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Interview: Oomph!

vom 3. August 2012 beim Wacken Open Air, in Wacken
Nachdem sich das Wacken in den letzten Jahren mehr und mehr auch Genres abseits der Haupt-Zweige der Metal-Genealogie geöffnet hat, kommt man auf dem größten Metal-Festival der Welt immer öfter auch in den Genuss eines recht exotischen Randstils: Der Neuen Deutschen Härte. Klein aber fein fristet dieser nicht wirklich definierbare Fels in der Brandung der Hybridstil-Suppe seit den frühen 90er Jahren ein relativ unberührtes Dasein abseits vom hektischen Wandel, Revolutionen und Abgesängen der meisten größeren Bandkategorien. Bei Wind und Wetter hatten wir dieses Jahr auch die Gelegenheit, mit den Mannen von Oomph! im Zuge ihres dritten Auftritts auf dem Festival ein ausführliches Gespräch mit erfrischendem politischem Einklang zu führen. Trotz ihres kurzweiligen Chart-Erfolges mit Tracks wie „Augen auf!“ vor fast einem Jahrzehnt und ihrer prägenden Wirkung von Global Player wie Rammstein zählen die Braunschweiger doch eher als Untergrund-Band. Umso mehr hatten sie uns zu erzählen!
Wie sehen sie sich selbst in der ihnen oft zugetragenen Rolle als Mitbegründer Neuen Deutschen Härte? Berechtigtes Label oder medialer Etikettenschwindel? Und welche Veränderungen haben sie in diesem Genre über die letzten 20 Jahre beobachtet? Wie kommt es, dass die NDH von all den stilistischen Prägungen und Aufspaltungen der meisten anderen Genres relativ unberührt geblieben ist und wir uns heutzutage nicht an Dingen wie „Melodic Death Härte“ oder „Punk Vibe NDH“ erfreuen können? Wo sehen sie die NDH in 5, 10 oder 20 Jahren?
Was denkt die Band rückblickend über ihre Erfolgsphase in den Charts? War die ganze Sache ein lohnender Karriere-Boost für sie? Sahen sie darin eher die Chance, vielen Menschen ihre Botschaften mitzuteilen und die Gesellschaft ein Stück weit zu verbessern? Und gibt es da womöglich eine gewisse Wehmut darüber, dass sie inzwischen wieder zum Insider geworden sind und zumindest im ganz großen Pop-Ausmaß weniger Gehör finden als früher? Wie weit ist es in Deutschland ihrer Ansicht nach also tatsächlich mit der „Freien Meinungsäußerung“ und der freien persönlichen Entfaltung? Wie sehr buckelt Deutschland unter religiös motivierten Schreckensvisionen und wie weit geht die Zivilcourage beim Thema Zensur? Sind die breiten Massen für derartige „Kritik“ überhaupt noch empfänglich, oder sind die Gemüter schon viel zu weit abgestumpft, als dass man mit solchen Botschaften in seiner Musik wirklich jemanden erreichen könnte? In wieweit manipulieren die Medien das öffentliche Bild und die öffentliche Meinungsbildung? Sind sie tatsächlich frei und unabhängig? Und konditionieren sie die Massen womöglich zu einem „dummen Volk“?
Auch zu politischen Themen hatten die beredten Musiker einiges zu erzählen. Ein bekannter Kabarettist meinte einmal, in Deutschland gäbe es keine Politikverdrossenheit, sondern eine Politikerverdrossenheit. Ob Oomph! dieser Einschätzung wohl zustimmen? Und wie steht es überhaupt um die Politik in unserer Gesellschaft? Wie sehen die Jungs den neumodischen Imperativ des „Wachstums“, der über unserer westlichen Ökonomie thront und mit gnadenloser Peitsche zu Märkte zu regieren scheint? Wie wirken sich Griechenland-Fiasko, milliardenschwere Rettungspakete am Discounter-Fließband und das systematische Mundtot-Machen jeglicher EU-Kritiker auf die Zukunft aus? Welche Folgen ergeben sich für die Musikindustrie, für Label und für Bands? Hat die gepresste CD noch eine Zukunft oder führt der Weg zurück zum Musiker, der sein Geld ausschließlich aus Live-Shows und Merchandise-Verkäufen bezieht?
All das und vieles mehr erfahrt ihr in unserem fast halbstündigen Gespräch der ganz besonderen Art mit Oomph im Zuge unserer W:O:A 2012-Serie!
Viel Spaß dabei, und vielleicht den einen oder anderen erhellenden Gedankengang.
Moderation: Arne Luaith; Kamera: Alexander Kipke
Wer in das aktuelle Album „Des Wahnsinns fette Beute“ von 2012
reinhören möchte, kann dies hier tun:
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