Metal Trails Music Magazine | Metal Rock Punk Folk Pop and Alternative Music
Besuche uns auf Facebook! Besuche uns auf YouTube!

Airbourne – Black Dog Barking

Kritik von: Michael Voit
Album-Cover von Airbournes „Black Dog Barking“ (2013).
„Es wird gerotzt, getreten, geschrien und doch klingt alles immer irgendwie nach 'Running Wild'.“
Interpret: Airbourne
Titel: Black Dog Barking
Erschienen: 2013
[ Album bei Amazon.de kaufen ]
Fürs kommende Review solltet ihr euch unbedingt eine Hopfenkaltschale bereit halten, die Band hätte das sicher so gewollt. Die Rede ist von den australischen Rüpel-Rockern Airbourne, die schon die Ehre hatten und Lemmy für eines ihrer Videos gewinnen konnten. Die vier trinkfesten Herren melden sich heuer mit ihrem bis dato dritten Longplayer "Black Dog Barking" aus einer kurzen Schaffenspause wieder zurück. Der Titel lässt auf einiges hoffen und man kann ihnen nur wünschen, dass sie aus dem Sumpf der Belanglosigkeit, wieder zur alten Form zurückgefunden haben. Denn nachdem der musikalische Anspruch nach ihrem markerschütternden Debüt "Running Wild" Richtung Nachfolger "No Guts. No Glory" stetig absank, sind wir gespannt, was uns die Vier auf ihrem neuesten Release servieren.
Airbourne machen natürlich auch diesmal wieder ein Fass auf, dennoch wirkt alles schon ein wenig altbacken, denn seit ihrem Erstlingswerk hat sich am Stil der Jungs nicht mehr viel verändert. Sie klingen immer noch wie AC/DC auf Speed; nicht besser, aber auch nicht schlechter als beim Debüt – maximal mit einer Portion mehr Glam-Rock. Bei allen Bemühungen, halten sie auf "Black Dog Barking" nur mehr wenig bis keine Überraschungen bereit.
Als Opener fungiert diesmal der Titelsong der Debüt-EP "Ready To Rock" von 2004, der nochmal ein wenig überarbeitet, umarrangiert und geliftet wurde, aber so komplett die Ecken und Kanten des Originals verliert und leider auch viel zu steril klingt. Selbst der Text hatte beim Original noch um einiges mehr Gänsehautfaktor. Weiter geht's mit "Animalize", "No One Fits Me (Better Than You)", "Back In The Game" und "Firepower", die allesamt recht ähnlich klingen und maximal einen feuchtfröhlichen Bier-Abend, zu etwas späterer Stunde unterhalten können.
Es wird gerotzt, getreten, geschrien und doch klingt alles immer irgendwie nach "Running Wild". Man kann den Australiern nur wünschen, nicht den selben Fehler wie ihre Landsmänner Jet zu machen, und sich, bedingt durch musikalische Stagnation, ihr eigenes Grab zu schaufeln. Was beim Debüt noch so frisch und frech klang, hat sich jetzt in anhaltende Monotonie gewandelt. "Live It Up" - die erste Auskopplung - ist erstmals ein kleiner Lichtblick, da sich die Gebrüder O'Keeffe samt Mitstreitern endlich in unerforschtes Terrain vorwagen, in dem sie den Fuß zwischendurch mal vom Gas nehmen. "Woman Like That" ist dann zwar kein Glanzlicht, dennoch finden gelegentlich für Airbourne ungewöhnliche Melodien in den Song, die ihn beinahe poppig erscheinen lassen und sogar ein wenig an Mötley Crüe erinnern. Zwischendurch werden die Gitarren bis zur Übersteuerung betätigt und bei jedem Stück auch in atemberaubender Geschwindigkeit durchs Solo geprescht. Das muss man ihnen lassen: Beim Solieren machen sie absolut keine Gefangenen.
Kritik von: Michael Voit
Und so vielversprechend "Hungry" auch anfängt so schnell fällt es zurück ins alte Airbourne-Schema: Zwei gerade, zwei verkehrt und immer schön auf die Zwölf. Schade, eine wunderbare Chance für einen echten Ausreißer verspielt. Vor allem bei dem ständigen "Hungry"-Geschrei möchte man ihnen am Liebsten zurufen: "Dann bestellt Euch doch endlich was zu Essen!" Währenddessen geht das recht unscheinbare "Cradle To The Grave" in einer Flut aus Belanglosigkeit komplett unter. Und auch der Titeltrack am Ende des Albums, lässt weiterhin eine frische Brise vermissen und zurück bleibt ein fahler Beigeschmack. Das Artwork hingegen ist ein echter Hingucker und enthält erstmals kein Portrait der Band. "Black Dog Barking" ist auch Deluxe-Edition erschienen, das neben drei Bonus-Tracks noch das Konzert vom Wacken Open Air 2011 beinhaltet und somit unbedingt zu bevorzugen ist.
Fazit: Nicht vieles Neues im Lager der australischen Rüpel-Rocker: Der Pfad den Airbourne mit ihrem bislang dritten Album "Black Dog Barking" beschreiten, ist leider schon ziemlich ausgetreten. Die Problematik war absehbar, denn mittlerweile sind eine ganze Vielzahl von Bands auf diesen Trend aufgesprungen und rocken sich die Seele aus dem Leib; großteils sogar besser als das was hier geboten wird. Bitte versteht mich nicht falsch, "Black Dog Barking" ist nicht zwingend eine schlechte Platte, aber eben in der Entwicklung sehr gehemmt, fast so als würde die Truppe seit geraumer Zeit im Stand treten. Und die Frage die sich zusätzlich stellt, lautet: Wofür das neue Album kaufen, wenn ich doch schon das großartige Debüt besitze? Fans der Gruppe können natürlich zugreifen, allen anderen würde ich definitiv das Debüt ans Herz legen.
Anspieltipps: Ready To Rock, Firepower, Live It Up
Vergleichbares: AC/DC, Motörhead, Mötley Crüe, Judas Priest, The Scams, Dynamite

 
Score:
78% Gut.

Kommentare von Besuchern

Eigenen Kommentar schreiben:

Dein Name:
Deine E-Mail-Adresse: (optional, nicht sichtbar)
Deine Nachricht:
Sicherheitscode:
(wie angezeigt angeben)
Captcha
oder:
Fertig? Dann:

Nicht genug?

Diese Magazininhalte könnten dich ebenfalls interessieren!
Kategorie:
Interviews
Bilder
Reviews
Login Copyright © Metal Trails