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The Graviators – Motherload

Kritik von: Michael Voit
Album-Cover von The Graviators’ „Motherload“ (2014).
„The Graviators vergraben sich tief im StonerRock, mit all seinen Finessen und dem dazugehörigen Wüstenstaub.“
Interpret: The Graviators
Titel: Motherload
Erschienen: 2014
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Man kann über die Schweden sagen was man will, aber musikalische Stagnation darf man ihnen nun wirklich nicht vorwerfen. Ich möchte sogar so weit gehen und behaupten, die Schweden haben den größten Rock-Output von ganz Europa. Vermutlich wurde deswegen das neue und mittlerweile dritte Studio-Album der schwedischen Stoner-Kombo The Graviators mit so viel Vorschusslorbeeren versehen. Ob "Motherload" dem tatsächlich gerecht wird, erfahrt ihr nachfolgenden Review.
Der etwas sperrige Opener "Leifs Last Breath/Dance Of The Valkyrie" eröffnet "Motherload" gekonnt wuchtig und gibt damit die Richtung der nächsten 75 Minuten vor. Auch wenn somit nur mehr wenig Platz für wirkliche Überraschungen bleibt, wie etwa in der aktuellen Auskopplung "Narrow Minded Bastards". Die Wah-Gitarren fliegen einem pausenlos um die Ohren, der Rythmus groovt wie eine gut geölte Maschine in der Magengegend und dennoch wollen die Ideen des Quartetts nicht immer zünden, wie etwa in "Bed Of Bitches" oder "Corpauthority". Natürliuch rockt das Teil streckenweise echt wie Sau, nur sind mir die Songs zu wenig ausgefeilt und gelegentlich recht puristisch gehalten.
Der Gesang macht es mir persönlich auch nicht leichter, das Album in mein Herz zu lassen, da sich Sänger Niklas Sjöberg gern mal etwas aus dem Fenster lehnt, richtiger Ton hin oder her. Ozzy lässt zeitweilig grüssen und auch die restlichen Jungs von Black Sabbath scheinen nie wirklich weit zu sein. Richtig interessant wird's erst ab "Tigress Of Siberia", das mit seinen Einspielungen und Schunkelrythmus die Grenze zum Psychedelischen immer wieder mal überschreitet. Ebenso wie das folgende "Lost Lord", dessen jazzangehauchter Improvisationsteil erstmals richtig Spannung aufkommen lässt. Herrlich! Dass die Songs dabei gelegentlich die Zehn-Minuten-Grenze überschreiten versteht sich von selbst. Das verquere "Drowned In Leaves" lässt sich auch noch wunderbar nachvollziehen, aber bei "Eagles Rising" stellt sich einem dann doch die Frage, ob man darauf nicht hätte verzichten können und so das Album kürzer und auch knackiger wäre? Der Endtrack "Druid's Ritual" überschreitet nicht nur dreizehn Minuten, sondern auch mein Fassungsvermögen, denn The Graviators wechseln hier so oft den Stil, wie manche Band nicht mal auf einer ganzen Platte. Das mag zeitweise etwas die Nerven strapazieren, aber im Gesamteindruck hinterlassen die Kapriolen der Vier durchaus einen positiven Eindruck. Kurve gerade noch so bekommen.
Unter gewissen Umständen, auf die ich her nicht näher eingehen möchte, ist das Album vielleicht sogar ein echter Kracher, aber nüchtern betrachtet wird die Mucke gelegentlich etwas eintönig und man fragt sich zu Recht, ob auch mal eine andere Richtung eingeschlagen wird. Ich bin allerdings von Acts wie Parasol Caravan, The Black Angels oder Scorpion Child verwöhnt, daher muss es nicht jedem so gehen. Vieles werden's sicher mögen wie es ist, auch wenn das Eintauchen in "Motherload" echt harte Arbeit ist.
Fazit: Die vier Mannen aus Schweden vergraben sich tief im Stoner Rock, mit all seinen Finessen und dem dazugehörigen Wüstenstaub. Auch wenn sie dabei die Zügel gelegentlich etwas schleifen lassen und man das leider am mangelnden Songwriting hört. Dennoch wird es mit jedem Durchgang ein wenig besser und nachvollziehbarer: Also ein Album mit Tiefenwirkung? Leider nicht immer, dennoch sollten alle Fans des Genres mal reinhören, dagegen entscheiden kann man sich noch immer.
Anspieltipps: Tigress Of Siberia, Lost Lord, Drowned in Leaves, Druid's Ritual
Vergleichbares: Black Sabbath, Mogul, Scorpion Child, Parasol Caravan, The Black Angels, Led Zeppelin

 
Score:
75% Gut.

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