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Interview: Enochian Theory

vom 4. März 2013 in der Markthalle, Hamburg
Deutschland sucht den Superstar, X-Factor, Justin Bieber ... es gibt Metalheads, die ab hier demonstrativ das Lesen beenden und sich die Augen sofort mit Seife auswaschen oder einfach nur das Kotzen kriegen würden. Für manche Gruppierungen innerhalb der Metalszene scheinen das alles Begriffe zu sein, deren bloße Aussprache man mit einem Sakrileg gleichsetzen darf. Gewiss fallen Anhänger des True Metals in diese Kategorie, die beim bloßen Erklingen dieser Namen ruckartig den Raum verlassen würden.
Aber ist das übertrieben? Naja, der Metal, der Hard Rock und der Rock im Allgemeinen, die wollen sich als Genres von dem poppigen und inhaltsleeren Gedudel irgendwelcher gecasteten Eintagsfliegen abheben. Das ist doch der große Anspruch, den diese Musik an sich selbst stellt! Sie sieht sich als Underground-Mucke, also als etwas, dass nur einem ausgewählten Kreis an Hörern zugänglich oder besser gesagt überhaupt verständlich ist. Diese Musik steht für Freiheit, Individualismus und Rebellion. Oder tat es zumindest mal, bevor MTV und das Internet alles auf eine nicht nur kommerzielle, sondern auch künstlerisch austauschbar belanglose Schiene gezwängt haben. Nicht umsonst heißt es immer, dass die beste Zeit des Genres in den Achtzigern und Neunzigern war … alles was heute noch auf den Markt kommt, wurde damals irgendwo schon mal in irgendeiner vergleichbaren Form verbraten.
Und jetzt heute noch irgendwelche Flame Wars zu starten, bei denen man zum Teil auch innerhalb der Metalszene irgendwelche Subgenres runtermacht, ist doch einfach nur dämlich?! Es geht hier schließlich nur um Musik und darum Spaß zu haben. Wenn man etwas nicht hören oder sehen will, dann steht es einem jeden frei, einfach zu gehen. Man kann das alles statt irgendwelcher Genrekriege mit einer gesunden Portion Humor betrachten! So tun es auch die Jungs von der britischen Progressive Band Enochian Theory.
Mit ihrem typisch britischem Humor – eine Mischung aus offenherziger Ablehnung und dem berühmten Holzhammer – zeigen sie uns, was Sache ist beim Thema Castingshows, Justin Bieber und Co. Aber auch beim Thema schlechte Tourneen und schlechte Venues, nehmen die Drei kein Blatt vor den Mund! Denn obwohl sie als britische Band in der Heimat des Rocks leben, hat man es dort als Prog-Band gar nicht so leicht ein festes Publikum aufzubauen.
Aber warum ist das so? Und worin sieht die Band die Schlüsseleigenschaft, die einen Song zu etwas Progressivem macht? Ist jeder Song, der 52 Minuten lang ist, auch gleich progressiv, oder verbirgt sich ein anderes Verständnismuster dahinter? Erfahrt es einfach selbst in unserem kurz vor dem Auftritt der Band - als Support für Threshold - in Hamburg gefilmten Interview.
Viel Spaß beim Gucken!
Moderation: Arne Luaith; Kamera: Alexander Kipke
Wer in das aktuelle Album „Life... And All It Entails“ von 2012
reinhören möchte, kann dies hier tun:
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