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Chariots Of The Gods – Tides of War

Kritik von: Michael Voit
Album-Cover von Chariots Of The Gods’ „Tides of War“ (2013).
„Es stimmt der Mix, der den ersten Longplayer der Kanadier so großartig macht.“
Interpret: Chariots Of The Gods
Titel: Tides of War
Erschienen: 2013
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Fünf Jahre sind nun ins Land gezogen, bis das kanadischen Metal-Quartett Chariots Of The Gods - nach der vielversprechenden EP "Reverence" von 2010 - endlich ihr langerwartetes Debüt "Tides Of War" präsentieren kann. Ein Blick auf die Setlist bestätigt einen ersten Verdacht aufgrund des Titels, dass es sich hier um ein Konzept-Album handeln könnte. Wobei die Musiker beteueren, dass die Titel auch jeder für sich alleine stehen. Na, wir werden sehen! Benannt nach dem ersten Buch des Schweizer Schriftstellers Erich von Däniken, "Chariots of the Gods? Unsolved Mysteries of the Past" (im Deutschen "Erinnerungen an die Zukunft: Ungelöste Rätsel der Vergangenheit", Anm. d. R.), zünden die Fünf ein Metal-Feuerwerk aus beinahe der gesamten Bandbreite dieses Genres. Mehr dazu im folgenden Review:
Der "Streitwagen der Götter" setzt sich mit einem raffinierten Intro in Bewegung, welches gleich die Spannung - bis zum Einsetzen des eigentlichen Albums - unerträglich macht und nahtlos in den Opener "Seventh Weapon" übergeht. Er vereint Power-Metal-Soli mit Death-Anleihen und ehe man sich versieht, steht man auch schon im Folgestück, dem Hochleistungs-Kracher "Blind Assassin". Überhaupt wirkt der Longplayer durch seine Geschwindigkeit, Kompaktheit und abwechslungsreiche Tracklist, recht kurzweilig, was dem Hörgenuss unheimlich zugute kommt, und einen erneuten Durchlauf problemlos zulässt. Für viele der Riffs bediente man sich bei Vorbildern wie etwa Judas Priest, Iron Maiden, aber auch Annihilator, In Flames, Children of Bodom, Testament, Trivium, As I Lay Dying oder Lamb of God. Und so gehen Speed Metal, Metalcore und Power Metal eine recht ungewöhnliche, aber dennoch gut funktionierende Fusion ein, garniert mit einem Hauch Death. Oder wie Chariots Of The Gods ihre Musik selbst beschreiben: Balls-to-the-Wall in-your-Face Heavy Metal. Das bringt's eigentlich recht schön auf den Punkt.
Die 14 Tracks haben eine Laufzeit von knapp 48 Minuten und strapazieren so den Hörer zu keiner Zeit über. Versehen mit einigen kuriosen Füllerstücken, wie etwa das elegische "Snow Falls on the white River (1914)" oder das hypnotische "Nebula", die dem geneigten Metal-Fan zwischendurch immer wieder mal die Möglichkeit geben, kurz zu verschnaufen oder sich ein neues Bier zu holen. Nebenbei bringen sie gleich noch ein wenig Farbe in den musikalischen Bombenhagel. Die Tracks sind attraktiv-kurz und knackig gehalten und ufern daher auch nie in Langweile aus, was dem Tempo des Albums sehr entgegen kommt. So machen die Songs auch nach dem x-ten Mal hören immer noch Laune auf einen weiteren Durchgang. Kluge Taktik! Mit "Red Skies" und "Collapse of an Empire" sind noch zwei Metal-Schwergewichte enthalten, die sich zu keiner Zeit an irgendwelche Geschwindigkeitsbegrenzungen halten. Also, grundsätzlich erledigt die Mucke ihren Job recht gut. Nur das testosteronhaltige Doublebass-Herumgewüte mit Schreigeraunze, welches in einigen Songs kurz auftaucht, haben die Jungs eigentlich gar nicht nötig, was daher streckenweise leider sogar etwas deplatziert wirkt. "Tides of War" macht auch so genug Feuer unter dem Allerwertesten. Spätestens nach dem Dampfhammer und gleichzeitigem Endtrack "Annihilation of the Gods" ist auch der letzte klare Gedanke aus dem Kopf geschüttelt. Ein Solo jagt das nächste, alles in einem atemberaubendem Tempo, bis beim fragilen Outro der Karren kraftlos in sich zusammenfällt. Bleibt nicht viel zu sagen außer "Rockt wie Sau!". Einzig das Cover ist etwas lieblos gestaltet und wird so im Meer der restlichen Art-Langweiler, dieses Genre's, untergehen. Irgendwann muss doch mal Schluss sein mit diesen Totenköpfen, Fratzen und Gebeinen. Es kann doch nicht sein, dass der Metal anno 2013 immer noch auf denselben, längst überholten Klischees herumreitet. Kollegen wie Lamb Of God zeigen wie's gemacht wird, ohne Kredibilität einzubüßen.
Fazit: Chariots Of The Gods machen auf "Tides of War" definitiv keine Gefangen und die klassischen Metal-Riffs versprechen einiges an Verzückung in den Reihen der Genre-Liebhaber, der eine oder andere wird sich sogar - mit der Luftgitarre im Anschlag - vor dem Spiegel wiederfinden. Die Vocals sind vielleicht nicht jedermanns Sache - vor allem für die Power - und Speed-Metal-Fraktion der älteren Schule mit Sicherheit eine Umstellung - aber sie ist es wert. Und auch ansonsten stimmt der Mix, der den ersten Longplayer der Kanadier so großartig macht. Ich bin mir ziemlich sicher, dass bei diesem mächtigen Album auch viele "Genre-Abzweiger" auf ihre Kosten kommen werden. Nebenbei haben alle The Sorrow-Fans mit "Tides of War" ein qualitativ gleichwertiges Produkt in Händen und können sich damit die Wartezeit auf das nächste Album der Vorarlberger so recht angenehm verkürzen. Stark!
Anspieltipps: Seventh Weapon, Blind Assassin, Tides of War, Starborn, Red Skies, Annihilation of the Gods

Hört hier in den Song "Tides of War" rein:


 
Score:
84% Hervorragend!

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