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Toby Jepson – Raising My Own Hell

Kritik von: Michael Voit
Album-Cover von Toby Jepsons „Raising My Own Hell“ (2013).
„Der Ex-Little Angels Frontman macht auch solo eine ausgezeichnete Figur.“
Interpret: Toby Jepson
Titel: Raising My Own Hell
Erschienen: 2013
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Tausendsassa Toby Jepson ist nach seinem Ausflug als Sänger für die Briten GUN, dem Produzenten-Job für The Answer, The Virginmarys oder Chrome Molly und der kurzzeitigen Reunion der stets unterbewerteten Little Angels, nun auch wieder solo mit einer neuen Veröffentlichung am Start. Seine mittlerweile Siebte, sofern man die "MP3-Club"-EP mitrechnet, die nur den Weg zu auserwählten Fans fand. Doch diesmal ist alles anders, soviel schon mal vorweg.
Lange war es ruhig um den Musiker geworden, erst 2009 kam er wieder ins Gespräch, als der sympathische Sänger den neu reformierten GUN zurück zu alter Form verhalf. Das Ergebnis der Kollaboration kann auf der exzellente EP "Popkiller" nachgehört werden. Leider verließ er nach nur wenigen Live-Auftritten die Gruppe wieder. 2012 stand dann - zur Freude der treuen Anhängerschaft - endlich die lang ersehnte Reunion mit den alten Kollegen und Wegbereitern Little Angels an, die im Original-Lineup der Erfolgsplatte-Platte "Jam" antrat. Allerdings trennten sie sich noch im selben Jahr und der allerseits erhoffte Nachfolger zum oben erwähnten Chartstürmer blieb aus. Nichts desto Trotz brauchte keiner der Fans wirklich traurig sein, denn Toby meldete sich 2013 als Produzent von The Answers Meisterwerk "New Horizon" zurück, arbeitete noch schnell mit den Virginmarys an ihrem Debüt, produzierte Chrome Molly's markerschütterndes "Gunpowder Diplomacy" und bescherte uns - nur kurze Zeit später - die nun vorliegende EP "Raising My Own Hell".
Sechs Stücke beinhaltet das Kurzwerk, das sich über eine Spielzeit von 23 Minuten erstreckt. Und keine Bange, der Mann mit dem treffsicheren Organ hat wieder allerlei Melodien im Ärmel, bei denen immer der Spirit der Little Angels mitschwingt. Denn schon beim Opener und Titeltrack ist klar, der Rock darf auch solo nicht zu kurz kommen, wenn auch in etwas reduzierter Form. Ich würde es mal "Akustik-Rock mit allerhand Überraschungen" nennen. Beim Folgestück "Dear Mama" wird kurz Mark Hollis und Talk Talk zitiert, bevor - mit der Orgel als Hauptinstrument - drauf losgerotzt wird; abgerundet mit einer Brise Funk. Interessante Zutaten, die uns Toby da serviert, zumal die Herangehensweise an die Stücke nicht immer vorhersehbar ist. Bei "Patience Of A Saint" geht es in gewohnter Manier weiter, bis sich ab Songmitte eine Metamorphose vollzieht, die den Melodien endlich ein wenig mehr Platz einräumt. Besonders fesselnd ist hier der sich immer wieder anbiedernde Hammondlauf gegen Ende des Stückes. "Four Letter Word" würde perfekt an Deck eines Schiffes passen, so gemütlich schunkelt der Track dahin, immer in fester Begleitung des dazugehörigen Schiffsklaviers.
Und Toby wäre nicht Toby, würde er nicht auch ein wenig auf die Tränendrüse drücken, wie in dem puren "Shoes", das er im Alleingang - nur begleitet von seiner Gitarre - zelebriert, aber trotzdem kein wirklich nennenswertes Glanzlicht darstellt. Das ganz besonders schmoove angelegte "Shadow Boxing" bildet das Schlussstück auf "Raising My Own Hell" und zugleich den absoluten Höhepunkt des Mini-Albums. Ganz im Zeichen des frühen Swings groovt sich Jepson samt Band durch das Stück und reißt selbst mich hoch. Ein Song zu dem man sich einfach bewegen muss. Wer eventuell auf einen Gastauftritt des Little Angels-Gitarristen Bruce Dickinson gehofft hat, den muss ich leider enttäuschen, denn auf Gitarrensoli wird bei "Raising My Own Hell" komplett verzichtet. Überhaupt ist Toby im Gesamteindruck dem Blues näher als dem Rock.
Das Artwork ist für meinen Geschmack grenzwertig und repräsentiert nicht unbedingt den musikalischen Inhalt des Albums. Aber gut, das beeinträchtigt den Hörgenuss eigentlich nur peripher, vor allem in Zeiten von MP3. Dennoch könnte es unfreiwilligerweise als Eyecatcher für das falsche Klientel dienen.
Fazit: Der Ex-Little Angels-Frontman macht auch solo eine ausgezeichnete Figur. Die Ungereimtheiten da und dort sind zu verschmerzen, da das Gesamtpaket stimmt. Als Kenner der "Engel" sind einem die Melodien sowieso geläufig, die aber auch für alle Unwissenden eine echte "Bedrohung" darstellen, trotzdem sich der Stil und die Strukturen von der Arbeit mit Dickinson & Co gravierend unterscheiden.
Anspieltipps: Patience Of A Saint, Shadow Boxing

 
Score:
80% Gut.

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