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Bericht: Paganfest 2012

Autor: Lars Petruck, Milena Kracke

Paganfest 2012 – 26.03.2012 – Markthalle Hamburg


Legt den Hammer an und befüllt eure Hörner!

Am 26.03.2012 machte die nunmehr 5. Ausgabe der Paganfest Tour in der Markthalle Hamburg halt. Die diesjährige Auflage des Events gastierte in Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Österreich sowie der Schweiz und wartete mit den Bands Eluveitie, Primordial, Negura Bunget, Heidevolk und Solstafir auf. Zu den fest eingeplanten Special Guests in den Extended Shows, die u.a. in Stuttgart, Wien und München angesetzt waren, gehörten zusätzlich noch Equilibrium und die Jungs von Korpiklaani, die das saftige Package ergänzten!
Dafür, dass es sich beim Showtag um einen Montag handelte, füllte sich die Markthalle an diesem Tag doch recht schnell. Spätestens zum Auftritt der zweiten Band hatte sich eine beträchtliche Anzahl an Pagan- und Folk-Fans eingefunden. Die Location selbst ist zwar im Vergleich zu anderen Veranstaltungsorten in Hamburg nicht übermäßig groß, bietet aber u.a. die Vorzüge verschiedener Bars für den Bierausschank und eines extra angelegten Raucherbereichs, der sich allerdings in den Pausen zwischen den Bands immer schlagartig füllt.

Vom ruhigen Start mit Solstaifr bis hin zum brachialen Metal von Eluveitie

Den Auftakt des Abends machten die isländischen Solstafir mit ihrem vielseitigen, aber eher ruhigem Sound. Bei dieser Band wird auf einzigartige Weise die ausgeglichene isländische Mentalität deutlich, wodurch Solstafir aber auch eher zum Anhören als zum Mitfeiern einladen.
Anders verhält es sich mit der gleich darauf folgenden niederländischen Band Heidevolk. Mit ihren krachenden, melodischen und sehr eingängigen Hymnen konnten sie den Fans sehr schnell einheizen und für gute Stimmung sorgen. Hinzu kommt, dass zumindest der größte Teil der Band sehr gut Deutsch spricht und so gelungen mit dem Publikum interagiert wurde. Die bei den Fans gut bekannten und leicht zugänglichen niederländischen Texte luden wiederum zum Mitsingen ein. Wie die meisten Bands dieser Paganfest-Tour konnten auch Heidevolk einige Lieder ihres neusten Albums zum Besten geben.
Mit Negura Bunget, deren Bekanntheitsgrad innerhalb der Pagan-Metal-Szene immer weiter wächst, trat als dritte Band des Abends nun wieder eine Gruppe mit einem eher düsteren, melancholischen Sound auf. Mit Thematiken von Naturmystik, einem progressiven Pagan-Stil mit leichten Black-Metal-Elementen und vielen Einlagen von Folkinstrumenten versuchten die Rumänen gekonnt, das Publikum auf ihre Seite zu bringen. Die Stimmung lässt sich hier wohl größtenteils als gespannt und abwartend beschreiben.
Die vierte Band dieses Abends bildeten Primordial aus der Republik Irland. „We're Primordial from the Republic of Ireland“, heißt die Begrüßung zu jedem Auftritt. Der Old-School-Pagan-Metal dieser Band, der auf düstere Elemente und Theatralik setzt und Themen wie Tod, Natur oder das Streben nach Freiheit beinhaltet, ist bei den Pagan-Metal-Fans nicht ganz unumstritten. Viele mögen diesen eigenwilligen Stil, einige werfen ihm jedoch eine gewisse Monotonie vor. Dass es dennoch genug Primordial-Fans an diesem Abend gab, wurde an der Fülle der Zuschauer deutlich, die beim Auftritt den Platz vor der Bühne einnahmen. Dies ist bei einer Band ohne eingängige Feiersongs durchaus nicht immer der Fall.
Ein völlig anderer Stil wurde dem geneigten Hörer von der schweizer Band Eluveitie dargeboten, die als letzter Act des Abends auftraten. Bei ihnen fand man den gewohnt harten, brachialen Metalsound, versetzt mit Folkinstrumenten und harschem Scream-Gesang, der sich mit einer weichen klaren Frauenstimme abwechselt. Alles in allem genau der richtige Mix, um die Menge zum Toben zu bringen. So war auch der Auftritt in der Markthalle geprägt von lauten Gesängen, Mosh- und Circle-Pits und einer Wall of Death.

Das Paganfest als Repräsentant der Szenenvielfalt

Letztendlich lässt sich sagen, dass bei dieser Paganfest-Tour zwar außer Equilibrium als Special Guest in einigen Shows keine deutsche Band vertreten war, dass gerade dies das Fest aber auch sehr interessant machte. Es wurde wieder einmal deutlich, dass Europa eine große Zahl unterschiedlichster Pagan- und Folk-Metalbands hervorbringt, die das Publikum jede für sich auf ihre ganz eigene Weise begeistern können. Ein Kritikpunkt ist allerdings, dass bei dieser Tour ein großer Akzent auf Bands mit düsteren, ruhigeren oder auch sehr melancholischen Stil gelegt wurde. Diese werden zwar immer gerne gesehen, doch wenn man nur einen Abend mit Pagan-Metal und kein gesamtes Festival vor sich hat, fehlt vielen hier sicherlich bis auf Heidevolk und Eluveitie das gute alte „Abgehen“ und Mitfeiern, wohingegen der Schwerpunkt bei den anderen Bands eher beim „Zuhören und Genießen“ liegt. Eine Abwechslung boten hier zwar noch Korpiklaani und Equilibrium, die allerdings nur auf den Extended Shows auftraten.
Insgesamt halten wir dies dennoch für ein gelungenes Paganfest und wir freuen uns bereits auf die folgende Ausgabe dieses Events!
Autor: Lars Petruck, Milena Kracke

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