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Blood Of The Sun – Burning on the Wings of Desire

Kritik von: Michael Voit
Album-Cover von Blood Of The Suns „Burning on the Wings of Desire“ (2013).
„'Blood Of The Sun' zünden ein Nostalgie-Feuerwerk, das vielen den Besuch beim nächsten 'Deep Purple'-Konzert, ordentlich vermiesen wird.“
Interpret: Blood Of The Sun
Titel: Burning on the Wings of Desire
Erschienen: 2013
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Es war alles nur eine Sache der Geduld: Irgendwann musste der gute alte 70s-Rock ja zurückkommen. Denn, wenn die neongetränkten Achtziger ein Comeback schaffen, dann die lockeren Siebziger wohl allemal. Wir - und damit meine ich Hard-Rock-Fans der Frühzeit - die wir uns anno 2013 völlig unverstanden fühlen, wenn blonde Scheitel über die Bühne hüpfen, Musiker von einer Jury zur Schnecke gemacht werden und sämtliche Radiostationen dies auch noch unterstützen. Unsere Passion sind Bands wie Led Zeppelin, Black Sabbath, Humble Pie, Deep Purple, Mountain, ZZ Top und wie sie alle heißen. Musik aus einer Ära, in der die Welt zwar auch nicht in Ordnung, aber der Kommerz nur ein flüchtiger Gedanke war, der vollkommen surrealistisch schien.
Die Welt war noch nicht zugemüllt mit Musik, die es seinerzeit nicht einmal aus der Garage heraus geschafft hätte. Heute, 40 Jahre später, hat das alles einen romantisch-nostalgischen Touch. Es ist allerdings auch um einiges schwieriger geworden, die wahren musikalischen Schätze ans Tageslicht zu hohlen. Und mit mehr Glück als Verstand landete ich zufällig bei Blood Of The Sun, deren Bandname einiges zu versprechen schien, und mit "Burning on the Wings of Desire" sogar ein aktuelles Album am Start hat. Und was für Eines! Blut geleckt? Mehr dazu im nachfolgenden Review.
Das vorliegende Werk ist die mittlerweile vierte Auskoppelung der texanischen Truppe. Schon die Vorgänger "Death Ride", "In Blood We Rock" und das gleichnamige Debüt von 2004, waren da sehr konsequent unterwegs, wenn auch noch etwas rüder im Sound. Und es tauchen sogar zwei, mehr-oder-weniger, bekannte Gesichter im Line-Up auf: Drummer Henry Vasquez, seinerzeit bei Saint Vitus tätig und Keyboarder Dave Gryder, der schon bei den eher weniger bekannten Storm At Sunrise orgelte. Aber kommen wir zurück zu "Burning on the Wings of Desire", dass mit "Let it Roll" einen richtig feurigen Opener im Repertoire hat. So mag ich das: Nicht erst lange Herumfackeln, sondern gleich zeigen, was Sache ist. Und das machen sie dann auch: Sie rocken und rollen, dass es eine wahre Freude ist. Angereichert mit einem atemberaubenden Hammond- und Gitarrengefecht. Ein absolutes Highlight, ich kann nur hoffen, sie haben ihr Pulver nicht schon verschossen!? Mitnichten, denn in der Titelnummer geht das Duellieren dann in die zweite Runde, bei dem sich jeder Einzelne manisch beinahe um den Verstand spielt. Und trotzdem kann sich das Ergebnis sehen, aber vor allem Hören lassen. Die Jungs kämpfen sich durch Vasquez' Bombenhagel, als wäre es ein Sonntagnachmittags-Spaziergang. Mit einer Spielfreude, die ihres Gleichen sucht, brettern sie zum nächsten Titel "Can't stop my Heart", in der die Hammond-Orgel wieder so richtig in den Vordergrund treten darf. Das Blood Of The Sun-Universum wäre - so oder so - undenkbar ohne dieses klassische Gerät, dass zahlreichen Bands ihre Wärme schenkt. Bei "Brings me down" muss die Orgel einem Piano weichen, dass den Song luftig locker auffrischt und ihn gemütlich dahingrooven lässt; ganz im Geiste von Lynyrd Skynyrd.
Aktuell wären da auch noch ihre Kollegen Blackberry Smoke ein Tipp, die sich bei genau dem selben Sound bedienen. Ihnen darf in dem Zusammenhang, durchaus auch mal ein Ohr geschenkt werden. Nur "Rock your Station" rumpelt mir zu unrund dahin und bietet kaum eine Möglichkeit, dem Titel auf den Grund zu gehen. Abgesehen vom Solo, bei dem sich zum ersten Mal eine Struktur erahnen lässt. Ganz ähnlich wie bei "Good Feeling", das dem selben Schema folgt. Aber der Rest geht für mich in Ordnung, der da aus dem Rock-Grand-Prix "The Snitch" besteht, das sämtliche Geschwindigkeitsrekorde zu brechen scheint und wieder ein monumentales Orgel-Solo enthält; ganz im Zeichen von Deep Purple. Der Endtrack "Good and Evil" ist dann zum ersten Mal das, worauf ich schon so lange warte und was uns vermutlich auch live erwarten wird: Eine ausgedehnte Jam-Orgie, die sich siebeneinhalb Minuten Zeit nimmt, um alles noch einmal ordentlich auszukosten. Was der hohe Anteil an Instrumental-Passagen eindrucksvoll bestätigt. Eine besondere Beachtung möchte ich auch dem Cover schenken, das mit seiner aufpolierten Astral-Optik eigentlich schon alles verrät. Es gibt nicht viele Bands, die es schaffen, mit ihrem Cover, einen Vorgeschmack auf den Inhalt der Scheibe zu geben. Das verdient auf jeden Fall ein paar Extra-Punkte.
Fazit: Blood Of The Sun zünden ein Nostalgie-Feuerwerk, das vielen den Besuch beim nächsten Deep Purple-Konzert, ordentlich vermiesen wird. Außerdem machen die Jungs auf "Burning on the Wings of Desire" einen klugen Schachzug: Sie haben sechs grandiose Tracks darauf versammelt, mit zwei durchschnittlichen angereichert, und somit bei 37 Minuten Laufzeit, das Album relativ kurz gehalten. Denn nach dem ersten Durchgang brennt der Wunsch nach Mehr, der in Form eines neuerlichen Durchlaufs bzw. dem Vorgänger "Death Ride", gestillt werden kann.
Anspieltipps: Let It Roll, Burning On The Wings Of Desire, Brings Me Down, Good and Evil

 
Score:
86% Hervorragend!

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