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Sirocco – Lambay

Kritik von: Janis Dinter
Album-Cover von Siroccos „Lambay“ (2012).
„Trashiger Heavy Metal wie aus den 80ern, der nur mäßig überzeugt.“
Interpret: Sirocco
Titel: Lambay
Erschienen: 2012
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Ein Konzeptalbum über eine Wikingerinvasion klingt im Grund erst einmal nicht besonders spannend, da momentan ein wahrer Pagan Metal Boom herrscht und dieser sich nun mal primär auf die nordische Folklore konzentriert. Wenn man allerdings bedenkt, dass Sirocco eine aus Waterford in Irland stammende Celtic Heavy Metal Band ist, erscheint ihr drittes Studioalbum „Lambay“ doch gleich viel hinhörenswerter. Die acht Lieder umfassende Scheibe behandelt vornehmlich Geschichten rund um solche Charaktere, die auch innerhalb Irlands weniger bekannt sind.
Nach dem anfänglichen Intro-Stück Azure, das getrost übersprungen werden kann, präsentiert die Band bereits den Titeltrack Lambay. Die langatmige Melodie des Intros wird hier aufgegriffen und allmählich beschleunigt bis nach einiger Zeit ein schneller Takt übernimmt. Schnell wird dem Hörer bewusst, dass es sich hier keineswegs um Paganklänge handelt - selbst der Begriff des Celtic Heavy Metals scheint nicht unbedingt passend gewählt, da überwiegend trashige Töne das Geschehen dominieren. Ohne dafür zweifelnde Blicke zu riskieren, könnte man fragen, ob die Platte nicht eventuell bereits während der frühen 1980er Jahre produziert worden ist, um dann dreißig Jahre unter irgendeinem Mischpult vergessen worden zu sein. Sehr typisch für diese „Epoche“ der Metalmusik sind zudem die langen Instrumentalparts und der nur sporadische Gesang, der immer mal wieder für einige Zeit aussetzt. Fallow beginnt mit dunklen gitarrenlastigen Klängen, die einem Black Metal Song gar nicht so unähnlich sind, um dann jedoch von einer höheren und schnelleren Melodie abgelöst zu werden. Des Weiteren entpuppt sich der Song als klassisches Heavy Metal Stück, das nicht gerade durch anspruchsvolle Technik besticht, was allerdings auch gut zum Konzept passt.
Um sich ein Bild von Gesang und Musik machen zu können, so stellt man sich am besten eine Mischung aus den frühesten Metallica Stücken und der Stimme von Týr-Sänger Heri Joensen vor. Anders aber als bei letztgenanntem finden sich in der Musik von Sirocco keinerlei Folkelemente wieder. Im vierten Song namens Mael Suthain singen sie zwar zum ersten Mal auf Gälisch, doch das allein macht leider noch keine Stimmung, die dem Hörer glaubhaft einen Wikingerüberfall auf Irland verkaufen kann. Zudem ist Gälisch keine Sprache, die zur Erzeugung einer solchen Stimmung besonders gemacht zu sein scheint – was die skandinavischen Kollegen ja weiß Gott nicht behaupten könnten. Der folgende Interlude Tempest kommt sehr unerwartet, ist aber dafür umso schöner: ein mit viel Hall unterlegter Flügel lädt für eine Minute dazu ein, zu entspannen und die Seele baumeln zu lassen. Gemächlich lauter werdende Marching Drums wecken den Hörer dann aber wieder und leiten ihn über zu An Cheann Rí. Dieser Song beginnt mit Bassspiel, das in der Form nur recht selten auf Studioalben im Genre des Metal zu finden ist. Nichtsdestotrotz sorgt dieser Einsatz dafür, dass dem Hörer in der Folge die Bassspur viel bewusster auffällt. In der zweiten Hälfte des Liedes lässt sich der Sänger/Bassist Ciaran O´Cearuill zu einem langgezogenen Schrei hinreißen, der Moonsorrow alle Ehre machen würde. Wer jedoch jetzt von einem Stilbruch hin zu Black Metal Klängen gerechnet hat, muss bereits bald feststellen, dass die Band ebenso melodisch wie zuvor weiterspielt. Der gelungene Kontrast fällt jedenfalls positiv auf. Nachdem nun zwar jeder Song etwas Erwähnenswertes zu bieten hatte, schleicht sich aber doch langsam die Langeweile ein. Sowohl der Gesang wie auch die Instrumentalsounds klingen mit der Zeit recht eintönig und sind in den beiden abschließenden Liedern The Towers und Kingdom of Oriel nicht in der Lage, neue Impulse zu setzen. Bei Letzterem fällt zudem negativ auf, dass der gewollt trashige Klang hier nach nicht mehr als einem Kneipenkonzert klingt und die Leadgitarre viel zu leise eingestellt ist.
Damit bleibt als Fazit zu sagen, dass Sirocco vor allem zu Beginn besonders für Trash Metal-Begeisterte ein sehr ordentliches Album veröffentlicht haben. Doch wo bleibt der keltische Teil, den die Iren doch so vollmundig in ihrer Genrebezeichnung ankündigen? Da die wenigsten Menschen besonders außerhalb der Grünen Insel der gälischen Sprache mächtig sind, wäre diese Untermalung angebracht, wenn nicht gar notwendig gewesen. Musikalisch bleibt die Kritik, dass die Band es nach einem guten Einstieg versäumt, das Album im weiteren Verlauf interessant und abwechslungsreich zu gestalten.
Score: 69% - Annehmbar.
 
Score:
69% Annehmbar …

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