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Apocalyptica – 7th Symphony

Kritik von: Alexander Kipke
Album-Cover von Apocalypticas „7th Symphony“ (2010).
„Von Apocalyptica könnte man mehr erwarten ...“
Interpret: Apocalyptica
Titel: 7th Symphony
Erschienen: 2010
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Apocalyptica … wer sind eigentlich diese Jungs aus Finnland und was wollen sie uns mit ihrer Musik sagen? Diese Frage stellte sich wohl so einigen Hörern ihres neuen Albums „7th Symphony“, denn wer sich noch an ihre früheren Werke erinnern kann, der dürfte sich etwas vor den Kopf gestoßen fühlen. Es steht zwar Apocalyptica drauf, doch es ist nicht wirklich Apocalyptica drin!
Der Sound ist technisch betrachtet durchweg gut, der Introsong „At the Gates of Manala“ fällt gleich äußerst positiv auf! Ein sehr energiegeladenes und bombastisches Instrumentalstück, eine wahre Perle dieses Albums und einer der wenigen Momente, in denen man wirklich Apocalyptica erkennt!
Danach ist aber auch erst einmal Schluss mit Altbekanntem der Cello-Rocker. Der Song „End of Me“ mit Rossdale am Mikro klingt gut, ist aber viel zu radiofreundlich und dadurch recht untypisch. Manch einer wird sich wahrscheinlich freuen, dass Apocalyptica jetzt immer öfter Songs mit Vocals einspielen. Doch dieser große Anteil an Vocalstücken ist es gerade auch, der so gar nicht das typische Apocalyptica-Flair aufkommen lassen will; zudem wie immer „nur“ Gastsänger die Vocals eingesungen haben. Erst seit dem 2007 erschienen Album „Worlds Collide“ gehören die Vocals überhaupt zum festen Bestandteil der Musik der Band.
Der darauf folgende Song „Not Strong Enough“ fügt sich leider in dasselbe Schema ein, genauso die nachfolgenden "Broken Pieces" und "Bring Them to Light" … Auch die restlichen Instrumentalstücke wie „Rage Of Poseidon“, „ Sacra“ oder „On The Rooftop With Quasimodo“ sind gut, aber ziemlich belanglos, und reichen bei weitem nicht an frühere Werke heran. Insbesondere wird die in „On The Rooftop With Quasimodo“ ausgedrückte Zerrissenheit und Spannung durch den Beat des Schlagzeugs gänzlich zerstört.
Einzig beim Song „Beautiful“ ist der Name wirklich Programm, er erscheint tatsächlich äußerst emotionsreich und geladen.
Während bei ihrem Erfolgsalbum „Cult“ die einzelnen Instrumentalstücke klare Strukturen aufwiesen und selbst im schnellsten und verücktesten Spiel immer souverän, heavy und beeindruckend klangen (man erinnere sich an „Hall Of The Mountainking“), so vermischen sich dieses mal die Instrumente des Quartetts an manchen Stellen zu einer lauten und unmelodischen Redundanz, so etwa bei "Bring Them to Light". Aus diesem Sammelsurium ist schon fast nicht mehr herauszuhören, ob wirklich die Celli im Einsatz sind oder lediglich E-Gitarren das Klangbild füllen.
Dies steht auch zu den teilweise minimalistisch anmutenden Stücken der Vergangenheit im Kontrast, welche ohne solch ein lautes Mischmasch überzeugen konnten. Das neue Motto heißt anscheinend: „Je lauter desto besser, und ein pompöser Knall ist die Vollendung!“ Zudem kann sich das Album nicht wirklich zwischen Progressive, Thrash und Death Metal entscheiden, wobei die Kombination all dieser Genres eben nicht den so beliebten Cello-Rock ergibt!
Das Album ist nicht schlecht, eigentlich eine solide und abwechslungsreiche Metalarbeit mit einigen Radio tauglichen Songs. Doch von den Cello-Rockern erwartet man mehr als ein gefälliges „Mainstream-Gedudel“! Aber anscheinend wollte Apocalyptica nach den Vorzeigeerfolgen des letzten Jahrzehnts ein einfaches und allen gefälliges Album produzieren, das ein bisschen Geld in die Kasse spült und was bei der sonstigen Klasse der Gruppe wirklich sehr schade ist. Denn sie gehörten früher nicht zum Mainstream und waren ein wahres Erlebnis für die Ohren!
Alles in allem haben wir hier leider bei weitem keinen Apocalyptica-Meilenstein vorliegen und warten gespannt auf das nächste und dann hoffentlich wieder typischere Werk des finnischen Quartetts!
 
Score:
65% Annehmbar …

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