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Trivium – Vengeance Falls

Kritik von: Adrian Erben
Album-Cover von Triviums „Vengeance Falls“ (2013).
„Trivium lassen auch diesmal nichts anbrennen.“
Interpret: Trivium
Titel: Vengeance Falls
Erschienen: 2013
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Das amerikanische Metalcore-Quartett Trivium um Sänger Matt Heafy zählt zu den bedeutendsten Metal-Acts der jüngeren Zeit. Der kommerzielle Durchbruch gelang den Jungs aus Florida bereits im Jahre 2005 mit ihrem zweiten Album Ascendancy, seitdem folgten drei weitere Outputs, darunter die hoch gepriesenen LPs Shogun (2008) und In Waves (2011).
In Deutschland sind zudem vor allem die Wacken-Auftritte 2011 und 2013 in Erinnerung geblieben. Dieses Jahr gab es als kleines Schmankerl zwei neue Tracks des neuen Werks Vengeance Falls zu hören, welche auf dem Festival frenetisch gefeiert wurden. Als wäre das alles noch nicht genug haben Trivium diesmal Disturbed-Frontman David Draiman als Produzenten gewinnen können, der für seine epischen Vocals bekannt ist. Die Erwartungen an die Scheibe waren angesichts dieser Fakten diesmal natürlich wieder riesig und auch wir haben es uns nicht nehmen lassen, die Scheibe einmal zu betrachten!
Tracklist:
1. Brave this Storm
2. Vengeance Falls
3. Strife
4. No Way to Heal
5. To Believe
6. At the End of this War
7. Through Blood and Dirt and Bone
8. Villainy Thrives
9. Incineration: The Broken World
10. Wake (The End Is Nigh)
Anders als bei den bisherigen Alben startet Vengeance Falls mit Brave this Storm ohne einen Intro-Track oder einen langsam beginnenden Song. Das hohe Tempo der Nummer ist absolut kompromisslos, stilistisch bewegt sich die Band hier zwischen den Bandklassikern Pull Harder und In Waves, was eine grandiose Mischung und ein absolut würdiger Opener ist. Der Titeltrack beginnt mit einem Riff, das an frühe Rammstein-Lieder erinnert bevor es sich in rhythmisch komplexe Gefilde bewegt. Das besondere an diesem Lied ist der Chorus, der absoluten Ohrwurmcharakter hat. Hier macht sich der Einfluss von Produzent Draiman das erste Mal so richtig bemerkbar, er hat den Gesangsleistungen von Heafy nochmals einen zünftigen Schub verpasst.
Strife ist eher ein Mid-Tempo Song, der vom Aufbau her an Down from the Sky erinnert. Auch hier muss der Chorus besonders gelobt werden, aber auch die übrige Instrumentalisierung ist natürlich gewohnt sicher! No Way to Heal ist ein klassischer Trivium-Song, der (wenn er in dropped-d aufgenommen wäre) auch von Ascendancy stammen könnte. Hier ist vor allem der Solopart erwähnenswert, Beaulieu hat sein Shredding noch weiter verfeinert. To Believe verdeutlicht den Einfluss, den Draiman auf den Sound der Band genommen hat, dieser Track erinnert stark an Disturbed. Das ist allerdings keinesfalls schlecht, denn der hohe Speed und die Melodien werden Fans der Band garantiert überzeugen. Mit At the End of this War kommen erstmals balladeske Züge auf, allerdings nicht lange, denn nach dem melodischen Intro wird das Lied brachial und kompromisslos. Hier könnte man der Band durchaus Riff-Recycling vorwerfen, das Ende war so ähnlich auf In Waves schon mal da (Wen es interessiert: Das Lied hieß A Skylines Severance). Natürlich wäre es durchaus möglich, dass hier eine Anspielung vorliegt, allerdings hat sich bisher kein Bandmitglied dazu geäußert.
Through Blood and Dirt and Bones ist eine melodische, kraftvolle Nummer, welche durchaus progressive Züge aufweist. Die Vocals sind auch hier überzeugend. Villainy Thrives beginnt düster und wird zu einer richtig harten Nummer, die eine interessante Rhythmik aufweist. Hier kann sich vor allem Drummer Augusto austoben. Incineration ist eine sehr progressive Nummer, die der Instrumentalisierung einen hohen Stellenwert einräumt. Hier gibt es diverse virtuose Soli, erwähnt werden muss hier vor allem das grandiose Bass-Solo von Gregoletto, das sich perfekt in den Sound einfügt. Stilistisch würde dieser Song am ehesten zu Shogun passen. Der Closer Wake ist gleichzeitig der Höhepunkt des Albums. Er beginnt wie auch At the End of this War balladesk, steigert sich dann aber zu einer absoluten Powernummer. Wunderbare Riffs reihen sich hier aneinander, Heafy liefert seine wohl beste Gesangsleistung überhaupt ab.
Das Albumartwork wurde diesmal mit einer Art Alien-Transformer versehen, das ist deutlich cooler als die seltsame Wolke auf In Waves. Die Gestaltung des Booklets ist auch insgesamt reifer gehalten.
Für die Abmischung war erneut Producer-Legende Colin Richardson zuständig, wozu auch etwas ändern: Der Sound des Vorgänger-Albums war makellos!
Fazit: Trivium lassen auch diesmal nichts anbrennen. Im Gegenteil: Die Band hat sich spürbar bemüht, die bei früheren Outputs kritisierten Punkte zu berücksichtigen und zu korrigieren. So wurde beispielsweise mehr Wert auf Qualität als auf Quantität gelegt, kurze Interludes wurden ausgelassen, das Booklet zeigt keine moderne Kunst. Musikalisch ist die Scheibe ebenfalls top, es gibt keinen Song der gegenüber den anderen abfällt und dazu natürlich einige echte Höhepunkte. Ausdrücklich muss vor allem die starke Verbesserung der Vocals gelobt werden, vor allem auch die der Background-Vocals, hier hat Produzent Draiman absolut überzeugende Arbeit geleistet. Vengeance Falls ist mit Abstand Triviums beste LP bis jetzt, wir vergeben dafür 91 von 100 Punkten.
Anspieltipps: Brave this Storm, Strife, Wake (The End Is Nigh)

 
Score:
91% Höchste Kunst!

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