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Black Space Riders – D:REI

Kritik von: Michael Voit
Album-Cover von Black Space Riders’ „D:REI“ (2014).
„Den Black Space Riders ist mit „D:REI“ eine musikalische Droge der Extraklasse gelungen.“
Interpret: Black Space Riders
Titel: D:REI
Erschienen: 2014
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Die Rock-Schmiede Münster überrascht nach den hochgejubelten Zodiac mit einem weiteren, nicht uninteressanten Rock-Act namens Black Space Riders, die mit ihrer Mischung aus Doom, Space- und Stoner-Rock der deutschen Musikszene einen regelrechten Arschtritt verpassen. Ob das aktuelle und mittlerweile dritte Album "D:REI" auch in der Langzeitnote ein gutes Bild macht, erfahrt ihr im nachfolgenden Review.
Das Cover verrät eigentlich schon einiges über den Inhalt des Albums: Hypnotisch werden die Gitarren bis zur Loslösung des Egos geschrubbt - mal schneller, mal gemächlicher, mal lauter und mal fragiler. Und natürlich darf auch das obligatorische Wah-Solo nicht fehlen. Dabei legen die beiden Sänger JE Und SEB ihre kryptischen Vocals darüber, um den Songs noch ein wenig Tiefe zu verleihen. Der Opener "Stare At The Water" vertritt das Album eigentlich recht gut. In "Bang Boom War (Outside My Head)" werden dann die Gitarren nochmal ein paar Oktaven tiefer gestimmt, um dem Songtitel Nachdruck zu verleihen. Hier ziehen die Black Space Riders tatsächlich ganz knapp an der Grenze zum Brutalen vorbei. Eine überraschende Wende. Erst bei "Rising From The Ashes Of Our World" sind wir zurück in Hypnose und werden erst gegen Ende mit durchgetretenem Gaspedal aus der Trance gerissen. Psychedlisch geht's auch in "Give Gravitation To The People" weiter. Der beschwingte euphorische Stomper macht dermaßen Druck, dass es wohl niemand auf den Sitzen halten wird. Eingespielte Soundschnipsel erhöhen übrigens das psychedelische Erlebnis.
"Way To Me" klingt verdächtig nach "Beautiful People" von Brian Warner alias Marilyn Manson, schafft es aber gerade noch, sich durch das spritzige Finale vom Vorbild abzuheben. "Temper Is Rising" hält was es verspricht und wälzte eine Gitarrenwand nach der anderen Richtung Hörer, gespickt mit groovenden Rock-Momenten. Die perfekt verzerrten Gitarren schmiegen sich dabei so angenehm ins Gehör ein, dass ein Entkommen unmöglich ist und die bevorstehende Bewusstseinserweiterung einläutet. Definitiv der Höhepunkt des Albums. Bei "The GOD-Survivor" und "I See" lässt meine Begeisterung zum ersten Mal ein wenig nach, da sich die Nummern durch ihrer Eintönigkeit in der Belanglosigkeit verlieren. Mit "Leave" haben die Fünf meine Aufmerksamkeit wieder, denn die Dichte des Songs ist schier überwältigend. Vollgepackt mit allerhand Kehrtwendungen, lässt es den Hörer nicht mehr aus dem Bann. Den größten Brocken und vermutlich Kernstück von "D:REI" bildet "Space Angel (Memitim)", dass vermutlich sogar Dave Wyndorf die Tränen in die Augen treiben würde. Mit seinen zehn Minuten, vollgepackt mit feinstem Doom- und Space-Rock, wird auch der letzte Zweifler den Münsteranern verfallen. Den Abgesang dazu bildet "Major Tom Waits", das sich in Langsamigkeit nur so suhlt. "Letter To A Young One" wird sich wohl auch noch als ein persönlicher Liebling herauskristallisieren, denn der Song gleicht einem vorgetäuschten Schlag in die Fresse mit Zufriedenheitsgarantie und hat somit alle Überraschungsmomente auf seiner Seite. Dafür ist das Schlussstück "The Everlasting Circle Of Infinity" wieder relativ uninspiriert runtergeschrammt und lässt so keine wirkliche Begeisterung für einen neuerlichen Durchlauf aufkommen. Nebenbei ist "D:REI", das mit seinen über 78 Minuten Spielzeit, das längste Album das ich je gehört habe. Hier wird einem noch etwas für sein Geld geboten. Obwohl man durchaus auf den ein oder anderen, oben erwähnten Titel hätte verzichten können, um den Longplayer ein wenig knackiger zu machen. Dennoch überzeugt es mit gut dosiertem Abwechslungsreichtum über weite Strecken der Platte.
Fazit: Den Black Space Riders ist mit "D:REI" eine musikalische Droge der Extraklasse gelungen. Irgendwo zwischen Kyuss, Orange Goblin den Queens Of The Stone Age und den frühen Spiritual Beggars suchen die Fünf das Ende vom Regenbogen. Wer beim Hören nicht mindestens zehn Zentimeter überm Sofa schwebt, dem empfehle ich Kopfhörer zur Vertiefung der Erfahrung. Und auch für die Nostalgiker unter uns ist gesorgt, denn die Jungs haben "D:REI" sogar als Vinyl veröffentlich.
Anspieltipps: Stare At The Water, Give Graviataion To The People, Temper Is Rising, Letter To A Young One
Vergleichbares: Queens Of The Stone Age, Monster Magnet, Spiritual Beggars, Orange Goblin, Kyuss
 
Score:
85% Hervorragend!

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