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I Am Giant – I Am Giant EP

Kritik von: Michael Voit
Album-Cover von I Am Giants „I Am Giant EP“ (2012).
„Pop-Rock ohne Berührungsängste!“
Interpret: I Am Giant
Titel: I Am Giant EP
Erschienen: 2012
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Manchmal schaffen es Alben aus den entlegensten Winkeln zu uns in die Redaktion. So auch der folgende Geheimtipp: Die Neuseeländer I Am Giant sind - neben Powderfinger und The Datsuns - "Down Unders best kept Secret"! Doch das wollen die Vier jetzt schleunigst ändern und starten mit der vorliegenden EP - quasi als Vorbote zum Album "The Horrifying Truth", das zu Hause schon ganze vier mal Gold-Status erreicht hat - in Europa voll durch. Vielleicht können sie sogar an den Erfolg von daheim anknüpfen, denn dort ist es ihnen als erste Band gelungen, sowohl mit der EP als auch mit dem Longplayer auf Nummer 1 in die Charts einzusteigen. Das muss ihnen erst mal einer nachmachen. Ob der Hype gerechtfertigt ist oder nicht, lest Ihr im folgenden Review!
I Am Giant fackeln nicht lange herum, und starten ihre EP gleich mit dem spacigen Hochleistungs-Popper "Neon Sunrise". Der Sound ist aufpuschend und verbreitet sofort gute Laune. Ich möchte sogar so weit gehen und behaupten: Ein erfrischenderer Sound ist mir seit längerer Zeit nicht mehr untergekommen. Fette Gitarren werden von süchtig machenden Melodien umgarnt und dabei mit zahlreichen Stop and Go-Passagen knackig gewürzt. Total unverbraucht und voller Tatendrang rockt der Vierer darauf los, als würden sie das Genre "Pop-Rock" soeben erfinden. Ein Ohrwurm folgt dem nächsten. Wenn jetzt Sommer wäre, würde ich tunlichst empfehlen, die Kopfhörer aufs Haupt zu spannen, I Am Giant voll aufdrehen und ab in die Sonne! "City Limits", der Folgetrack und eindeutiger Höhepunkt des Kurzwerkes, übernimmt dann den Rest. Laid-Back-Feeling gepaart mit wuchtigen Gitarrenattacken, die einen, verdammt nochmal, an Rage against The Machine erinnern, aber nicht lange genug, um abzufärben. Ganz groß! "Blood Money" setzt diese Tradition fort und gerät dabei noch einen Tick wuchtiger! Macht aber nichts, so ist eine stetige Steigerung bemerkbar und lässt den Silberling bei jedem Durchlauf aufs Neue erstrahlen. Nur die beiden Titel "Blood Hole of my Heart" und "Duality" fallen ein wenig hinter die anderen Stücke zurück, da sie unnötigerweise das Bremspedal betätigen. Und das, obwohl alles gerade so schön rockt. Wer sich fragt, ob diese EP eine Berechtigung hat, wenn das Album mittlerweile auch schon zu haben ist? Das will ich meinen, denn mit dem sensationellen "Blood Money", dem akustischen "Duality" und dem Live-Track "Purple Heart" - der eindrucksvoll zeigt, dass die Jungs live sogar noch mehr Saft haben - sind drei unveröffentlichte Songs darauf vereint, die in keiner Sammlung fehlen dürfen.
Fazit: Pop-Rock ohne Berührungsängste: I Am Giant vereinen zünftige Riffs mit Ohrwurmqualitäten und stechen so mit ihrem Gute-Laune-Rock unweigerlich aus der Masse hervor. Vier Songs vom Longplayer, zwei Neueinspielungen und ein Live-Titel verkürzen die Wartezeit aufs folgende Album recht gut und bieten außerdem einen perfekten Vorgeschmack für alle diejenigen, für die I Am Giant Neuland sind. Wem der sonst so übliche düstere Rock, zu dieser Jahreszeit, zu sehr aufs Gemüt drückt, seien I Am Giant wärmstens empfohlen, die hier mit ihrem neuseeländischen Charme zu punkten wissen. Dennoch ist die EP mit 28 Minuten viel zu kurz geraten und wir können froh sein, dass das Album "The Horrifying Truth" mittlerweile auch in Europa erhältlich ist!
Anspieltipps: Neon Sunrise, City Limits, Blood Money
 
Score:
83% Hervorragend!

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