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Buffalo Summer – Buffalo Summer

Kritik von: Michael Voit
Album-Cover von Buffalo Summers „Buffalo Summer“ (2012).
„Buffalo Summer spielen balladenfreien, verschnörkelten, aber druckvollen Southern-Rock mit der nötigen Portion Soul und einem ausgeprägtem Hang zu Melodien ...“
Interpret: Buffalo Summer
Titel: Buffalo Summer
Erschienen: 2012
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Wales ist nicht unbedingt für die Herkunft einer Vielzahl an Rock-Bands bekannt - vielleicht mit der Ausnahme von den Manic Street Preachers, Badfinger, Lostprophets oder den Stereophonics - dennoch gibt es eine, die sich aufmacht, dem Land diesbezüglich zu ein wenig mehr Ruhm zu verhelfen: Die Rede ist von dem südwalisischen Kollektiv um Sänger Andrew Hunt namens "Buffalo Summer", das schon seit ein paar Jahren dort ihr Unwesen treibt. Er hat mit Bruder Gareth an den Drums, Gitarrist Jonny Williamson und Darren King am Bass perfekte Wegbegleiter gefunden, um die Botschaft "Rock 'n' Roll" in die Welt hinaus zu schreien.
Daher fackelt das Quartett auf dem gleichnamigen Debüt gar nicht lange und kommt mit dem Opener "She's All Natural" sofort auf den Punkt. Und der lässt sich als astreiner Southern Rock mit leichtem Mainstream-Einschlag und ordentlich frischem Wind, ausmachen. Die Truppe rockt und rollt - alles mit einer angenehmen Brise Soul versehen - und macht dabei noch soviel Druck, dass der Hörspaß zu keiner Sekunde zu kurz kommt. Die meisten Southern-Rocker verlieren sich ja irgendwann in ihrem Gitarren-Gegniedel, nicht so Buffalo Summer, die dem Hörer die Riffs bis zum Ende prägnant und kurzweilig um die Ohren hauen; aber immer alles im anspruchsvollen, wie qualitativ hochwertigen Bereich. Und auch die Soli-Liebhaber kommen bei den Jungs nicht zu kurz, den Jonny Williamson spielt ein so sattes Ruder, das durchaus auch Vergleiche mit Scott Holiday von den Rival Sons standhält. Ganz ähnlich klingen Buffalo Summer immer wieder mal, wie der Folge-Track und Vorzeige-Nummer des Albums "Down By The River" zeigt.
Natürlich grasen sie auch noch andere Genre-Kollegen wie My Dynamite, American Minor, Dirty Americans oder ihre irischen Nachbarn von The Answer - um nur einige zu nennen - , ab. Und in all diesen grandios verarbeiteten Einflüssen fügt sich Sänger Andrew Hunt's Stimme perfekt ein, der wie eine Mischung aus Aaron Buchanan von Heaven's Basement und Toby Jepson der Little Angels klingt. Eine wirklich angenehme Sache wenn ein Sänger auch wirklich singen kann. Mit dem äußerst eingängig-rotzendem "Truth From Fable" oder dem, mit aller Hand interessanter Licks und catchy Hooks gespicktem "A Horse Called Freedom", halten sie sogar Trümpfe für alle Heaven's Basement-Anhänger in der Hand, mit denen sie sich schon auf dem Download-Festival - neben Skid Row und Ugly Kid Joe - die Bühne teilten. Was, sobald man das Gitarren-Vorzeigestück mit knackigem Solo "Rolls On Through" oder den Kracher "March Of The Buffalo" gehört hat, durchaus nachvollziehbar ist. Getreu der Hookline des letzteren Songs, "Never get enough, never get enough", ergeht es mir dann auch damit: Ein Stück zum Immer-Wieder-Hören. Hier stimmt einfach alles, der Gesang, die fetten Gitarren - die gegen Ende nochmal so richtig gewürgt werden -, der eingängige Chorus, der treibende Rythmus und auch das Tempo. Der Titel wäre prädestiniert für Luftgitarren-Wettbewerbe aller Art, da sich selbst Fans der etwas härteren Gangart hier nicht vernachlässigt fühlen werden und sich getrost die Haare vom Kopf schütteln können.
Video-Link zu "Down To The River (Live on Litium)":
In der zweiten Hälfte des Albums nimmt generell das Tempo noch ein wenig zu und lässt so keine Zeit für Langeweile oder Erschöpfungszustände. Angekommen bei "Ain't No Other" und "Keep On Running" kann ich nur noch staunen, wie viel Energie die Vier immer noch aufbringen, und dabei so unverbraucht wie authentisch klingen. Eigentlich sollte man meinen, mittlerweile sei mit Musik alles gesagt, aber weit gefehlt, Acts wie Buffalo Summer beweisen auf eindrucksvolle Weise das Gegenteil und vermögen es noch immer, Staunen in diesem Genre hervorzurufen. Bei dem Stomper "Typhold Mary" oder dem Laid-Back-Rocker und End-Track "Ol' Duke" ändert sich nichts an der Klasse der Mucke, auch wenn sich mittlerweile immer öfter der Eindruck aufdrängt, das alles irgendwo schon mal gehört zu haben. Diese Vertrautheit verkürzt natürlich die Eingewöhnungsphase des Longplayers und so kann gleich von Beginn an, ganz unverkrampft ab- wie auch mitgerockt werden. Außerdem finde ich das Cover-Art und somit ihr Band-Logo äußerst ansprechend, das das musikalische Anliegen bzw. Spektrum der Band recht schön widerspiegelt.
Fazit: Luftgitarren bereithalten Freunde! Schlaghosen, weite Hemden und wallendes Haar haben wieder Saison: Buffalo Summer spielen balladenfreien, verschnörkelten, aber druckvollen Southern-Rock mit der nötigen Portion Soul und einem ausgeprägtem Hang zu Melodien, der sich wie ein roter Faden durch das gesamte Album windet. Die Truppe um die Gebrüder Hunt veröffentlicht still und leise ein wahres Meisterwerk mit straffem Rythmus und gut dosiertem Drive, das schnellstmöglich der breiten Masse zugänglich gemacht werden muss. Darum riskiert ein Ohr und verbreitet dann, überwältigt von ihrem Soul, die frohe Kunde. Unbedingte Kaufempfehlung für alle Rock- und Southern-Fans.
Anspieltipps: She's All Natural, Down To The River, A Horse Called Freedom, Rolls On Through, March Of The Buffalo, Ain't No Other
Vergleichbares: My Dynamite, Heaven's Basement, American Minor, Dirty Americans, Rival Sons, The Answer

 
Score:
92% Höchste Kunst!

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