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Marrok – Days of Mercury

Kritik von: Michael Voit
Album-Cover von Marroks „Days of Mercury “ (2012).
„Innovative und kurzweilige Scheibe der österreichischen Vorzeige-Band.“
Interpret: Marrok
Titel: Days of Mercury
Erschienen: 2012
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Nachdem laut Maya-Kalender der Weltuntergang in greifbare Nähe rückt, haben wir uns aus aktuellem Anlass noch schnell Marroks Endzeit-Album „Days of Mercury“ vorgenommen. Die Idee dazu basiert auf einem Traum von Mastermind Brian Pearl, in dem die Erde beinahe komplett zerstört wird - sprich, dem Untergang geweiht ist - und wir die Flucht, unter der Führung der vier Musiker, auf den Merkur antreten müssen. So weit, so gut, aber wie mag das klingen? Im nachfolgenden Review erfahrt ihr mehr.
Marrok sind seit ihrem letzten Release „Midnight Carnival“ die Vorzeige-Band Österreichs in Sachen Alternative-Rock. Die Nominierung für den Amadeus 2012, dem größten österreichischen Musikpreis, verleiht dem noch den nötigen Glanz. Zum vierten Album, wenn man das längst vergriffene Debut "The Extreme LP" von 2002 dazuzählen will, haben Marrok nicht nur das Konzept und das Outfit geändert, sondern mit Markus Kraus, alias M:Zeven auch einen würdigen Nachfolger für den Gitarristen Leech Caedes gefunden, der die Band 2011 zwecks musikalischer Neufindung verließ. M:Zeven, gelegentlich sogar am Bass zu finden, wurde von der Band Stupe-iT abgeworben und fügt sich, nicht nur optisch, perfekt ins Line-Up ein.
Für den neuen Look musste der Zirkus der karstigen Merkurlandschaft weichen, somit ist die Stimmung eine bedrückendere als bei seinem Vorgänger von 2011. Angesiedelt irgendwo zwischen Mad Max und Indiana Jones spielt sich dieses apokalyptische Endzeit-Szenario dann auch ab. Nachzusehen im aktuellen Video zu „Revolution of Heroes". Artwork und Booklet sind gut durchdacht und aufwendig gestaltet, wurden diesmal aber wieder von der Band selbst in die Hand genommen (Bei „Midnight Carnival“ wählte man das beste Cover eines Fan-Contests aus. Anm.d.R.). Aufgenommen und produziert wurde „Days of Mercury“ im Studio von Marrok-Chef und einzig verbleibendem Gründungsmitglied Pearl. Um die Vorfreude ein wenig zu schüren, konnte man die Vorbereitungen zum neuen Album schon Monate zuvor auf ihrer Homepage mitverfolgen. Die Vier gehen bei den Aufnahmen ganz unverkrampft ans Werk, und genau so klingt das Ergebnis dann auch: Ambitioniert, erfrischend locker, wenn auch konsequent in seiner Vehemenz. Die Nadel meist im roten Bereich, stecken die Jungs ihre gesamte Energie in die Songs, aber immer die Melodie vor Augen, kurz: Der ideale Soundtrack zur bevorstehenden Apokalypse.
Die Vorbilder der Gruppe, wie Alter Bridge oder Papa Roach, sind schnell gefunden, wobei sich auch Einflüsse von Avenged Sevenfold und Dream Theater nicht leugnen lassen. Dennoch haben Marrok einen eigenen unverkennbaren Sound, den man unter Hunderten erkennt und auf seine Weise einzigartig ist. Neuerdings finden sich sogar elektronische Elemente in den Stücken („The Beginning of the End“, „Mission Reality“, „Temptation“), was dem Sound der Band unheimlich gut tut, und ein wenig Spannung bzw. Abwechslung ins düstere Gepolter bringt, welche immer wieder schwindelerregende Gitarrenduelle, Stops und Rhythmuswechsel beinhaltet. Pearls Gesang ist druckvoll und gleichzeitig doch sehr melodisch, somit unterstreicht er perfekt alle Melodiebögen. Ebenso markant sind die Drumparts, die, wie schon bei den vorherigen Releases, so manchen Nachwuchs-Drummer die Sticks entmutigt beiseitelegen lässt. Patrick Ritt alias Mr. Lucky spielt versiert viele seiner Kollegen regelrecht an die Wand. Präzise wie ein Uhrwerk bahnt er sich seinen Weg durch den Sound-Dschungel. Trotzdem befinden sich Marrok in einer etwas ungünstigen Position, haben sie sich doch mit dem grandiosen „Midnight Carnival“ die Messlatte für Folge-Alben unheimlich hoch gelegt. Und so kommt es dann auch, dass diesmal so richtige Kracher wie „Red Moon“ oder „Silent River“ ausbleiben. Am ehesten schafft das noch „The Beginning of the End“, das mich vermutlich noch den restlichen Tag begleiten wird.
Fazit: Die Rock-Musik hat es heutzutage nicht leicht, soll sie doch anspruchsvoll, aber zugleich auch innovativ und kurzweilig sein; diese Gratwanderung schafft das Quartett über weite Teile des Albums spielerisch. Handwerklich legen sie also ein solides Stück Musik vor, da gibt es nichts zu meckern. Allerdings reicht es nicht an die Klasse seines Vorgängers heran, waren doch die Songs, wie auch das Konzept freakiger, und somit interessanter. Dem aktuellen Longplayer fehlt dadurch leider ein wenig Charakter. Nichtsdestotrotz ist „Days of Mercury“ eine Granate von einem Album, eingespielt von einer herausragenden Band, die versucht, sich mit jedem Album neu zu erfinden. Eines muss man Marrok lassen, für ihr relativ junges Alter stehen sie wie ein Fels in der Rock-Brandung. Pearl hält wehement die Stellung und überlässt so nichts dem Zufall. Starke 79 Prozent.
Anspieltipps: The Beginning of the End, Borderlands, Mission Reality, Temptation, Dead End
 
Score:
79% Gut.

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