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Gloryhammer – Tales from the Kingdom of Fife

Kritik von: Janis Dinter
Album-Cover von Gloryhammers „Tales from the Kingdom of Fife“ (2013).
„Hinter seltsamem Outfit verbirgt sich Power Metal vom Allerfeinsten!“
Interpret: Gloryhammer
Titel: Tales from the Kingdom of Fife
Erschienen: 2013
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Und tatsächlich, es gibt sie noch. Interessante Newcomer-Bands im Genre des Power Metal. In diesem Fall nennt sich die Gruppe Gloryhammer, kommt aus Schottland und präsentierte Ende März ihr Debütalbum „Tales from the Kingdom of Fife“. Ein Blick auf ihre Homepage verrät, dass sie sich thematisch mit heldenhaften Fantasygeschichten befassen, was allerdings anhand der CD-Cover Aufmachung und dem Erscheinungsbild der Bandmitglieder auch kaum verwunderlich ist. Dennoch versuchen die Männer um Mastermind Christopher Bowes, der durch die Band Alestorm zu einigem Ruhm gelangt ist, auch historische Einflüsse aus ihrem Heimatland Schottland in ihrer Musik unterzubringen. Ein gewagtes Projekt, bei dem man im Vorhinein nicht sagen kann, ob es ein Top oder doch eher ein Flop werden wird.
Das erste Stück auf dem Album nennt sich Anstruther’s Dark Prophecy und ist ein Intro im klassischsten Sinne und daher auch nicht weiter zu beachten. Gefolgt wird dieses Stück von The Unicorn Invasion of Dundee. Ein flotter Start mit Drum-Triolen und einer eingängigen Melodie lassen Gutes vermuten und stimmen den Hörer erst einmal positiv. Ohne besonders zu fordern gelingt der Band hier allerdings ein geschmeidiger Einstieg. Besonders der Refrain wirkt wie ein Song von Blind Guardian, der einem wahren Geschwindigkeitsboost unterzogen wurde. Mit ansprechenden Tempowechseln geht dieser erste Track zu Ende und hinterlässt vorwiegend Wohlgefallen. Angus McFife heißt das nächste Stück und ist gleichzeitig der Name des stattlichen Herrn auf dem Albumcover. Er ist der Held, der in den Geschichten der Band besungen wird und die Einwohner der Stadt Dundee aus der Knechtschaft des bösen Zauberers Zargothrax befreit. Mit diesem Hintergrundwissen klingt das Lied wirklich wie eine Lobeshymne zu Ehren dieses Helden. Um Längen langsamer und linearer als noch sein Vorgänger weiß der Song dennoch zu gefallen. Bereits an dieser Stelle erlaubt sich ein kurzes Zwischenfazit: um diese Musik zu mögen, ist es unerlässlich auch Fantasy generell eher positiv gegenüberzustehen.
Weiter geht es mit Quest for the Hammer of Glory, bei dem der Sänger Thomas Winkler sehr wie sein Genre-Kollege Timo Kotipelto von Stratovarius klingt. Auch dieser Song verfügt lediglich über mäßiges Tempo, was aber in keinster Weise negativ zu betrachten ist. Stattdessen setzt die Band hier mehr auf kraftvolle Melodien. Dies ist insofern sehr angenehm, als dass der Hörer hier nicht mit einer Flut an schnellen Speed Metal Blasts geplättet wird, die er gar nicht im Stande ist über die Distanz eines Albums zu verarbeiten. Dennoch ist es im folgenden Track Magic Dragon mal wieder an der Zeit, die berühmte Sau rauszulassen. Den Klängen von Sonata Arctica’s Album „Ecliptica“ von 1999 gar nicht so unähnlich, hämmert sich die Double Bass von der ersten Sekunde an durch den Song. Angenehm ist auch die Stimme von Thomas Winkler: Zu jeder Zeit trifft er genau das Mittelmaß zwischen hohem und kraftvoll rauem Gesang, was man wahrlich nicht von jedem Sänger dieses Genres behaupten kann!
