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Whitesnake – Made in Japan

Kritik von: Michael Voit
Album-Cover von Whitesnakes „Made in Japan“ (2013).
„'Made in Japan' stinkt im Vergleich zu 'Made in Britain' gewaltig ab.“
Interpret: Whitesnake
Titel: Made in Japan
Erschienen: 2013
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Schon das zweite Whitesnake Live-Album dieses Jahr, oder eigentlich das erste: Kurz bevor “Made in Britain“ erschien, veröffentlichten Coverdale und Co ihre Antwort auf Deep Purple Meilenstein "Made In Japan". Mit genau demselben Titel wurde die Forevermore-Tour schon mal auf CD, Vinyl und DVD gepresst. Grundsätzlich gilt hier das Selbe wie auch bei “Made in Britain“, nur dass der Sound eine echte Herausforderung ist, denn Whitesnake haben sich bei "Made In Japan" nicht viel geschissen und das Teil beinahe in Bootleg-Qualität rausgehauen. Teilweise bricht sogar der Bass, was die Sache zu einer echten Belastungsprobe macht. Darum haben sie wohl auch die britische Version nachgeschoben, die einen echten Hammersound aufweist und damit eine Ohrfeige nach der anderen austeilt. Das japanische Pendant hingegen strapaziert ab dem ersten Song "Best Years" die Nerven gewaltig, "Give Me All Your Love Tonight" ist noch schlimmer und sogar mein Lieblingsstück "Love Ain't No Stranger" verflüchtigt sich im Soundmatsch. Dabei ist David Coverdale streckenweise so weit in den Hintergrund gerutscht, dass der Zeremonienmeister im Getobe beinahe unterzugehen droht.
Coverdale und seine Mitmusiker Doug Aldrich und Reb Beach an den Gitarren, Brian Ruedy an den Tasten, Michael Devin am Bass und Brian Tichy hinter der "Schießbude" machen ihre Sache ansonsten gut, obwohl die Euphorie nicht so recht überspringen will. Und war es auf "Made In Britain" "Pistols At Dawn", so nennt sich das Gitarrenduell zwischen Aldrich und Beach hier "Six String Showdown", das noch eruptiver ausfällt, als sein britisches Gegenstück, wäre da nicht der miese Sound. Weiters sind mit "Is This Love", "Fool For Your Loving", "Here I Go Again" und "Still Of The Night" die wichtigsten Klassiker dabei, der Rest besteht aus neueren Stücken der letzten beiden Alben. Coverdale verzichtet nach all den Jahren noch immer nicht auf sein gekreischtes "Here's a song for yaaa!" und wirkt dabei mittlerweile unfreiwllig komisch. Ganz ähnlich bei den Versuchen seine japanischen Floskeln wie "Domo arigato" und ähnliche loszuwerden. Dennoch muss man dem Mann zu Gute halten, dass er stimmlich noch fantastisch auf der Höhe ist. Kaum ein Ton wird verfehlt und sogar seine Abstecher in höhere Lagen sind durchaus erträglich. Respekt vor dem 62-jährigen, auch weil er es immer wieder schafft, seine Band perfekt auf sich abzustimmen. Was die Truppe auf der Bühne vollbringt, ist nach wie vor überwältigend und rettet das vorliegende Album vor dem kompletten Desaster.
Auf CD 2 sind übrigens lediglich Stücke vertreten, die beim Soundcheck aufgenommen wurden und großteils aus Akustiknummern bestehen, wie "One Of These Days", "Fare Thee Well", "Good To Be Bad" und "Tell Me How". Die beiden ersteren sind in "Britain" auch mit dabei und der Rest ist wohl nur für die Komplettisten unter uns interessant. Blöd nur, dass alle diejenigen, die "Made in Japan" sofort beim Erscheinen gekaut haben, vermutlich auf "Made in Britain" verzichtet haben, weil sich die beiden Alben von der Songauswahl nur marginal unterscheiden und sie damit auf ein berauschendes Hörerlebnis verzichten mussten. Sollte sich jemand angesprochen fühlen, bitte unbedingt antesten, der Vergleich macht erst den Unterschied.
Fazit: "Made in Japan" stinkt im Vergleich zu "Made in Britain" gewaltig ab; und nicht nur beim Sound, denn die Tracklist wurde ebenfalls - maximal aus der Ferne - zusammengeflickt. Deep Purple's Version bleibt somit auf dem Thron und ich greife ich doch um einiges lieber zu “Made in Britain“, das seinen Vorgänger stark in den Schatten stellt.
Anspieltipps: Steal Your Heart Away, Fool For Your Loving, Six String Showdown, One Of These Days
Kritik von: Michael Voit

 
Score:
69% Annehmbar …

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