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Akrea – Stadt der toten Träume

Kritik von: Arne Luaith
Album-Cover von Akreas „Stadt der toten Träume“ (2013).
„Deutschsprachiger Melodeath! Kann das gut gehen?“
Interpret: Akrea
Titel: Stadt der toten Träume
Erschienen: 2013
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Der Melodic Death Metal ist ja bekanntlich ein heiß umkämpftes Gebiet: Bei den Erz-Schwermetallern als zu soft verschrien und von den Kunstkritikern als immergleiche Kopie seiner selbst getadelt. In der Tat klingen dieser Tage zahleiche Bands außerordentlich ähnlich. Man nehme eingängige Melodiebögen, klatsche einen Hauch Bombast dazu und lasse einen gescheiten Grunter dem Klangbild seine gutturale Mitgift geben. Voilà! Fertig ist die nächstbeliebige Melodeath-Brühe.
Anno 2013 schicken pfälzischen Schwermetaller von Akrea ihr drittes Studioalbum „Stadt der toten Träume“ über Drakkar Entertainment auf den Markt. Nachdem wir uns schon vor knapp einem Jahr ausgiebig mit Gitarrist Stephan über die Band, ihr Songwriting, Videodrehs und mehr unterhalten hatten, folgt nun also die musikalische Nachhut. Hält das Album, was es verspricht? Nämlich frischen, deutschsprachigen melodischen Deathmetal nach schwedischem Vorbild? Schafft es die Band, im eher generisch veranlagten Genre eine eigene Note zu setzen und aus dem Klangbrei der Konkurrenz hervozurstechen?
Zunächst startet der Longplayer mit einem elaborierten Intro: Erwachen. Eingeläutet von grazilen Pianoklängen weckt der Opener getreu seines Namens schon einmal Lust auf mehr. Epochale Bombastik und das nahtlose Zusammenspiel von Klavier und Streichern zeigt im Grunde schon, aus was für einem Stoff das jüngste Machwerk der jungen Band gestrickt ist. Mit dem fließenden Übergang in den zweiten Track „Geisel einer Sünde“ setzt dann auch das stilgebende Gruntgeschrei ein, welches bei Akrea stets überraschend klar bleibt: Auch ohne Lyrics bleiben die Texte im Großen und Ganzen verständlich! Dabei bewegt sich Vocalist Sebastian fast ausschließlich in den extremen Gesangsgefilden. Hohe Screams wechseln sich mit mitteltiefen Grunts ab, cleane Vocals vermisst man nahezu vollständig. Die Band steht also eindeutig eher im Erbe von Genregrößen wie Amon Amarth anstatt sich in Richtung der etwas jüngeren Göteborger Schule zu bewegen.
Die meistens Songs dreschen mit ordentlich Power nach vorne, dabei stets untermalt von einem bombastischen Klangteppich und häufig eingestreuten Blastbeat-Passagen in bester Thrash-Manier. Insbesondere die deutschen Texte wirken in diesem Genre erfrischend und relativ tiefgängig. Nichtsdestotrtz kranken Akrea wie zahlreiche andere Vertreter der Musikrichtung an einem recht fatalen Mangel an Eigenständigkeit. Der amelodische Gruntsgesang klingt von Lied zu Lied einfach zu gleich und Blastbeats sind auch kein echter Abwechslungsgarant. Hier du er meint man, fast schon folkige Passagen aus dem Tongewitter der Scheibe herauszuhören. Diese Ansätze werden aber immer nur so lange eingestreut, dass sie dem Hörer gerade eben noch auffallen. Etwas mehr Mut zur offensichtlich vorhandenen Lücke wäre dem Gesamtbild hier keineswegs abträglich gewesen.
„Stadt der toten Träume“ ist sauber produzierter, handwerklich solider Melodeath. Wirklich hervorstechen tut das Album allerdings nicht. So bleibt ein anständiger, treibender Longplayer, den man sich gut anschauen kann und der auf kurze Rotation durchaus zu begeistern weiß! Bleibenden Eindruck hinterlässt Akreas drittes Album jedoch eher nicht. Death-Fans ohne Melodie-Antipathie können beherzt zugreifen, der Rest hört bitte zunächst einmal einige Tracks zur Probe.
 
Score:
70% Annehmbar …

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