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Arkona – Slovo

Kritik von: Jörn Petruck
Album-Cover von Arkonas „Slovo“ (2011).
„Pagan Metal aus Russland.“
Interpret: Arkona
Titel: Slovo
Erschienen: 2011
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Die russische Band Arkona ist eins der besten Beispiele für den harten und langen Kampf, den eine Band auf dem Weg nach oben zu beschreiten hat. Die Formation wurde 2002 gegründet, hatte jedoch zunächst akut mit Besetzungsschwierigkeiten zu kämpfen, so dass erst 2004 das erste Album aufgenommen werden konnte. Weitere 3 Jahre dauerte es, bis der erste Auftritt in Mitteleuropa stattfand, damals noch als eine unbedeutende Band unter den Etablierten der Pagan Metal-Szene.
Dies änderte sich erst 2009 mit der Veröffentlichung des Albums “Goi Rode Goi”. Mit diesem durchaus starkem Album konnten Arkona beweisen, was musikalisch alles in ihnen steckt, und lieferten damit eine gute Grundlage für den weiteren Weg nach oben.
Im Frühjahr 2011 kam dann die EP “Stenka na Stenku” heraus. Ich persönlich konnte mit diesem Album nicht viel anfangen, was meine Erwartungen auf das in August erschienene Album “Slovo” erheblich schmälerte. Das stellte sich als Fehelr heraus, denn ab der ersten Sekunde haben mich Arkona musikalisch vollkommen davon überzeugt, dass sie um einiges gereift sind und das Talent haben, zu den Größen des Pagan Metals zu gehören.
Das Album beginnt mit einem sehr klassisch und episch gehaltenem Intro, in welcher Streicher ganz klar dominieren und die Melodie von einem Dudelsack gespielt wird. Am Ende setzt noch ein Chor ein, der die Spannung Stück für Stück steigert, bis am Höhepunkt des Liedes der zweite Track mit Namen “Arkaim” beginnt.
Anhand dieses Liedes lässt sich der Stil Arkonas am besten beschreiben: Schnelle Gitarrenriffs, untermalt durch treibende Blastbeats, anschließned ruhige Folk-Passagen mit dem einzigartigen klarem Gesang Maschas, die im Anschluss jedoch gleich wieder beweist, das sie nebem den cleanen Vocals auch tiefe Growls perfekt beherrscht. Durch den Einsatz von klassischen Instrumenten wie Streicher und Flöten wird ein Klangbild erzeugt, welches so viele Farben und Emotionen im Hörer weckt wie ein Herbstwald in der Abenddämmerung.
Das nächste Lied, “Bol’ne Mne”, beginnt zunächst mit einem ruhigem Gitarrenspiel, bis die Hauptmelodie von Geigen getragen ansetzt und der Track sich zum Black Metal wandelt. Dieses „Geigenriff“ in seiner vollen russischen Melancholie nimmt den Hörer mit auf eine Reise durch die weiten russischen Landschaften.
Ganz im Gegensatz zu diesem düsteren Song steht “Leshiy”, welches mit einer fröhlichen Akkordeonmelodie beginnt, die dann von E- Gitarren übernommen wird. Bei diesem Partylied beweisen Arkona, dasss Blastbeats und fröhliche Melodien durchaus zuasammenpassen, auch wenn die Kombination auf den ersten Blick sehr gewagt anmutet.
“Zakliatie” ist einer der stärksten Tracks dieses Albums. Er beginnt mit Gesang und wird dabei nur minimal instrumental begleitet. Wenn das Lied dann schließlich richtig loslegt, könnte man fast denken, da habe sich im Presswerk ein Subway To Sally-Song auf die Scheibe verirrt; die Strophen bleiben jedoch typisch Arkona.
Das die Band nicht einfach stumpf ein Lied wie das andere schreibt, sondern sich auch an andere Stilelemnte wagt, zeigt “Nikogda”, welches mit sehr deutlichen Death- und Thrash-Einschlägen daher kommt.
“Tam Za Tumanami” ist ein ruhiges Lied; zwar mehr Volksmusik als Metal, auf diesem Album jedoch keineswegs fehl am Platze.
Ein Song, der die Gedanken wieder auf die weite Reise schickt, ist der Titeltrack des Albums. Ee mutet sehr langsam und doch rockig an, wodurch die Melancholie dieses Stückes sehr gut zum Ausdruck kommt.
Arkona haben auf dieses Album bereits bewiesen, dass sie sowohl klassischen Folk als auch traditionellen Metal beherrschen. “Odna” ist eine gelunge Mischung aus beidem, wobei sich die Stilrichtungen mehr oder weniger Hand in Hand abwechseln.
Ob als Lückenfüller oder warum auch immer, befindet sich kurz vor Ende noch das Titellied der erst im Mai erschienenen EP “Stenka na Stenku”.
Der Schluss-Track “Zimushka“ läutet dann das Ende der Reise durch die russischen Weiten ein. Dabei steht ein zweistimmiger Gesang im Vordergrund und die Begleitung steigert sich immer mehr zu einem waschechten, epochalen Metal Track, die so wie sie zu kommt zum Ende hin weiter abklingt, bis nur noch der Gesang zu hören ist. Dieses Outro wirkt so tiefenentspannend, dass man am Ende des Albums tatsächlich einige Sekunden braucht, um zu realisieren, dass es schon gar nicht mehr läuft.
Es ist immer schwierig, Dinge an einem Album zu finden, die eine Band hätte besser machen können; vorallem, wenn man diese Band ohnehin schon mag. Noch nie fiel es mir aber so schwer wie bei Arkonas “Slovo”. Ich war schon lange nicht mehr nach dem ersten Hören so von einem Album überzeugt, doch die Lieder dieses Album klingen nicht einfach nur gut sondern sind auch noch mit soviel Rafinesse und Herzblut ausgearbeitet, dass man von diesem Werk einfach nur beeindruckt sein muss. Das Album ist jedem zu empfehlen, der neben hartem Metal auch klassische und folkloristische Musik zu schätzen weiß. Ich persönlich hätte mir lediglich mehr Black Metal-Einflüsse gewünscht.
 
Score:
84% Hervorragend!

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