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Led Astray – Decades of Addiction

Kritik von: Adrian Erben
Album-Cover von Led Astray s „Decades of Addiction “ (2012).
„Bei Decades of Addiction stimmt einfach das Gesamtpaket.“
Interpret: Led Astray
Titel: Decades of Addiction
Erschienen: 2012
Led Astray sind eine hoffnungsvolle deutsche Newcomerband aus der schnell wachsenden Deathmetal - und Hardcore-Szene. Gegründet wurde das Sextett im Jahre 2006 in Bautzen, bereits zwei Jahre später wurde der erste Longplayer One Million Bullets in Eigenregie veröffentlicht. Nach diversen Tourneen, unter anderem im Vorprogramm von All Shall Perish, Maroon und Hatesphere, folgte dieses Jahr mit der Unterzeichnung eines Plattenvertrages der nächste große Schritt. Im Dezember ist das zweite Album Decades of Addiction erschienen. Gelingt es der Band sich mit diesem Album von der großen Masse an Deathmetal-Gruppen abzuheben? Hier erfahrt ihr mehr!
Das Intro ist ein kleiner Zusammenschnitt aus Audioaufnahmen und endet mit dem Satz "Das ist Radio wie es sein sollte!". Das klingt ja schonmal durchaus selbstbewusst. Und dementsprechend beginnt der erste richtige Song Darkest Season sofort aggressiv mit Distortion Gitarren und Scream/Growl Vocals. Das Drumming ist nahezu virtuos. Der Mittelteil ist etwas ruhiger, dann zieht das Tempo allerdings noch einmal ordentlich mit Double Bass Spuren an. Weiter geht es mit Demon: Der Track beginnt mit einem netten Intro, welches in ein grooviges Riff übergeht. Die Vocals sind auch hier relativ aggressiv. Bemerkenswert ist das ansteigende Tempo im Mittelteil inklusive Blast Beats. Dank seinem Breakdown, den Gang Vocals im Hintergrund und der irrsinnigen Double Bass Spur am Ende ist dieser Song ein absolutes Highlight. Wounds wird durch ein creepy Riff eingeleitet, bevor das Schlagzeug gewohnt brachial einsteigt. Die Gitarren klingen sehr thrashig. Vom Sound her erinnert der Song stark an Slayer. Die Blast Beats passen wie die Faust auf das Auge, ein gutes Beispiel für die Verschmelzung traditioneller und moderner Elemente, ein besonderes Merkmal was diesen Silberling ausmacht.
Rise of an Angel ist definitiv der Beste Song auf Decades of Addiction, denn bei keinem anderen harmonieren Gitarre und Schlagzeug so gut, auch der teilweise unverzerrte Gesang klingt ziemlich cool. Auch dieser Titel ist sehr thrashig und erinnert instrumental gesehen an den 80er Jahre Thrash. Das Schlagzeug Intro von Reaper Of Fate will nicht so recht zu den vorherigen Songs passen. Es erinnert an einen rollenden Zug, ist aber dennoch sehr virtuos und hat Wiedererkennungswert. Die Gitarren wechseln zwischen Groove und Thrash, der Schlagzeuger demonstriert die ganze Bandbreite seines Könnens. Der Breakdown fügt sich perfekt ein und animiert zum moshen. Nun folgt allerdings mit Traitors of Humanity ein kleiner Durchhänger. Der Bass Part zu Beginn ist zwar ganz nett, aber der Rest ist nicht innovativ und ähnelt den übrigen Titeln zu sehr. Obwohl alle Instrumente gut gespielt sind, entsteht hier eine gewisse Monotonie.
Black Blood beginnt sehr gemäßigt, pumpt aber dennoch kräftig. Das Drumming ist wieder gewohnt brachial gehalten, allerdings gehen die Gitarren ein wenig unter. Dies liegt wohl daran, dass der Mix nicht ausreichend an die sehr tiefen Riffs angepasst wurde. Deshalb wirkt das ganze leider etwas wie ein Sound-Brei. Weiter geht's mit Modern Gladiator, und zwar direkt ohne Intro. Die Beats sind sehr wild, es gibt eine große Menge an Wechseln, zudem herrscht eine große Vielfalt an einfachen und eingängigen Gitarrenriffs. Im Mittelteil fällt das Tempo erst, nur um dann eine rasante Geschwindigkeit zu erlangen. Für Live-Performances ist das sicher ein Highlight. Zum Ende hin faded der Titel dann langsam aus. Ausverkauft startet sehr evil mit einem schnellen Riff, bei dem der Drummer seine Fähigkeiten perfekt demonstrieren kann. Die Vocals sind sehr überzeugend, ebenso wie der Tempowechsel im letzten Drittel. Als Closer fungiert Decayed Privacy: Eingeleitet wird er durch ein schnelles Gitarrenintro, das Verse-Riff erinnert an Trivium. Das Tempo ist insgesamt rasant. Interessant sind die Stellen, an denen das Schlagzeug dazwischen aussetzt, um dann noch brachialer wieder einzusteigen. Der Song ist sehr vielseitig und innovativ! Der Piano-Part weiß besonders zu gefallen.
Led Astray schaffen es durch ihre stilistischen Experimente kaum langweilig zu klingen und das ist in einer Zeit, in der Deathmetal-Bands eine Hochphase haben, doch durchaus bemerkenswert. Die Produktion weist leider an einigen Stellen kleinere Mängel auf, was dem Gesamteindruck jedoch nicht schadet. Das Albumcover ist sehr gelungen und sticht auch sofort ins Auge.
Anspieltipps: Demon, Rise of an Angel und Ausverkauft. Bei Decades of Addiction stimmt einfach das Gesamtpaket, deswegen bekommt es 77 von 100 Punkten.
 
Score:
77% Gut.

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