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September Code – Remembering Mirrors

Kritik von: Michael Voit
Album-Cover von September Codes „Remembering Mirrors“ (2013).
„Etwas für Freunde des Genres ...“
Interpret: September Code
Titel: Remembering Mirrors
Erschienen: 2013
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Sechs Jahre ist es jetzt her, dass September Code mit ihrem Debüt "2 Smiles ago" die griechische Musik-Szene aufmischten und sich mit ihrem gefälligen Progressiv-Rock mit ganzer Vehemenz durchzusetzen wussten. Das Erstlingswerk vereinigte damals, wie auch heute noch, streckenweise starke Anathema - und Porcupine Tree-Anleihen in sich. Progressiv-Rock ist also das Fahrwasser der Griechen, oder sollte ich schreiben "war"?
Für das vorliegende Album mit dem bedeutungschwangeren Titel "Remembering Mirrors", haben sich die 2002 gegründeten September Code trotz alledem nicht auf ihrem Erfolg ausgeruht, sondern sich ordentlich Zeit genommen und mit neuem Sänger noch mehr Richtung Massentauglichkeit vorgewagt. Dass das natürlich eine leichte Veränderung im Sound mit sich bringt, braucht vermutlich nicht erwähnt zu werden. Fanden sich auf "2 Smiles ago" noch hauptsächlich Rock-Einflüsse, so bedient sich der neue Silberling durchaus auch bei Progressiv-Pop-Ikonen wie zB Talk Talk. Für das Mastering zeigte sich Ted Jensen verantwortlich, der schon bei Nickelback an den Reglern saß. Ob der neue, etwas liederlichere und durchwegs auch harmlosere Sound die Band in Richtung Kommerz katapultiert, bleibt abzuwarten, denn leider ist mit dem alten Sänger auch ein Teil der Finesse des früheren Sounds verschwunden. So bleibt ein stark bemühtes aber trotzdem etwas lebloses Stück Musik zurück. Denn wo beim Vorgänger noch kantiger gerockt wurde, und der dadurch mit mehr Charakter versehen war, bleibt bei dem aktuellen Werk streckenweise nur ein fader Nachgeschmack.
"Remembering Mirrors" ist zwar immer noch progressiv, aber fährt doch mehr die Pop-Schiene als das Debüt. Daran ist ja grundsätzlich auch nichts auszusetzen, hätte man nur nicht diese Abstriche im Sound, hin zur Sterilität gemacht. Handwerklich ist alles soweit in Ordnung, die Stücke sind ansprechend aufgebaut, meist mit attraktiven Subtilitäten versehen und auch am Hang zum Ohrwurm wurde kräftig gefeilt. So kommt es, dass der Opener "Humanize" sozusagen das Aushängeschild des Albums ist. Beim Titelsong angekommen, stellen sich nochmal Porcupipne Tree ein - diemal mit ihrem etwas ruppigerem Unterton - und auch ein Steve Lukather gesellt sich im Soloteil dazu. Überhaupt macht der zweite Teil des Albums - ab dem Titelsong - um einiges mehr Spaß, da endlich das Hauptaugenmerk in Richtung Rock liegt und weniger im Jazzbereich experimentiert wird. So ist mit "D Day", "Echovirus" und dem vortrefflichen "XE Cute 2" dann doch noch ein feurigerer und somit auch versöhnlicher Part des Albums auszumachen. "Airth", der Schlusstrack, ist mit seinen gediegenen Klavierpassagen gleichzeitig auch ohne Zweifel der Höhepunkt, der sich leider ein wenig zu weit hinten versteckt und dem aktuellen Longplayer so viel an Spannung nimmt. Wie das live klingen wird, werden wir eventuell 2013 erleben können, wenn sich die Herren zu ihrer ersten größeren Europa-Tour aufmachen.
Fazit: Das mit 14 Titeln etwas zu lang geratene Zweitwerk der Griechen weiß zwar streckenweise immer wieder zu überzeugen, und ist mit seinen teils griechischen Einflüssen auch durchaus interessant, allerdings wirkt es in seiner kompletten Spannweite dann doch ein wenig zu leblos; auch wenn es ihm nicht an Einfällen und Potenzial fehlt. Ich würde hier den Fehler in der Produktion vermuten, die den Großteil an Leben der Stücke verschlungen hat. Auch ist die Reihung der Titel etwas unglücklich ausgefallen. So hätte man ein paar von den Granaten aus dem zweiten Teil durchaus in die erste Hälfte mischen können, um die Spannung ein wenig aufrecht zu erhalten. Kirchenchor-Einlagen und Acapella-Füller ziehen das Album dann noch unnötig in die Länge und verwehren ihm so einen reibungslosen Durchlauf. Trotzdem, wer Porcupine Tree mag und auch an an den späten Anathema seinen Gefallen findet, kann mit "Remembering Mirrors" (fast) nichts falsch machen.
Anspieltipps: Humanize, There, D Day, Echovirus, XE Cute 2, Airth
 
Score:
76% Gut.

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