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Defeater & Special Guests am 24.01.13 in der Essigfabrik in Köln

Autor: Johanna Wendel
Trotz üppigem Line-Up, welches sich auch als recht abwechslungsreich erwies, war die Stimmung am vergangen Freitag in der Essigfabrik leider etwas mau. Meine Vermutung ist, dass zwar viele Fans von Bands wie Defeater ihre Musik besonders wegen dem stark Emotionalen-Input schätzen, aber eventuell in der Öffentlichkeit vor ihren Saufkumpanen, denen es im stillen Kämmerlein genauso geht, dies nicht zugeben wollen.
Den Anfang machten Goodtime Boys, die ähnlich wie Landscapes hauptsächlich die Leute mitreißen konnten, die wahrscheinlich ohnehin wegen diesen gekommen waren. Eigentlich schade, denn beide Bands hatten ein nettes Repertoire an Stücken im Gepäck, denen man gerne zuhörte und auch eine authentische Wirkung hatten. Der britische Akzent des Landscapes Frontmannes stach auch während dem shouten besonders hervor, was mir persönlich aufgrund des Wiedererkennungswerts sehr gut gefiel.
Besser lief es dann schon bei Caspian, die um etwa viertel nach neun anfingen. Eine sehr hörenswerte Instrumental-Postrock-Band, was ich vorher in dieser Form nicht kannte. Sehr emotional, ganz ohne Stimme, das muss man vor allem verglichen mit den anderen anwesenden Bands, erst einmal hinkriegen. Caspian fanden um einiges mehr aufmerksame Zuhörer als ihre Vorgänger, irgendwie konnte einen diese Gruppe einfach in ihren Bann ziehen. Störender Faktor waren leider auch hier die Uninteressierten und nur Gott wusste, warum diese Leute überhaupt Geld für ein Ticket ausgegeben hatten. In den hinteren Reihen herrschte durchgängig Gebrabbel, das aufgrund der nicht-vorhandenen Vocals umso lauter erschien.
Um halb elf ging es dann mit Defeater los. Nachdem Sänger Derek Archambault vorher noch mit einem Gehstock durch den Saal gehumpelt war, versuchte er sein gebrochenes Bein später auf der Bühne so gut wie möglich zu verstecken. Los ging es mit „Bastards“ vom neuen Album „Letters Home“, darauf folgte „Dear Father“ von „Empty Days, Sleepless Nights“. Als dann die Akustik-Gitarre raus geholt wurde und „I don't mind“ anfing, was zugegebenermaßen eines der schnulzigeren Lieder ist, veränderte sich auch wieder die Stimmung in der Menge. Von einer Gruppe von vier Männern – direkt neben mir -, die sich so lautstark unterhielten, dass man die eigentliche Musik kaum noch hörte, entfernten sich mit mir einige andere herumstehende Konzertbesucher über die Lieder hinweg immer mehr. Selten hatte ich vorher ein solches Desinteresse erlebt und war sehr enttäuscht das Konzert nicht richtig genießen zu können. Nach nicht mal einer Stunde waren Defeater dann auch schon fertig, was ich als viel zu kurz empfand. Vermutlich wäre es besser gewesen, wenn man Defeater nicht als „Headliner“ angekündigt hätte, denn von der Spieldauer her, standen sie nicht viel länger auf der Bühne als ihre Vorbands auch.
Autor: Johanna Wendel

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