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Russkaja – Energia!

Kritik von: Nils Littwin
Album-Cover von Russkajas „Energia!“ (2013).
„Gewohnte Russkaja-Ohrwürmer ...“
Interpret: Russkaja
Titel: Energia!
Erschienen: 2013
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Russkaja nennt sich eine sieben Köpfe zählende Band aus Wien, welche aktuell mit ihrer für viele Ohren eher gewöhnungsbedürftigen Mucke durch die Musikszene geistert. Mit von der Partie ist auch eine so genannte „Potete“. Ein eigens für das Bandmitglied Hans-Georg Gutternigg hergestelltes Instrument. Es stellt eine Kreuzung aus einer Basstrompete und einer Posaune dar. Cool, oder?
Mit ihrem nunmehr dritten Album „Energia“ bieten die Jungs und Mädels wieder einmal eine Mischung aus Ska, Weltmusik und Rock bzw. Metal. Klingt nach einer interessanten Mixtur? Oh ja! Also schauen wir uns das Ganze doch einmal genauer an. Mit dem gleichnamigen Titel liefern die Jungs und Mädels einen schönen sowie kraftvollen Opener, der schon einmal ordentlich einheizt! Mit „Barada“ geht es dann im Anschluss weiter. Ganz nebenbei ist das ein ziemlich interessanter Titel, der ins Deutsche übersetzt "Bart" bedeutet. Mit diesem Wissen eröffnet sich dem philosophisch angehauchten Musikfan eine ganz neue Erlebnisebene beim Hören dieser Nummer. Diese ist im Gegensatz zu dem vorherigen Titel eher etwas ruhiger und lädt mehr zum entspannen und „Mitswingen“ ein. Kaum klingt der Song aus, ertönt auch schon „Radost Moja“. Kategorisch auch die ruhige Richtung, allerdings mit einigen schnelleren Parts drin, welche das Ganze gekonnt abrunden. Aber wer es lieber härter mag, wird vom nächsten Lied begeistert sein.
Schon direkt am Anfang legt „Autodrom“ mit einem schnellen Riff los. Das ist eine klare und direkt Einladung zum Headbangen! Darauf folgt mit „Istanbul“, wie sollte es auch anders sein, wieder ein chilligerer Song. „Violina Mia“ heißt dann der sechste Track, welcher ganz im Stile von „Radost Moja“ das fortführt, was die Scheibe bisher zu dominieren scheint: Die totale Entspannung. Damit endet auch die erste Hälfte des Albums, so weit so gut. Der zweite Part bietet uns noch insgesamt sechs weitere Songs, die wir uns nun auch genauer angucken werden. Gespannt warte ich auf Titel Nummer sieben: „Kartuli Vino“. Leider auch eher ruhig. Nach den letzten beiden Stücken hätte ich mir wieder etwas Schnelleres gewünscht! Wer bisher den gewissen Groove vermisst hat, sollte sich einmal „Surrealnaja“ genauer anhören.
Ich weiß nicht, ob es nur mir so geht, aber ich finde, dass man zu der Nummer gut tanzen könnte! Kaum habe ich mich darüber beschwert, dass ich gerne wieder einen fetzigeren Song hätte, da läuft auch schon „Dikije Deti“ an. Herrlich, meine Gebete wurden erhört! Weiter im Programm geht es mit dem drittletzten Titel „Ajajaj“. Ich muss sagen, dass mir dieser Song leider ganz und gar nicht gefällt. Irgendwie gibt er mir weder textlich noch musikalisch etwas. Da fehlt mir das gewisse Etwas, man hat schon besseres gehört. Zum Glück kann „Tanzi Tanzi“ das Blatt dann doch noch wenden! Da haben Russkaja wieder gezaubert und einen weiteren Kracher hingelegt. Der hat das Potential dazu, ein Dauerbrenner der zukünftigen Setlisten zu werden. Kommen wir nun quasi zur Königsdisziplin, dem letzten Titel: „Sorry“. Ein emotionales und fast schon einfühlsames Stück. Eine perfekte Ergänzung also zu den bisher vorhandenen Themen.
Fazit: Alles in allem gewohnter Russkaja-Sound. Wenn auch einige Songs nicht mein Geschmack sind, bietet dieses Album genügend Ohrwürmer! Ein durchaus solides Werk. Fans werden sowieso ihren Spaß daran haben und Neuentdecker könnten sich schon bald als Fans bezeichnen. Einzige Voraussetzung: Man steht auf russische Klänge, gemischt mit stilistisch abwechslungsreicher Musik und verrückten Ideen.
 
Score:
75% Gut.

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