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Thousand Foot Krutch – The End Is Where We Begin

Kritik von: Corinna Inderst
Album-Cover von Thousand Foot Krutchs „The End Is Where We Begin“ (2012).
„Thousand Foot Krutch haben ihren eigenen Stil gefunden.“
Interpret: Thousand Foot Krutch
Titel: The End Is Where We Begin
Erschienen: 2012
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Die Gründung der christlichen Rock-Band Thousand Foot Krutch geschah bereits 1997. 15 Jahre ist diese Formation also bereits alt, und sie wird in ihrer Sparte dennoch als "Geheimtipp" geahndet. Für die meisten Leute sind TFK ein großes Fragezeichen. Wer soll das sein? Muss man die kennen? Ich sage: Ja, das muss man! Denn aus dem einst stark limp-bizkit-lastigen Sound der Kanadier ist schnell eine eigenständige, eingängige Musik geworden. Der erste Gedanke bei älteren Songs drängt einem tatsächlich den Vergleich mit Limp Bizkit oder auch Linkin Park auf, denn zu rockigen Vocals gesellen sich schnelle, harte Raps, die dem ganzen etwas ganz Eigenes geben und eine Brücke zum Nu Metal schlagen. Doch nie hat man das Gefühl, eine "Kopie" zu erleben, ein Produkt bestehender Musik, die umgemodelt wurde. Nein, Thousand Foot Krutch haben ihren eigenen Stil gefunden, der schnell ins Ohr und sehr schwer wieder raus geht.
Nach Flame In All Of Us (2007) und Welcome To The Masquerade (2009) wurde das neue Album sehnlichst erwartet. Damit waren natürlich auch die Erwartungen hoch angeschraubt. Der erste Song beginnt mit einem einminütigen Intro, das - zumindest für meinen Geschmack - zunächst sehr gewöhnungsbedürftig erscheint. Man denkt an den Linkin Park-Longplayer A Thousand Suns mit seinen elektronischen Filler Tracks und behält einen schalen Geschmack im Mund. Aber dieser währt zum Glück nicht lange. Kaum beginnt der zweite Track "We Are", wird man von Gitarrenriffs und Drums förmlich mitgerissen. Spätestens mit "Light Up The Sky" will man das Autoradio aufdrehen und lautstark mitsingen; da stört auch das offene Fenster nicht.
Im Großen und Ganzen kommt der Erste Teil des Albums sehr rocklastig daher. Erst gegen Ende werden ruhigere Lieder und Balladen eingespielt. Vor allem "Be Somebody" zeigt, wie tief verwurzelt die christlichen Elemente in dieser Band sind. Trevor McNevan beschreibt hier eindrucksvoll, was Glaube für ihn bedeutet, und schafft damit selbst für weniger religiöse Menschen eine Basis, auf der man sich mit der Musik identifizieren kann.
Nach dieser ersten Ballade gibt's "This Is A Warning" auf die Ohren - ein 0:46 Minuten langer Instrumental-Filler. Nicht wirklich nötig, aber die Instrumente harmonieren und passen ins Gesamtbild. Man gleitet in den nächsten rockigen Song "Courtesy Call" über.
Mit "War Of Change" bekommt der Hörer wieder die gewohnte Mischung aus Rap und Rock geboten, die man in den anderen Songs aber auch nicht wirklich vermisst hat. Alles ändert sich, und genau so fühlt sich der Song an! Er gibt Mut und ermuntert, nicht den Kopf hängen zu lassen, auch wenn die Veränderung etwas Schlechtes bedeutet.
Wer jetzt denkt "nur ein Song Rap?!" - den muss ich enttäuschen. Denn auch "Down" überzeugt durch schnelle Sprechpassagen, ohne einem das Bild von Klischee-Hoppern in den Kopf zu zaubern. Die instrumentale Untermalung ist generell relativ einfach gehalten und geht zwar ins Ohr, bleibt aber nicht sitzen. Von diesem Song bleiben mir eigentlich immer nur bestimmte Lyrik-Fetzen im Gedächtnis, was man sicherlich mit einer etwas anderen Abmischung besser hätte gestalten können. Ab "All I Need To Know" ist eigentlich auch schon fast Schluss mit richtig Rock, einzig "Fly On The Wall" überzeugt im Refrain noch mit härteren Tönen. "So Far Gone" ist für mich die klassische Ballade, die man eigentlich in den meisten Alben findet. Sie geht dennoch ins Ohr und überzeugt vor allem mit ihrer Akkustik-Gitarre. Die halbe Minute "Outroduction" überspringe ich allerdings schon fast gewohnheitsgemäß.
Fazit:
Alles in allem ist es mal wieder ein gelungenes Album. Man überspringt wenige Tracks und ein Ohrwurm wird vom Nächsten abgelöst. Man kann die Platte lange und gerne hören, bevor sie "zum alten Eisen" mutiert. In meinen Augen hat dieses Album - wie schon die beiden Vorgänger - auf jeden Fall eine gute Chance, auch in späteren Jahren immer mal wieder einen Weg in die Playlists zu finden. Allerdings beschränkt sich das in aller Regel auf die schon relativ früh beim Hören definierten Lieblingssongs. Denn diese wird man auf diesem Album definitiv haben, während der Rest eher nebensächlich durchläuft und mit der Zeit in Vergessenheit geraten dürfe. Dennoch hatte ich abgesehen von Intro und Outro bis jetzt eigentlich nie das Bedürfnis, dringend weiter schalten zu müssen, wie sich das sonst mit den meisten Alben abspielt. Viele gute Stücke, wenige schlechte Tracks und eine Hand voll relativ belanglos anmutender Füller definieren ein grundsolides Album. Keine Innovation, keine Revolution, aber für Freunde des Genres auf jeden Fall ein Hören wert!
 
Score:
70% Annehmbar …

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