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Hell Or Highwater – Begin Again

Kritik von: Michael Voit
Album-Cover von Hell Or Highwaters „Begin Again“ (2013).
„Ein berauschend melodiöses Werk.“
Interpret: Hell Or Highwater
Titel: Begin Again
Erschienen: 2013
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Seit der Metalcore in aller Munde ist, gibt es natürlich viele Nachahmer und Trittbrettfahrer, dabei geraten Mitbegründer dieses Genres auch schon mal in Vergessenheit, wie zum Beispiel das Quintett Atreyu, das seit 1998 die Szene ordentlich aufmischt. Für Sympathisanten der kalifornischen Metalcore-Kombo wird es jetzt richtig interessant, denn Schlagzeuger und Sänger Brandon Saller hat mit Hell Or Highwater (gegründet als The Black Cloud Collective, Anm. d. R.) ein veritables Nebenprojekt ins Leben gerufen, das seinem großen "Bruder" - mit dem in den USA schon 2011 veröffentlichte Meisterwerk "Begin Again" - in nichts nachsteht und noch ein wenig mehr seinen Hang zu Melodien auslebt.
Dabei verzichten die Fünf komplett auf das sonst so übliche Gewüte und somit wurden alle Vocals clean angelegt. Auf sage und schreibe vierzehn Titeln werden die Gitarren geschrubbt, die Felle massiert und der Bass gewürgt, dass einem glatt die Spucke wegbleibt. Darüber trällert Saller einen, mit Widerhaken versehenen Chorus, nach dem anderen, dass es zunächst schwer ist, auch nur einen Titel unter den vielen Highlights zu speichern. Beim zweiten Anlauf kristallisieren sich dann tatsächlich erste Hochkaräter heraus, wie der heißblütige Opener "Gimme Love", das unbändige "Hail Mary!" oder das stark an Chris Cornell erinnernde "Tragedy", die aus dem hervorragenden Œuvre trotzdem noch herauszustechen vermögen. Dabei wartet die Anfang 2013 erschienen Re-Issue mit 3 Bonus Tracks auf und erlebt somit in unseren Breiten seinen zweiten Frühling, und ist endlich importfrei zu bekommen. Neben zwei unveröffentlichten Stücken, namens "The Boxer" und "Pretty Penny", steht noch ein Dubstep-Remix von "Tragedy" auf dem Programm, dass man sich aber getrost hätte schenken können.
Es muss nicht immer Dubstep sein, schon gar nicht beim Rock. Weniger ist meistens halt doch mehr. "The Boxer" reiht sich nahtlos in die Tracklist der Scheibe ein, aber "Pretty Penny" sträubt sich dann doch sehr beharrlich dagegen. Dürfte sich wohl um ein übrig gebliebenes Demo handeln. Aber abgesehen von den beiden "Querulanten", flutscht das Album vom Anfang bis zum Ende, dass vermutlich viele Bands reumütig den Schwanz einziehen werden. Und spätestens bei dem treibenden "Find The Time To Breath" wird auch der Letzte die Größe des kalifornischen Fünfers erkannt haben. Das gemütlich dahin schunkelnde "Rocky Waters Edge" nimmt erstmals den Fuß ein wenig vom Gaspedal um sich noch tiefer in den Melodien zu vergraben. Grundsätzlich könnte es sich auch um eine Ballade handeln, dennoch wirkt sie zu keiner Minute aufgesetzt oder gar peinlich. Für "Go Alone" konnte man sogar einen Gast-Star zur Mitwirkung überreden und zwar niemand geringer als M. Shadows, der bekanntlich bei Avenged Sevenfold am Mikro steht und Brandon Saller während des Chorus' tatkräftig unterstützt. Dennoch bleibt das Stück eines der Schwächeren auf dem Longplayer. "When The Morning Comes" birgt ein interessantes Konzept in sich, bei dem der Hörer während des Intros auf die falsche Fährte gelockt wird, um ihn kurze Zeit später mit knüppeldicken Riffs zu überrumpeln. Angereichert mit catchy Hooks fallen tatsächlich Parallelen zu den Foo Fighters auf.
Offizieller Video-Link zu "Gimme Love":
Nach wie vor sind kaum Schwächen beim Songwriting oder der Interpretation festzustellen; auch nicht bei "Crash & Burn", das mit seinen unüberwindbaren Riffs wieder ordentlich abrockt. "Come Alive" ist ein weiterer "Wolf im Schafspelz", der sich zu Beginn als Ballade ausgibt und bei dem nach knapp einer Minute dann der Schlag ins Gesicht folgt. Dabei verausgabt sich das Kollektiv nochmal bis zur Belastungsgrenze. Selbst das Gitarrensolo lässt nicht locker und treibt die Nummer zu einem neuerlichen Rundumschlag weiter. Mit dem Stadion-Rocker "We All Wanna Go Home" endet dann das eigentliche Album, wobei vom "Nach Hause gehen wollen" keine Rede sein kann. Da muss ein dritter Durchgang her, um die Stücke zu festigen und sich auf die Jagd nach weiteren Highlights zu machen.
Fazit: Berauschend melodiöses Werk des umtriebigen Nebenprojekts "Hell Or Highwater" von Brandon Saller, das im Mittelteil sogar ein wenig Gefühle erblühen lässt und seine Gangart erst gegen Ende nochmal ordentlich anzieht. Angereichert mit drei Bonus-Tracks steht das 2011er Album "Begin Again" nun auch hierzulande in den Läden. Ob die Bonus-Songs nötig sind, ist natürlich Geschmackssache. Ich persönlich bräuchte sie nicht, denn das Album ist auch ohne ein echter Killer. Für alle die sich gerne mit Metal, Alternative, Rock und den dabei aufkommenden Melodien umgeben, gibt es kein Entkommen.
Anspieltipps: Gimme Love, Hail Mary!, Tragedy, Find The Time To Breath, When The Morning Comes
Vergleichbares: Breaking Benjamin, Three Days Grace, Heaven's Basement, Tainted Nation, I Am Giant, Chris Cornell

 
Score:
86% Hervorragend!

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