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Sergeant Pluck Himself – Yesterday Will Not Come Again

Kritik von: Michael Voit
Album-Cover von Sergeant Pluck Himselfs „Yesterday Will Not Come Again“ (2014).
„Astreiner Indie-Rock mit großem Harmoniebedürfnis und immensem Abwechslungsreichtum.“
Interpret: Sergeant Pluck Himself
Titel: Yesterday Will Not Come Again
Erschienen: 2014
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Wie nähert sich man dem Werk des Lausch-Schlagzeugers Matthias Ledwinka - der mit seinen beiden Kompagnons Joachim Berger und Josef Anibas - unter dem Titel "Yesterday Will Not Come Again" ein wunderbares Indie-Album veröffentlich hat - ohne dabei die vereinnahmenden “Lausch“ selbst als Bezugspunkt zu nehmen? Es geht dann doch leichter als erwartet, denn Sergeant Pluck Himself, wie sich das Trio nennt, schlagen einen ganz anderen Weg ein. Es wird zwar auch gerockt, aber doch eher im popigeren Bereich. Was nicht heissen soll, dass die Gitarren langatmig dahin mäandern, ganz im Gegenteil, dennoch lässt sich im Verlauf des Albums eine detaillierte Liebe zu Harmonien entdecken.
"Bruin", "Howard Dick", "Alpha Resignation", "Stream", "This City" oder "Did You Touch My Elbow" sind zwar alles einwandfreie Rock-Nummern, dennoch gesellen sich dazwischen stark-progressive Momente dazu, mit einem Hang zu Melodien und einem großem Harmoniebedürfnis. Auch wenn Matthias Ledwinkas Stimme gelegentlich etwas sakral klingt, vor allem wenn er sich von seinem Kollegen Joachim Berger unterstützen lässt. Bei "Gyro" wird die Sache richtig interessant: Irgendwo zwischen Arcade Fire und The Polyphonic Spree groovt der Song dahin und wird dabei von gelegentlichen Rockeinlagen noch ordentlich zerrissen. Auch "Howard Dick" macht Lust auf mehr; der unrunde Stomper verpasst keine Möglichkeit um nicht mit den frühen “Shout Out Louds“ zu konkurieren, während ihnen Soundgarden - mit der Peitsche - dicht auf den Fersen sind. Bei "Stream" haben sie Sergeant Pluck Himself dann eingeholt und es wird munter drauf los gerotzt. Herrlich wie viele Stimmungen ein Album haben kann und dabei so unverbraucht klingt. Das ruppige "This City" würde am ehesten einem Vergleich mit Lausch standhalten. Bei "Did You Touch My Elbow" flacht meine Begeisterung erstmals ab, denn der Titel passt nicht wirklich in den Kontext und wirkt so ein wenig verloren, trotzdem rockt es wie Sau oder vermutlich gerade deswegen. Auch "Fireside Hero" plätschert ohne größere Aufregung vor sich in. In "Crowd" gesellen sich dann sogar Streicher zu dem Trio, obwohl ich zuerst meinen Ohren nicht traute. Eine wunderschön dichte Komposition, die sich auf keinen Fall vor seinen großen Kollegen zu verstecken braucht. Mein anfänglicher Verdacht erhärtet sich immer mehr, Matthias Ledwinka klingt streckenweise tatsächlich nach Morton Harket von A-Ha - auch wenn er das vielleicht nicht gerne hört - dennoch hat der Mann eine großartige Stimme, die bei dem eben erwähnten Song ganz besonders gut zur Geltung kommt. Hut ab. "Surprise, Surprise" ist dann fast keine Überraschung mehr, dennoch fügt es dem Album eine weiter Facette hinzu. Wunderschön melancholisch startet das Stück und baut sich in seinen sechs Minuten immer mehr zu einem Wirbelsturm der Melodien auf. Für mich der perfekte Schlusstrack. Dennoch kommt noch eine Nummer: "Christmas Eve" beendet mit seinem gemütlichen Schunkel-Tempo "Yesterday Will Not Come Again" und macht gegen Ende sogar nochmal ordentlich Laune.
Sehr ansprechend finde ich auch das gelungene Artwork, dass die musikalische Reise gekonnt zu unterstreichen vermag.
Fazit: Sergeant Pluck Himself servieren uns auf "Yesterday Will Not Come Again" astreinen Indie-Rock mit einem großen Harmoniebedürfnis und immensem Abwechslungsreichtum. Bestückt mit vielen progressiven Momenten, finden sie immer wieder zurück zu den Melodien und lullen den Hörer so gekonnt ein. Unbedingt Antesten!
Anspieltipps: Bruin, Stream, Gyro, Crowd, Surprise Surprise
Vergleichbares: Pearl Jam, Built To Spill, Arcade Fire, Soundgarden, The Polyphonic Spree, Shout Out Louds, Karnivool
 
Score:
82% Hervorragend!

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