Nach dieser explosiven Einlage fahren die Schotten wieder ein paar Gänge zurück und präsentieren mit Silent Tears of frozen Princess eine waschechte Ballade. Trotz der lethargischen Stimmung ist stets zu erkennen, welchem Genre der Interpret hier zuzuordnen ist. Durch den dezenten und akzentuierten Einsatz von Orchesterklängen wirkt die gesamte Produktion hier sehr erwachsen und wohl durchdacht. Auch der Anstieg der Dramaturgie ist perfekt gelungen, da sich das Lied von einer verträumt traurigen Ballade in eine wahre Hymne der Dramatik verwandelt, um dann in einem furiosen Finale sein Ende zu finden. Ein wahrhaft tolles Stück, das wieder einmal die Wandelbarkeit von Gloryhammer’s Musik demonstriert.
Amulet of Justice ist wiederum ein klassischer Power Metal Song. Wie bereits in den vorangegangenen Liedern derselben Art könnte man fast glauben Hansi Kürsch und seinen Mannen von Blind Guardian zu lauschen. Doch bei genauem Hinhören sind doch frappierende Unterschiede zu erkennen: beispielsweise besteht der Mittelteil des Liedes fast ausschließlich aus komplizierten und extrem schnellen Drum- und Gitarreneinlagen, die sehr an die Kollegen von DragonForce erinnern. Da beide Bands aus Großbritannien stammen, liegt die Vermutung nahe, dass diese Ähnlichkeit kein Zufall ist. Die gerade beschriebenen Dinge treffen eins zu eins auch auf den Song Hail to Crail zu, der zwar kein Highlight des Albums darstellt, aber dennoch nett anzuhören ist.
So langsam neigt sich das Album seinem Ende zu und es ist an den letzten beiden Stücken, den bis jetzt extrem guten Eindruck noch abzurunden. Den Anfang macht dabei Beneath Cowdenbeath, ein nur zweieinhalb-minütiges Stück ohne Gesang. Was dem Lied jedoch an Länge fehlt, macht es durch Qualität wieder wett. Exzellente Wechsel zwischen Gitarre und Keys, die sich die Bälle nur so zuwerfen, machen das Lied zu einem Genuss und man ist enttäuscht, als es – viel zu früh – zu Ende geht. Doch auch darauf hat die Band die passende Antwort: The Epic Rage of Furious Thunder. Ein elfminütiges Epos, das mit einer Instrumentaleinlage wie aus einer Kanone beginnt. Interessanterweise versteht sich die Band sehr gut darauf, den Sound ihrer Lieder exakt an deren Titel anzupassen (bzw. andersherum). So ist es nicht verwunderlich, dass auch in der Folge der Sound brachial und mit einer gehörigen Portion Power daherkommt. Auch die Einflüsse von Bowes‘ Alestorm sind hier eindeutig zu erkennen. Besonders löblich ist auch, dass die Band bei aller Kraft, die sie in diesen Song stecken, nicht vergisst, die melodischen Elemente zu integrieren, wie z.B. hymnische Männerstimmen oder Klaviereinlagen. Hier kommt auch hauchzarter Frauengesang zum Einsatz, der einen perfekten Kontrapart zur erneut einsetzenden Chaosstimmung darstellt. Mit einsamem Gitarrenspiel geht das Lied schließlich zu Ende und hinterlässt nichts als Zufriedenheit!
Als eines der besten Debütalben seit langem werden es Gloryhammer schon bald zum Stamminventar der namhaften Power Metal-Bands gehören. Ein rundum gelungenes Album, das alles aufweist, was man sich in seinen kühnsten Träumen von einem Album dieses Genres hätte erträumen lassen können, wird einzig und allein durch die etwas kitschigen Verkleidungen der Bandmitglieder gestört. Doch solange die Fünf im Sommer nicht auf Drachenimitaten die weltweiten Festivalbühnen unsicher machen, bleibt das Kritik auf extrem hohem Niveau!

 
Score:
91% Höchste Kunst!

Kommentare von Besuchern

11. April 2013, 19:19
Anonymus sagt:
Alles Betrug. Der Schreiberling dieser Kritik gehört gesteinigt. Nur Fehler!!

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