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Vardlokkur – Articulo Mortis

Kritik von: Adrian Erben
Album-Cover von Vardlokkurs „Articulo Mortis“ (2012).
„Mangelnde Inovation und schlechte Produktion.“
Interpret: Vardlokkur
Titel: Articulo Mortis
Erschienen: 2012
Zuletzt war es sehr still geworden um Vardlokkur. Die Pagan Black-Metaller aus Dänemark beschränkten sich darauf, nur hier und da vereinzelte Gigs zu spielen. Auch erklärende Infos von Seiten der Band waren Fehlanzeige. Daher kommt das zweite Album Articulo Mortis wirklich ein klein wenig überraschend, doch das soll uns nicht weiter stören. Das Albumcover sieht schon fast erzwungen Black Metal-lastig aus. Sofort sticht der blutverschmierte, weiss-geschminkte Sänger, der eine Eisenkette in der Hand hält ins Auge. Das erweckt zwangsweise das Interesse eines jeden Genre-Liebhabers! Ob die Musik das halten kann? Wir sind gespannt!
Der Longplayer wird durch einen Titel namens Abyss Incantation eingeleitet. Auf den ersten Eindruck klingt er sehr klischeehaft, offenbar orientiert sich Vardlokkur an den legendären norwegischen Black Metal-Bands der 90er Jahre. Allerdings gibt es hier doch einen qualitativen Unterschied: das Haupt-Gitarrenriff wiederholt sich zu oft und auch sonst mangelt es an Innovation. Die Vocals sind durchschnittlich für das Genre, weder besonders gut noch besonders schlecht. Die Drums sind gut gemacht und in der Mitte des Songs kommt sogar mal ein bisschen Varitation dazu. Alles in allem kann Abyss Incantation leider nicht wirklich überzeugen. Erschwerend kommt dazu, dass die Produktion (und nicht nur hier, sondern auf dem ganzen Album) mangelhaft geraten ist. Das gleiche Problem hat auch der nachfolgende Titeltrack, Abwechslung gibt es leider auch hier nicht, musikalisch halten sich die Unterschiede der ersten beiden Stücke in Grenzen. Anders verhält es sich mit Den Indre Deamon: Dieser Song beginnt mit einem anderen Riff und allein das ist schon mal ein Lob wert. Nach dem Einstieg des Sängers herrscht zunächst wieder das gleiche Manko, nämlich mangelnde Innovation. Allerdings gibt es diesmal einen kleinen Breakdown in der Mitte und ein paar kleinere Tempowechsel. Die Riffs sind eigentlich in Ordnung, kommen aber wegen der Qualität der Produktion nicht zur Geltung.
Der nächste Song, Hellpath, beginnt mit dem krächzenden Einstieg der Vocals. Zu Beginn ist er durchaus ein gutes Stück schneller. Der Schlagzeuger macht hier einen guten Job, sein Spiel ist aggressiv, vereinzelt finden sich auch Blast Beats eingestreut. Die Band hat hier ein paar kleinere Tempowechsel eingebaut. Das Solo - falls man es so nennen kann - ist ob seiner kürze eher enttäuschend. Weiter geht es mit Den Rustne Kloer: Das Main Riff ist sehr monoton, aber die Drums glänzen mit einem aggressiven Beat. Insgesamt ist das Produkt diesmal abwechslungsreicher geworden, was nicht zuletzt an dem eingebauten Interlude liegt. Die Aufnahmequalität ist hier leider besonders schlecht geworden, sie variiert sogar während dem Song. Das Ende ist sehr abrupt. Der Closer hört auf den Namen Temple Af Knogler und beginnt mit einem unverzerrten Gitarrenriff, bevor das gleiche Riff in einer stark verzerrten Version wiederholt wird. Die Vocals krächzen, wie man es in diesem Genre erwartet. Stellenweise kann man hier sogar den Bass hören. Insgesamt ist dies wohl der beste Titel auf dem Album.
Fazit: Vardlokkur erzeugen mit ihrem Albumartwork eine zünftige Black Metal-Stimmung. Leider kann das musikalische Material die erzeugten Erwartungen nicht erfüllen, was vor allem an mangelnder Innovation und der schlechten Produktion liegt. Dennoch werden sich in Szene- und Fankreisen sicherlich Liebhaber finden. Insgesamt gibt es hierfür 58 von 100 Punkten.
 
Score:
58% Blamabel.

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