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Galaxy Space Man – …But Heaven Is Clear

Kritik von: Michael Voit
Album-Cover von Galaxy Space Mans „…But Heaven Is Clear“ (2013).
„Das Hamburger Kollektiv beschert uns ein monumentales Werk voller unbelasteter Schönheit.“
Interpret: Galaxy Space Man
Titel: …But Heaven Is Clear
Erschienen: 2013
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Progressive Bands schießen zur Zeit aus dem Boden, wie Pilze nach einem lauen Sommerregen. Da kann man auch schon mal den Überblick verlieren, außer die Truppe erregt durch ein spezielles Gimmick - wie z.B. einem äußerst nachhaltigen Songwriting bzw. Melodiestrukturen oder cleveren Turns - nachhaltig Aufsehen. Der deutsche Vierer Galaxy Space Man haben sich ebenfalls diesem Genre verschrieben, und glänzen tatsächlich ein wenig mehr, als ihre so übereifrigen Kollegen. Am ehesten würde ich ihnen eine Nähe zu den britischen Progressiv-Tüftlern von Porcupine Tree zusprechen, auch wenn das Hamburger Quartett ihren Horizont um einige Spielereien und Finessen erweitert und sich so tatsächlich aus der Masse abhebt. Was genau Galaxy Space Man so erhaben macht, erfahrt ihr im nachfolgenden Review.
Grundsätzlich hält der umtriebige Vierer an Steven Wilsons ruhigeren Passagen, und somit an seinem sakralen Weg fest. Wie etwa beim Opener und Intro "The Gloaming", das mit schleichend-fragiler Euphorie eine langsame Annäherung an das Gesamtkunstwerk "…But Heaven Is Clear" ermöglicht und zugleich mit dem knappen, aber sehr stimmigen Übergang zu "Queen Of Gold", für die erste Gänsehaut sorgt. Das Stück wälzt sich noch behutsam in wohligen Melodien und macht dann ehrfürchtig Platz für "Shores", das in seiner unbändigen Achtsamkeit wie eine Lawine ins Tal donnert. Karnivool dürften - neben den vorhin erwähnten Porcupine Tree - wohl der größte Einfluss der vier Hamburger gewesen sein, die sich auch sehr gerne in unbändigen Zwischenspielen verlieren. "Architecture" bildet da keine Ausnahme und es wird munter weiterlamentiert. Als sich plötzlich eine bisher unbekannte Seite von Galaxy Space Man zeigt: Spannend und mit ordentlich Schmackes wird drauf losgeprügelt, dass sich die ersten Ermüdungserscheinungen wie in Staub auflösen. Gespickt mit allerhand fordernder Überraschungen, dürfen die Harmonien niemals zu kurz kommen, vor allem wenn sich gelegentliche Unbehaglichkeits-Attacken danach umso mehr in Wohlgefallen auflösen.
Offizieller Video-Link zu "Queen Of Gold":
Das Ganze wird mit "Enter The Void" und im weiteren Verlauf bei "Harvest" noch an die Spitze getrieben und ufert streckenweise sogar ins Brachiale aus, dessen Kontrast den mäandernden Passagen recht erfrischend entgegenwirkt. Das verträumte "Dawn" beendet dann die Odyssee von "…But Heaven Is Clear" auf so anschmiegsame Weise, dass man sofort nochmal zur Play-Taste greift. Möchte man einen Kritikpunkt suchen, wird man vermutlich das streckenweise etwas unausgewogene Songwriting und die zeitweilig etwas anstrengenden Gesang von Sänger Mattia Zander finden. Er ist es auch, der der Härte ein Gesicht verleiht, da er vor der Gründung 2010 schon in einigen Metalbands Erfahrung gesammelt hat. Dabei befindet er sich immer im Schlagabtausch mit seinen Kollegen Till Naffe, Sven Sieg und Andreas Beck, die sich für die poppigeren Momente auf dem Longplayer verantwortlich zeigen. Doch sie bekriegen sich nicht etwa, sondern bilden in Summe ein homogenes Ganzes. Das von Robin Helm kreierte Artwork fügt sich nahtlos in die Musik ein und erweitert so das Hörerlebnis um eine visuelle Komponente.
Fazit: Das Hamburger Kollektiv beschert uns ein monumentales Werk voller unbelasteter Schönheit, das definitiv einen Hang zur Breitseite hat. Dennoch heben sie diese mit ihren sphärischen Träumereien wieder auf und schaffen das, was Pink Floyd auf "Animals" so großartig gelingt: Sich dem Rock auf lange Sicht entgegenzustellen und somit den Hörer vor eine weitere ungewohnte Eskapade zu zerren. Außerdem wollen Galaxy Space Man gehört werden und benötigen Aufmerksamkeit, denn nur so erschließt sich einem die Welt des Quartetts. Wer sich einfach nur berieseln lassen will, der wähle bitte einen der heimischen Musiksender und stelle sein Gehör auf Durchzug. Wer allerdings ein wenig Zeit für "...But Heaven Is Clear" aufbringt, der bekommt ein Stück Musik, das noch lange Zeit nachwirkt. Die Songs sind zwar teilweise noch nicht ganz ausgegoren, aber für ein Debüt-Album liefern die Vier ein erschreckend erwachsenes, wie auch kurzweiliges Lebenszeichen ab. Genre-Liebhaber sollten unbedingt mal Reinhören und schleunigst das nächste Konzert aufsuchen.
Anspieltipps: Queen Of Gold, Shores, Enter The Void, Harvest
Vergleichbares: Karnivool, Porcupine Tree, Steven Wilson

 
Score:
82% Hervorragend!

Kommentare von Besuchern

11. September 2013, 11:12
Engel sagt:
Cool, einfach SPITZE!

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