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Nikki Sixx – Leben heißt Leiden

Kritik von: Michael Voit
Album-Cover von Nikki Sixxs „Leben heißt Leiden“ (2013).
„Schmerzen tun nicht weh!“
Interpret: Nikki Sixx
Titel: Leben heißt Leiden
Erschienen: 2013
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Frank Carlton Serafino Feranna Jr., den Meisten wohl eher als Bassist von Mötley Crüe unter seinem Künstlernamen Nikki Sixx ein Begriff, wartet mit einem neuen Buch auf. Das mittlerweile Dritte nach "The Heroin Diaries: A Year in the Life of a Shattered Rock Star" und der herausragenden Mötley Crüe-Biografie "Dirt". Im neuesten Werk, einem Bildband seiner Fotografien, der den Titel "Leben heißt Leiden" trägt, findet sich ein etwas verstörender Blick auf Nikkis Auffassung von "Schönheit und Schmerzen", in denen er sich schon seit Beginn seiner Karriere zu suhlen scheint. Und auch der direkte Zusammenhang zu seiner Solo-Band SIXX A.M. und ihrem aktuellen Album "This Is Gonna Hurt" ist zeitweise fast zu offensichtlich, dennoch scheint Nikki seit jeher Schmerzen zu seinem zentralen Thema zu machen, nicht nur im Buch.
Nikki bietet uns in Form eines Fotobandes einen eindrucksvollen, wie auch verstörenden Einblick in seine Seele, der angereichert mit Anekdoten, persönlichen Texten und Song-Lyrics, nur ganz knapp an der Grenze des guten Geschmacks vorbeischippert. Dabei lässt er zusammen mit dem Leser seine Kindheit bis hin zur Vergangenheit nochmal Revue passieren: Dazu gehört die tragische Geschichte mit seiner Schwester, seine Drogensucht, Probleme mit seinen Eltern, Rock 'n' Roll, persönliche Tiefpunkte, seine Liebe zur Fotografie und natürlich der Spagat zwei Bands unter einen Hut zu bekommen. Und alles mit Nikki's allseits bekannten Augenzwinkern versehen. Manch einer wird sich angewidert abwenden, denn streckenweise erinnern die Bilder stark an "Silent Hill", aber wie ich Nikki kenne, ist ihm das scheißegal. Dennoch finden sich in "Leben heißt Leiden" auch einige nicht unoriginelle Gedanken, die das Herz so manch eines Fans höher schlagen lassen.
Nicht unwichtig ist auch der Text seiner Tochter Storm, die Außenstehenden eine kleine Orientierungshilfe beim Eintauchen in der Welt des Künstlers Nikki Sixx bietet und wodurch sich einem das Buch erst wirklich erschließt. Denn er sucht und findet die Schönheit in Dingen, wo für andere einfach keine existiert und lässt uns euphorisch daran teilhaben: Das Leiden als Quell des Lebens. Dabei schreckt er auch nicht vor Bildern von Amputationen, Sex, bizarren Masken, Missbildungen und anderen Geschmacklosigkeiten zurück. Trotzdem oder gerade deswegen haben einige der Bilder ihren ganz eigenen Charme und Reiz. Wobei der stimmige Retrolook der Bilder das Seine dazu beiträgt.
Ein leider recht offensichtliches Manko ist das teilweise schlecht umgesetzte Layout, denn nach vier Seiten des Lesens von roter Schrift auf schwarzem Hintergrund, wäre ich vermutlich selbst ein recht gutes Motiv für Nikki, da mir regelrecht die Augen bluten.
Fazit: "Leben heißt Leiden" wird in seinem Verlauf immer mehr zu einem spannenden Reiseführer durch Nikki Sixx's persönliche Hölle. Jeder kann sich seine favorisierten Abartigkeiten gerne selber herauspicken, dennoch meine Warnung: Dieses Buch ist nicht zwingend etwas für die Biografen unter den Fans, sondern richtet sich mehr an die Künstler und Mitleidenden.
 
Score:
79% Gut.

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