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Killswitch Engage – Disarm the Descent

Kritik von: Adrian Erben
Album-Cover von Killswitch Engages „Disarm the Descent“ (2013).
„Disarm the Descent markiert für Killswitch Engage eine erfolgreiche Rückkehr von Jesse Leach.“
Interpret: Killswitch Engage
Titel: Disarm the Descent
Erschienen: 2013
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Vier lange Jahre ist es bereits her, seit Killswitch Engage ihr letztes Album veröffentlichten. Seitdem ist einiges passiert in der Band, Gitarrist und Producer Adam Dutkiewicz gründete mit Times of Grace ein vielbeachtetes Nebenprojekt, zudem verließ der langjährige Sänger Howard Jones krankheitsbedingt die Band. Sein Nachfolger wurde überraschend Gründungsmitglied Jesse Leach, was bei vielen Fans der ersten Stunde Begeisterungsstürme auslöste. Dementsprechend hoch sind die Erwartungen an das erste Album mit Leach seit dem Metalcore Klassiker Alive or Just Breathing (2002). Es wird eine interessante Frage sein, inwiefern sich Killswitch Engage stilistisch neu orientieren und an die Stimme ihres neuen alten Vocalisten anpassen werden. Wir haben uns Disarm the Descent angehört, um euch einen kleinen Einblick zu geben!
Tracklisting:
1. The Hell in Me
2. Beyond the Flames
3. The New Awakening
4. In Due Time
5. A Tribute to the Fallen
6. Turning Point
7. All We Have
8. You Don't Bleed for Me
9. The Call
10. No End in Sight
11. Always
12. Time Will Not Remain
Mit The Hell in Me startet Disarm the Descent geradezu explosionsartig. Das Intro ist gesäumt von schnellen Riffs und aggressiven Drums. Der Gesangsstil ist sehr typisch für Killswitch Engage, die Verse-Parts bestehen in der Regel aus rauen bis gescreamten Vocals, während der Chorus zumeist melodisch gesungen wird – dies ist auch hier der Fall. Auffällig ist allerdings die musikalische Härte, die man von den letzten beiden Alben eher nicht mehr gewohnt ist. Die Bridge klingt ein wenig düster und melancholisch, darauf folgt ein melodischer und clean gespielter Part. Von der Struktur her ist der Track ähnlich zu denen der frühen Bandgeschichte. Der nächste Song, Beyond the Flames, ist hingegen eher etwas für die Fans der Howard Jones-Ära, denn er setzt vermehrt auf unverzerrten Gesang und ist ohrenfreundlicher gemixed. Leach beweist hier, dass er sein Gesangsspektrum deutlich ausgebaut hat. Das Lied an sich ist deutlich melodischer als der Opener, was sich besonders im Solopart äußert. Das Outro ist dann nochmal sehr kraftvoll gehalten. Es geht direkt weiter mit The New Awakening! Hier gibt es zu Beginn ein nettes hartes Riff, bevor der Vocalist den richtigen Song anzählt. Darauf folgen ein verspieltes typisches Verse-Riff und ein typisch melodischer Chorus mit cleanem Gesang. Später gibt es auch einen kleinen Breakdown und ein übersichtliches Solo. Dieser Titel glänzt mit vielen subtilen Besonderheiten, wobei findet eine ausgewogene Mischung aus Härte und Melodie findet. Deshalb ist er schon mal ein klarer Anspieltipp.
In Due Time wurde bereits vor dem Albumrelease als Single veröffentlicht. Im wesentlichen setzt es auf ein sehr schnelles KSE Signature Riff, das ein wenig südländisch angehaucht ist. Der Verse ist wie üblich sehr hart und mit rauen Vocals bedeckt, bevor der melodische Chorus folgt. Außerdem gibt es auch hier ein schönes Solo, nach dem das Lied abrupt endet. Nicht zufällig wurde dieser Song vorab veröffentlicht, er verkörpert am besten den Stil des Albums und ist auf gewisse Weise ein klares Statement der Band. Und zwar dafür, dass es nach dem eher enttäuschenden und vielleicht zu sehr glattgebügelten Vorgänger wieder zurück in härtere Gefilde geht. A Tribute to the Fallen punktet zunächst mit einem sehr harten Beginn, das Tempo pendelt sich dann im eher mäßigen Bereich ein. Vom Aufbau her ist er ein sehr typischer Killswitch Engage-Titel, interessant sind daher vor allem das Solo, welches stark an All that Remains erinnert, und das ein wenig seltsam anmutende Outro aus Synthies. Stilistisch passt dieses Lied eher in die Jones-Ära, möglicherweise war er auch ursprünglich für Times of Grace gedacht? Das Ergebnis ist jedenfalls gut geworden! Turning Point ist ein sehr harter, düsterere Song, was nicht zuletzt an der begleitenden Gitarre liegt. Die Vocals sind durchgehend massiv und rau, auch im eher sanften Chorus. Die Drums sind ungewöhnlich hart gehalten. Das Solo ist ein wahrer Höhepunkt, bevor der Titel dann langsam ausfaded.
