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Skunk Anansie – An Acoustic Skunk Anansie Live in London

Kritik von: Alexander Kipke
Album-Cover von Skunk Anansies „An Acoustic Skunk Anansie Live in London “ (2013).
„Akustisch geht halt nicht immer ...“
Interpret: Skunk Anansie
Titel: An Acoustic Skunk Anansie Live in London
Erschienen: 2013
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Entweder man mag sie, oder man hasst sie: Skunk Anansie. Dazwischen gibt es nicht viel. Aber genau das ist ja das Anzeichen für erfolgreiche Bands und Musiker ... zumindest, wenn man Sammy Amara von der deutschen Punkrock-Band Broilers glauben darf. Bei Skunk Anansie spürt man die britische Herkunft in jeder Zeile, bei jedem Atemzug und bei jeder Bewegung. Das ist gar nicht negativ gemeint, sondern verpasst der Band eher einen unverkennbaren Charme. Diesen können sie häufig auch musikalisch unter Einbindung großer Emotionen gut durch die Songs transportieren. Ob das auch akustisch klappt?
Man merkt schon beim DVD-Menü: Alles ist künstlerisch angehaucht und ein rührendes Streicher-Intro - wie man es später bei "Secretly" wieder hören kann - wird einem um die Ohren geschmettert. Man will auf hohem Niveau überzeugen. Den Start macht dann "Brazen (Weep)". Skin ist gut bei Stimme und begrüßt auch gleich nach dem Song das anwesende Publikum zum allerersten Skun Anansie-Akustik-Gig. Wir sind gespannt. "Because of You" packt einen mit dem diesen Song so prägenden Groove auch in der abgespeckt wirkenden Akustik-Version. Bei "Infidelity" kommt nun auch das dezent hinter der Band platzierte Orchester voll zum Einsatz. Wobei trotz des Gedudels aller Beteiligten kein wirklicher Ausbruch stattfindet. Man wartet sehnsüchtig auf die musikalische Explosion, doch sie tritt nicht ein.
"I Hope You Get to Meet Your Hero" ist da schon etwas überzeugender. Gute Bass-Arbeit und ein sich nicht aufdringlich einfügendes Orchester machen den Titel zu einem hörenswerten Erlebnis. Hier kommt zum Schluss auch die musikalische Explosion mehr oder weniger durch, wie man sie innerlich schon die ganze Zeit erwartete. Das seichte Geplätscher wird durchbrochen! Aber nur kurz, denn "Charity" und "100 Ways to Be a Good Girl" sind akustisch einfach so balladesk überzogen, dass sie nicht jedermanns Sache sind.
"I Believed in You" kehrt wieder dahin zurück, wo es Spaß macht! Ein geniales Intro macht gleich wieder Lust auf mehr. Ein definitiver Höhepunkt der Show, bei dem einfach jeder Ton sitzt. Da vergisst man sogar für kurze Zeit das dominante an einen Drachen erinnernde Stage-Outfit von Sängerin Skin. Seit wann sind monströs ausgepolsterte Schultern eigentlich schon out? Naja, mit diesem Dress wird dieser Trend mehr als nur auf die Spitze getrie-ben, es wird einem schon vom zusehen ziemlich ungemütlich. Trotzdem ist der Song ein Kracher. Weiter geht's!
Bei "Secretly" kann das hohe Niveau des Vorgängers locker gehalten werden. Wiedermal das Intro bietet der orchestralen Begleitung eine wahre Tummelwiese, um ein Lebenszeichen von sich zu geben. Die packende Melodie wird zum Orhwurm. Mit "You Saved Me" haben wir die Halbzeit erreicht. Kurzes Zwischenfazit: Gemischte Gefühle machen sich breit. Auch die Band macht sich jetzt etwas Platz für eine kurze thematische Besinnung. Kurz und knackig wird erklärt, was die Idee hinter diesem Akustik-Gig ist. Bevor man überhaupt mal selbst drüber nachdenken konnte, wird einem auch schon "I Will Break You" um die Ohren geschmettert. Eine emotionsgeladene, kraftvolle Nummer, die sicherlich zu den Highlights des Live-Outputs gezählt werden kann. Hier kommt mal Leben in die Bude und wen der Groove nicht packt, der ist schon tot.
Bei "God Loves Only You" ist wieder mal das Intro der Part, bei dem man so richtig aufhorcht. Gezielt vor sich hin treibend entwickelt der Song zwischenzeitlich einen gewissen Bombast, endet dann aber doch bei besinnlicheren Klängen. Eigentlich ist das eine ziemlich starke Nummer mit einem vergleichsweise hohen Grad an dargebotener Vielfalt. Das folgende "You Do Something to Me" hat mir zu viel von dieser Lagerfeuerstimmung, die man auch von den Akustik-Ausflügen der Scorps kennt. Skip! "Weak" plätschert durch die Gehörgänge und zeigt, dass Skin mit ihren 46 Jahren stimmlich auch in den höheren Gefilden sehr sicher unterwegs ist.
"My Ugly Boy", "Squander", "Hedonism" aber auch "Twisted" und "Charlie Big Potato" fügen sich sauber in das bisherige Schema der Show ein. Hier und da gibt es große Emotionen, hier und da kommt das Orchester voll zum Einsatz und überzeugt mit einer Symbiose aus rockigen Klängen und Klassik, hier und da gibt es die eine oder andere geniale Hook, starke Rhythmen, aber auch die eine oder andere Länge. Nach anderthalb Stunden ist der ganze Spuk auch schon zu Ende. Abschließend dürfen einige Fans in die Kamera schauen, um ihre Meinung zur Show loszuwerden.
Faszinierend sind bei dieser DVD die Extras! Neben der schon ziemlich runden Aufarbeitung, sprich dem Menü und der Gliederung, kann die Scheibe vor allem durch zusätzliche Features punkten. Die Zeitrafferaufnahme vom Aufbau und der Vorbereitung bis hin zum Verlassen der Bühne presst den ganzen Konzerttag in nur 2:39min. Beeindruckend!
Fazit: Akustik-Projekte sind von der Rock-Warte aus nicht leicht zu beurteilen. Sieht man das alles als eine Art Experiment an? Oder ist das dann doch einfach nur mal das Vorpreschen in eine zahmere, gefälligere Richtung, um damit in flauen Zeiten neue Fans zu generieren und bis zum nächsten "richtigen" Album bei der Stange zu halten? Ich selbst bin kein Fan von Akustik-Projekten. Als Metallica und die Scorpions damals anfingen ihre Musik orchestral aufzuarbeiten, da war es fast auch schon ein alter Hut, den Legenden, wie Uli Roth und Yngwie Malmsteen bereits getragen hatten. Heutzutage führt das jegliche Rock- und Metalmusik ad absurdum. Trotzdem gibt es bei der vorliegenden Scheibe Anerkennung für die hochwertige konzeptionelle Umsetzung des Materials und die Vitalität der Performance.
Kritik von: Alexander Kipke

 
Score:
69% Annehmbar …

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