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Electric Light Orchestra – Live

Kritik von: Michael Voit
Album-Cover von Electric Light Orchestras „Live“ (2013).
„Wo 'Electric Light Orchestra' draufsteht, ist auch 'Electric Light Orchestra' drin!“
Interpret: Electric Light Orchestra
Titel: Live
Erschienen: 2013
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Jeff Lynne und sein Electric Light Orchestra veröffentlichen ein neues Live Album: Da gilt es die Lauscher aufzusperren, denn so oft kam das in der mittlerweile über vierzig-jährigen Bandgeschichte nicht vor. Für die Komplettisten unter uns, das war 1974 "The Night The Light Went On In Long Beach", "Live At The BBC '73-'76", "Live At Winterland '76", "Live At Wembley '78" und jetzt das schlicht betitelte "Live". Allerdings zeigt sich recht schnell, dass wir da eine Mogelpackung untergejubelt bekommen, denn der Mitschnitt ist schon zwölf Jahre alt und wurde auf der damaligen Zoom-Tour bei einem Auftritt in den Filmstudios von CBS Los Angeles aufgenommen. Und zu der Zeit auch gleich noch als Live-DVD veröffentlicht. 2013 folgt nun die dazugehörige CD, allerdings in arg abgespeckter Version, denn von den ursprünglichen 23 Titeln, fanden nur mehr 11 aufs Live-Album, plus zwei neue Studio Tracks.
Eröffnet wird mit dem Überhit "Evil Woman", den wohl jeder kennt, der schon mal ein Radio eingeschaltet hat. Gemütlich schunkelt es dahin, perfekt gespielt, mit nicht einem spürbaren Fehler. Wirkt eigentlich wie auf Platte, beinahe: Denn beim Folgetrack "Showdown" erhärtet sich meine anfängliche Befürchtung, die Songs sind zu gemütlich interpretiert. Ihnen fehlt der Kick der Anfangstage. Streckenweise klingt es, als wäre die Band der Songs mittlerweile müde geworden. Dennoch schafft es Marc Mann ein lässiges Solo darin unterzubringen und dabei die Gruppe aus ihrer Lethargie zu reißen. "Secret Messages" kommt dann endlich ein wenig in die Gänge und enthält etwas mehr des anfänglich vermissten Live-Charmes. Vielleicht sei noch zu erwähnen, dass Lynne über die Jahre so viele Bandmitglieder verschlissen hat, dass nur mehr Richard Tandy von der anfänglichen Besetzung übrig ist, der wie immer für die markanten Synthiepassagen zuständig ist.
"Livin' Thing" wie auch "Sweet Talkin' Woman" klingen dann wieder perfekt wie auf Band, eventuell wieder mit einem Tick weniger Enthusiasmus. Aufregender wird's dann erst wieder bei "Mr. Blue Sky", das durch seinen Vielschichtigkeit zu einem richtigen Fundkästchen an Effekten und Instrumentarien wird. Ebenso wie die Mega-Ballade "Can't Get It Out Of My Head", das zuletzt von Velvet Revolver auf "Libertad" so grandios gecovert wurde. Bei "Twilight" fällt dann das Hinterherhinken der Band wieder schwerer ins Gewicht, denn wer dem stürmischen Original schon mal sein Gehör geschenkt hat, weiß, dass der Titel zur sofortigen Bewegung aufruft, die vorliegende Live-Version allerdings eher weniger. "Confusion" ergeht es da nicht anders, wieder fehlt mir der Spaß am Spielen. "Don't Bring Me Down" entschädigt dann mehr als genug, denn Lynne und seine Orchester zaubern soviel Finesse und Abwechslung in den Song - der zusätzlich noch mit einer ruppigen Gitarrenpassage und ein wenig Boogie-Woogie angereichert wurde - und somit eine echte Alternative zur Studio-Version darstellt.
Chuck Berrys "Roll Over Beethoven" beendet dann, mit "Maximum Rock 'n' Roll" in gewohnter Manier ein nicht immer ganz so frisch klingendes Live-Album. Als Rausschmeißer erwarten uns nach dem Konzert noch zwei Studio-Bonus-Tracks, die man sich getrost hätte schenken können, um stattdessen noch zwei oder drei Titel vom Originalkonzert hinzuzufügen. Denn "Turn To Stone", "Ma-Ma-Ma Belle" und das coole "Alright" hätten den Live-Mitschnitt doch um einiges erhabener erscheinen lassen.
Fazit: Wo "Electric Light Orchestra" draufsteht, ist auch "Electric Light Orchestra" drin - auch wenn ihnen schön langsam der Saft ausgeht. Da ändert auch Jeff Lynne nichts mehr daran. Die Songs von der 2001er Zoom-Tour klingen zwar allesamt astrein, sind super und glasklar instrumentiert - sodass das alte ELO-Feeling sofort wieder auf der Matte steht - dennoch fehlt ihnen ein wenig die Spritzigkeit der Anfänge. Im anfänglichen Verlauf klingen die Songs als hätte die Band Probleme hinterher zu kommen. Und dann ist da noch die Sache mit dem Sound: Streckenweise klingt die Band einfach zu steril und glatt. Die Songauswahl hingegen kann sich echt sehen lassen, denn die Truppe lässt kaum einen Hit aus, abgesehen von "All Over The World" und "Hold On Tight". Eingefleischte ELO-Fans werden wohl zugreifen müssen, ob sie wollen oder nicht, allen anderen würde ich eher das 1976er-Konzert "Live at Winterland" empfehlen, der Unterschied ist sofort spürbar.
Anspieltipps: Secret Messages, Mr. Blue Sky, Don't Bring Me Down
Kritik von: Michael Voit

 
Score:
73% Gut.

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