Ein weiterer auffälliger Song ist All We Have, welcher erstaunlich viele Hardcore-Anleihen aufweist. Sie finden sich überall, es beginnt bereits mit dem choral gescreamten Intro. Dazu kommen harte Double Bass Parts, das Main Riff ist auch ein gutes Beispiel. Leach's Vocals passen perfekt, man merkt klar, dass dies sein ursprüngliches Genre ist. Die Bridge ist ungewöhnlich hart, danach folgt zwar ein melodisches Stück, aber insgesamt ist dies trotzdem zweifellos der härteste Track auf der LP. You Don't Bleed for Me mutet anfangs etwas seltsam an, besitzt allerdings einen markanten Drum Beat. Das Riff ist sehr genretypisch, der Chorus wirkt diesmal bedrückend melancholisch. Es gibt ein kleines Interlude mit gesprochenen Vocals und Clean Gitarren, bevor das Lied in einen harten und rasanten Teil übergeht, beendet wird es durch einen aggressiven Outro Schrei. Die Vocals sind diesmal sehr gut gelungen, man merkt, dass Jesse Leach mit vollem Herzen dabei war. In Interviews betont der Vocalist auch, dass dies sein Lieblingstitel auf Disarm the Descent ist. The Call ist wieder ein typischer Howard Jones-Song und erinnert von der Struktur stark an This is Absolution (As Daylight Dies). Das Tempo ist durchgehend sehr hoch, außerdem ist der Track durchwegs melodisch geworden. Am Ende gibt es noch einen ruhigen, gefühlvollen Part, der gut ausgesprochen gelungen ist. Wirklich ein Highlight der Scheibe!
No End in Sight fand schon letzten Sommer als Demoversion den Weg ins Netz und trug mit dazu bei, dass die Vorfreude auf das Album geschürt wurde. Der Beginn besteht aus Sprechgesang, welcher von harten Akkorden begleitet wird. Dann nimmt der Song etwas Fahrt auf, bewegt sich aber durchgehend im Mid-Tempo Bereich. Die Gesangsleistung von Leach ist wirklich beeindruckend, die Backgroundvocals machen den Song noch besser. Der Chorus ist sehr melodisch und bleibt hängen, der Verse hingegen ist demonstrativ hart. Am Ende gibt es einen starken Tempoabfall mit einer Menge an rauheren Vocals und ein stumpfes Outro. No End in Sight ist der beste und kompletteste Track auf Disarm the Descent und brauch sich auch vor Bandklassikern nicht verstecken! Always kann dieses Niveau leider nicht ganz halten: Diese Nummer setzt ebenfalls auf eher langsames Tempo, dazu kommt der melodische und klagende Gesang. Das Schema aus hartem Verse und melodischem Chorus findet sich natürlich auch hier, bevor zur Mitte hin ein kurzes Interlude in einer anderen Tonart folgt. Das Outro ist hier sehr langsam. Always wirkt im Vergleich zu den anderen Titeln etwas kraftlos und ist der schwächste Song der Scheibe. Als Closer wurde Time Will Not Remain gewählt, ein sehr typischer KSE Song, der (vor allem wegen der melodischen Bridge) stark an die As Day Light Dies-Zeit erinnert. Das Solo ist kurz, passt aber gut zu diesem Lied, da es keine unnötigen Schnörkel enthält. Der Titel ist ein gelungener Abschluss für ein mehr als gutes Album!
Die Songs konnten insgesamt überzeugen, aber wie sieht es mit dem Mixing und dem Albumartwork aus? Auffällig ist, dass die Tracks teilweise anders gemischt wurden, so klingt The Hell in Me viel rauer als beispielsweise In Due Time oder Always, welche stark glattgebügelt wurden. Das tut der Qualität allerdings keinen Abbruch. Das Albumcover wurde erneut von Bassist Mike D'Antonio gestaltet und ist ganz nett anzusehen.
Fazit: Disarm the Descent markiert für Killswitch Engage eine erfolgreiche Rückkehr von Jesse Leach. Auch Fans von Howard Jones dürften zufrieden gestellt werden, da sich Leach's Gesangskünste stark verbessert haben. Im wesentlichen wurde auf Experimente verzichtet.
Bewertung: 83%
Anspieltipps: The New Awakening, In Due Time, The Call, No End in Sight.

 
Score:
83% Hervorragend!

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