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Accu§er – Dependent Domination

Kritik von: Alexander Kipke
Album-Cover von Accu§ers „Dependent Domination“ (2011).
„Thrash Metal made in Germany.“
Interpret: Accu§er
Titel: Dependent Domination
Erschienen: 2011
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Nach gerade mal 14 Monaten seit dem letzten Album „Agitation“, platzieren die Thrasher aus Siegen schon den nächsten Silberling namens „Dependent Domination“ in den Ladenregalen. Man merkt, die Band will arbeiten! Die Jungs wollen ihren Status in der Szene seit der Reunion zügig wieder ausbauen und an die früheren Erfolge anknüpfen.
Um zu verstehen, welche Bedeutung dieses Album für die Band selbst hat, muss man einen kurzen Blick in die Vergangenheit von Accu§er wagen. Die Band wurde im Jahre 1986 gegründet und spielte in der Anfangsphase erfolgreich den für deutsche Bands typisch rauen Thrash Metal.
Mit der Zeit kamen jedoch immer mehr groovige Elemente und Bausteine des Hardcore hinzu. Spätesten ab dem 1995er Album „Taken by Thorat“ fielen diese modernen Elemente derart umfangreich aus, dass der kommerzielle Erfolg der Songs stark zurückging.
Als Reaktion darauf löste sich die Band nach 10 Jahren im Geschäft 1996 auf.
Seit 2008 und somit seit dem Album „Agitation“ findet nun das Comeback der Band in die Szene statt. Um jedoch nicht wieder an der vormaligen Entwicklung des Accu§er-Sounds zu scheitern, besann sich die Band auf ihre Wurzeln und löste sich von allem, was in alten Tagen zum Breakup geführt hatte. Dies macht sich vor allem an der neuen Stimmung der Gitarren bemerkbar.
Die Platte selbst ist zwar relativ kurz – ohne Intro sind es 10 Tracks mit einer Gesamtpielzeit von 48:37 Minuten –, kommt aber dennoch sehr abwechslungsreich daher. Der Hörer bekommt von den ersten Sekunden des ersten Songs an durchweg einen stabilen Energie– und Spannungsbogen wortwörtlich „um die Ohren gehauen.“
Der Sound lässt sich ersteinmal grob mit den Eigenschaften „schnell, laut, aggressiv, energiegeladen und wütend“ beschreiben. Alles in allem fällt so ziemlich jeder Titel der Platte in dieses brutal-raue Schema. Dennoch können die Mannen aus Siegen durch einige melodische Einlagen, Midtempo-Passagen und sogar einen Aukustikgitarrenausklang abwechslungsreiche Unterhaltung bieten.
Die Musik der Scheibe fällt durchweg gitarrenlastig aus und ist geprägt von virtuosem Spiel und ausgedehnten Gitarrensoli, wie z.B. in „Beneath Your Dignity“. Gesang und Schlagzeug gehen dabei etwas unter, was jedoch weniger am Mixup liegt, als vielmehr an den hervorstechend guten und auselaborierten Gitarrenpassagen. Das ist nicht unbedingt Makel, da viele starke Riffs für qualitativen Ausgleich sorgen und alles in allem dennoch ein runder Sound-Eindruck entsteht.
Über die gesamte Zeit seit Gründung der Band hat sich an den Lyrics und dem Inhalt der Alben nichts großartig geändert: Accu§ers Musik bleibt auch bei diesem Werk durchgehend gesellschafts– und sozialkritisch. An dieser Stelle kommt manch einem womöglich ein Vergleich zwischen der Entwicklung von Accu§er und der von Apocalyptica in den Kopf: In den Anfangsjahren waren Letztere mit Alben wie „Cult“ ohne jegliche Gesangsparts auf der Höhe ihres Schaffens! Die Musik war stimmig und jedes Album ein kleines Meisterwerk. Wenn Accu§er sich etwas mehr auf ihre ausgeklügelten Instrumentaleinlagen besinnen und diese noch weiter ausbauen würeden, vielleicht das keine schlechte Entwicklungsrichtung. Die Texte der Songs weisen nämlich nahezu keine Komplexität oder Tiefe auf und wirken streckenweise fast schon redundant und erzwungen. Es hat teilweise fast den Anschein, als ob Vocalist Frank Thoms nur deshalb Worte ins Mikrofon singt, weil es irgendwie von ihm erwartet würde.
Technisch betrachtet ist auf dieser Platte alles sauber arrangiert! Dem Hörer wird eine sehr gute Soundqualität ohne größeren Makel geboten.

Fazit:

Dependent Domination ist ein starker Nachfolger für das 2008er Album „Agitation“, doch was hier letzten Endes fehlt, ist im Grunde der besondere Hit. Ein Track, der den Hörer fesselt, umwirft oder sich mit einer besonderen Hookline in seinem Ohr festsetzt. Dennoch: Der Schritt zurück zu den Anfängen war goldrichtig und wird sicherlich entsprechend ementsprechend von Fans und Presse honoriert werden. Man darf gespannt sein, wie die Jungs dieses Album mit der nächsten Produktion wiederum toppen wollen!
Oder, wie Sänger Frank selbst es in einem Interview bereits prägnant auf den Punkt brachte: „… das ist einfach bodenständiges Getrashe!“
 
Score:
68% Annehmbar …

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