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MaYaN – Antagonise

Kritik von: Lisa Marie Wirries
Album-Cover von MaYaNs „Antagonise“ (2014).
„Widerstand liegt in der Luft! “
Interpret: MaYaN
Titel: Antagonise
Erschienen: 2014
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„Antagonise“ ist mein erstes Album von Mayan! Ich hatte es ausgewählt, weil ich große Stücke auf Epica und somit auch Marc Jansen gebe. Meine Erwartungen waren entsprechend hoch! Gleichzeitig war ich auf Grund der vermutlich sehr hohen Grunting-Anteile leicht skeptisch, da ich eher nicht aus der Death-Metal-Richtung komme.
Mein erster Eindruck war dann sehr positiv! Schon vom ersten Song war ich mitgerissen und im Laufe des Albums teilweise fast schon überwältigt von der kreativen Zusammensetzung und dem Zusammenspiel der Künstler; sowohl der festen Besetzung als auch den Gastmusikern.
Das Album besteht aus 15 Tracks. Die ersten Sechs (Bloodline Forfeit, Burn Your Witches, Redemption – The Democracy Illusion, Paladins of Deceit – National Security Extremism part 1, Lone Wolf und Devil In Disguise) sind beinahe durchwegs harte Nummern, die Proggressiv-, Symphonic- und Melodic-Death-Metal-Elemente enthalten. Es folgt mit „Insano“ ein eher ruhiger Track, der durch seinen klassischen Anstrich und durchwegs weiblichen Gesang beinahe schon Zwischenspiel-Charakter aufweist. Durch ihn wirken die nachfolgenden Songs dann wieder umso härter: „Human Sacrifice“ startet direkt mit Grunts und Speed-Drums, was wohl nicht ganz unbeabsichtigt gesetzt ist. Derjenige, der sich bereits an die harten Töne gewöhnt hat, wird hier noch einmal von Neuem wachgerüttelt. Es folgen „Enemies of Freedom“ und „Capital Punishment“. Das letzte Stück „Faceless Spies – National Security Extremism part 2“ glänzt besonders durch Hennung Basses rauen Gesang.
„Antagonise“ ist ein progressives Album mit einer dennoch klaren Linie. Die meisten Lieder bestehen aus einem Wechsel zwischen Marc Jansens Grunts und Hennung Basses Gesang, wobei der Kontrast durch Basses vollen Stimmeinsatz nicht allzu groß wirkt. Beides wird von symphonischen Klängen und teilweise in längeren Soli mündenden, auffallend dominanten Instrumenten begleitet. Dabei gibt es in den meisten Liedern weibliche Einschübe, die entweder wie der Rest des Albums auf Englisch oder aber auf Spanisch/Portugiesisch/Italienisch (da kein Booklet vorhanden war, nicht auszumachen) sind. „Antagonise“ ist dementsprechend über lange Strecken hart, mit kurzen, eher sanften Parts, die meistens von den Frauen ausgehen, aber hin und wieder auch von Basse, der seine Stimme auch gefühlvoll einzusetzen weiß. Wobei beispielsweise auch Floor Jansen als Gastsängerin gewohnt harte Töne anschlägt und dadurch noch mehr Kraft gerade in den ersten Teil des Ganzen befördert. Als besonders bezeichnend wäre in diesem Zusammenhang beispielsweise das Ende von „Burn Your Witches“ zu nennen.
Ebenso durchdacht wie der technische Aufbau des Albums, ist auch das inhaltliche Konzept. Der Titel „Antagonise“ (in diesem Fall etwa „Widerstand hervorrufen“) ist nicht umsonst gewählt. Mayan sind durchaus ambitioniert, was die Bedeutung ihres neuen Albums betrifft. Sie zeigen Missstände der Gesellschaft und vor allem Missbrauch von politischer Macht auf, beschäftigen sich mit Themen wie Überwachungsstaat, der Waffenfrage und generell Korruption in Machtpositionen, der Gier der Oberen nach immer mehr Macht und Kontrolle. Sie wollen aber mit ihrer Kritik nicht nur darauf aufmerksam machen, sondern auch zum Widerstand aufrufen, was schon allein am CD-Cover noch vor dem ersten Hören deutlich wird. Auch hier wird ein kleiner Beitrag zum tiefgründigen Gesamtkonzept geliefert.
So ist es also eine Mischung aus Inhalt und künstlerischem Können, Härte und gelegentlicher Sanftheit, die „Antagonise“ vor allem ausmacht. Das Album ist Leidenschaftlich, zornig und ambitioniert, mit viel Antriebskraft nach Vorne.
Meine persönlichen Favoriten sind „Bloodline Forfeit“, „Burn Your Witches“, „Human Sacrifice“ und „Enemies of Freedom“. Der Rest ist aber musikalisch auf jeden Fall solide, gerade mit Blick auf die Texte durchaus Hörenswert.
Somit ist Mayans „Antagonise“ als Ganzes empfehlenswert für alle diejenigen, die sowohl musikalisch als auch inhaltlich anspruchsvoll sind. Allerdings halte ich zumindest eine leichte Vorliebe für glutteralen Gesang und härtere Töne für ein absolutes Muss, um das Album mit einem positiven Eindruck zu überstehen. Es steht Melodic Death Metal drauf, und es ist definitiv auch Melodic Death Metal drin.
 
Score:
80% Gut.

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