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Interview: Corvus Corax

mit Harmann der Drescher vom 2. August 2013 beim Wacken Open Air, in Wacken
Wie ist es eigentlich wenn man mit einer Band der Mittelalterszene mit ihren vielen klobigen und exotischen Instrumenten durch die Welt reist? Wie schon in unserem Interview mit Sic und Jenny von der niederländischen Pagan-Folk-Band Omnia klar wurde: Es ist wohl keine so leichte Angelegenheit. Diese Instrumente sind meist so empfindlich, dass bereits eine leichte Veränderung der Luftfeuchtigkeit ihren Klang verstimmen kann. Da wird jeder Soundcheck doch sicherlich zur Tortur, oder? Um die Situation genauer unter die Lupe zu nehmen, trafen wir uns auf dem Wacken Open Air mit Harmann "Norri" dem Drescher, der für die deutsche Band Corvus Corax die Drumsticks schwingt.
Auch berichtet uns Norri, wie man überhaupt so ein Instrument zu bauen und zu Spielen erlernen kann. Es ist ja nicht so, dass damals, als die Band 1989 gegründet wurde, in jedem Musikmagazin eine Punkt-für-Punkt-Anleitung zum Ausschneiden publiziert wurde. Nein, es war sogar vergleichsweise schwer, an dieses spezielle Wissen zu gelangen. Einiges konnte man aus alten verstaubten Bibliotheken - zwischen halbtoten Historikern und noch weniger lebendigen Bibliothekaren - zusammenklauben. Viele Informationen stammen jedoch aus volkstümlich geprägten Gegenden Europas, wo die Menschen sich bis heute das Wissen um die alten Klänge und Instrumente bewahrt haben. Klingt doch recht abenteuerlich, wenn man sich auf eine Reise begeben muss, um sein zukünftiges musikalisches Werkzeug zu finden? Das hat fast schon etwas mystisch-sakrales an sich ...
Doch wie authentisch ist nun die heute auf diesen alten Instrumenten gespielte Musik? Da uns keine Tonaufzeichnungen aus dem Mittelalter überliefert wurden, woher wissen wir, dass das was wir hören so tatsächlich von der holden Maid, dem tapferen Schmied oder auch dem edlen Ritter gehört wurde? Benutzen die Jungs von Corvus Corax tatsächlich auch mittelalterlich Kompositionstechniken, wie zum Beispiel den Kontrapunkt? Seht selbst, was uns Norri dazu erzählt hat.
Am 15.11. wird das nächste Studioalbum der Band unter dem Titel "Gimlie" erscheinen. Dabei soll das erste richtige Musikvideo in der Bandgeschichte über eine Crodfundingkampagne finanziert werden. Hier treffen das Mittelalter und der Superdatenhighway kompromisslos aufeinander.
Viel Spaß beim Gucken!
Moderation: Alexander Kipke; Kamera: Arne Luaith, Adrian Erben

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