-Rock, verzückenden Melodien und Metal-Gewitter, ist es, der fesselt und nicht mehr loslässt.
Das Ziel sind und bleiben in jedem der 13 Nummern sowieso die Melodien, denen sie ständig hinterherjagen, bis jede einzelne eingefangen ist. Nur "Wrong" plätschert relativ emotionslos dahin. Es fällt zwar nicht unangenehm auf, aber qualitativ fällt es dann doch ein wenig hinter die anderen Stücke zurück. Und auch gegen Album-Ende sind kaum Ermüdungserscheinung in Sicht: "Break me down" brettert in allerbester Slave To The System-Manier dahin. Über die Endfrage "What if it's happening" würde ich mir auf jeden Fall mal schon den Kopf zerbrechen. Es wird mit Sicherheit etwas passieren, denn unbeachtet kann diese superbe Scheibe nicht bleiben. Auch brauchen sich vor keinem Vergleich zu verstecken, dem aktuellen Werk hört man zu keiner Sekunde seine Herkunft an, und könnte ebenso aus den Staaten kommen, sofern das jemandem wichtig ist. Produziert hat das Ganze übrigens Oliver Pinelli, der schon mit Bands wie In Extremo, Unheilig oder Ben Becker arbeitete. Auch das Artwork stimmt: Das Cover ist perfekt zur Musik entworfen, denn mit seinen Ecken und Kanten, und geraden Strukturen, spiegelt es schön den mitgelieferten Rock wieder. Das Quartett ist ebenfalls ein Live-Tipp, nachdem ich die Jungs schon einmal auf der Bühne sah und von ihrer Live-Wucht überzeugt wurde. Mit den neuen Melodien im Gepäck, wird das mit Sicherheit ein Fest für alle Alternative-Fans. Da wird auch ein Interview-Termin unumgänglich, den ich mir für die nächste sich bietende Gelegenheit sichern werde.
Fazit: "Austria's next big thing!": Excuse Me Moses brauchen sich für "III" wirklich nicht zu entschuldigen. Das Album ist ein Versatzstück an alternativer Rock-Musik. Das Bemerkenswerte daran ist, dass es niemals langweilig wird, durchhängt oder den Hörer mit Füllerstücken überstrapaziert, nur um den Longplayer voll zu bekommen. Diesmal wurde eindeutig der Schwerpunkt Richtung Ohrwurm und Massentauglichkeit gelegt. Wer GUN schon immer gerne mochte, wird mit "III" den legitimen und zeitgemäßen Nachfolger von "Swagger" vorfinden. Das Verhältnis Arschtritt zu Ohrwürmern ist perfekt abgestimmt, und so wird sie niemand aufhalten können, wie sie es in "Don't try just do it" zu Beginn schon prophezeien. Jede Nummer hat ihr Anrecht auf seinen Platz zu beharren - außer eventuell das vorhin erwähnte "Wrong", dass leider nicht ganz den Kick-Ass-Faktor hat, wie die restlichen Stücke.
Was ich mir eventuell noch wünschen würde, wäre ein höherer Anteil an Gitarrensoli, denn sind wir uns ehrlich, sie sind es, die uns seit jeher zu den Rock- und Gitarrengöttern aufschauen lassen, und jedem Song eine extra Portion Würze verleihen. Nichtsdestotrotz nutzen sich die Songs von "III" kaum ab und können so reinsten Gewissens weiterempfohlen werden.
Anspieltipps: Lost in you, Don't try just do it, Last Breath, Till the End, Your Time is over, Break me down

 
Score:
90% Hervorragend!

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