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Epica – The Quantum Enigma

Kritik von: Khanh To Tuan
Album-Cover von Epicas „The Quantum Enigma“ (2014).
„Frisch, vielseitig und perfekt produziert.“
Interpret: Epica
Titel: The Quantum Enigma
Erschienen: 2014
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Epica knallen mit “The Quantum Enigma” ein absolutes Karriere-, Jahres- und Genrehighlight auf den Tisch! Das letzte Album “Requiem For The Indifferent” sorgte mit seiner fast trivialen Eingängigkeit für gemischte Reaktionen, konnte sich insgesamt dank den Überfliegern “Monopoly On Truth” und “Serenade Of Self-Destruction” aber doch noch retten. Mit der neuen Platte hingegen wird die Band rund um Mastermind Mark Jansen und Sängerin Simone Simons auch Fans der ersten Stunde wieder auf ihre Seite zurückholen.
Die Symphonic-Metal-Monster aus den Niederlanden klingen wie rundum erneuert. Die Singles “The Essence of Silence” und “Unchain Utopia” zeigten schon im Vorfeld den frischen Wind, der durch die Band weht. Die Experimentierfreudigkeit wird evident am Zwischenspiel “The Fifth Guardian”, welches mit seiner verträumten Melodie und asiatischem Arrangement fast schon ein eigenes Genre begründen könnte.
Die Babypause nach der “Retrospect”-Jubliäumsshow hat Simone Simons anscheinend neue Kraft und Inspiration gegeben. Anstelle sich auf klassisch-opernhaften Gesang zu versteifen, schmettert sie ihre Lyrics mit filmreifen Emotionen und neu entdeckter Stimmlage ins Mikrofon. Besonders auf “Chemical Insomnia” beeindruckt sie mit ungeahntem Facettenreichtum: Egal ob lässige Strophen, geflüsterte Übergänge oder dramatische Höhepunkte, sie setzt sich mühelos gegen die bombastische Soundlandschaft durch. Eine großartige Gesangsleistung, die ihresgleichen sucht.
Das Orchester und die Chöre sind seit “The Phantom Agony” um ein vielfaches gewachsen, denn das Vertrauen vom Label Nucelar Blast in die Band äußert sich natürlich in Form von Geldmitteln für die Produktion. Mark Jansen kann sich zusammen mit Produzent Joost van den Broek komplett austoben, was sich am theatralischem Detailreichtum und den raffiniert-massiven Arrangements zeigt. Der meisterhafte Mix durch Jacob Hansen sorgt für eine durchgängig cineastische, dichte Atomsphäre, ohne einzelne Instrumente oder Stimmen zu übertönen. Die Strukturen sind so geschickt durchdacht und eingefädelt, dass Übergänge zwischen Passagen oder Wechsel im Tempo kaum als Hänger wahrgenommen werden. Besonders bei "The Essence of Silence" fließen melancholische Streicher, Isaacs rasante Power-Metal-Riffs, Marks harte Growls und Simones himmlisch gesungener Refrain nahtlos ineinander über. Der Song demonstriert das perfekte Zusammenspiel und beeindruckt am Ende mit einer ungeahnt positiven Stimmung, die der harte Anfang gar nicht hätte vermuten lassen.
Isaac Delahaye an der Leadgitarre nimmt sich hingegen etwas zurück und setzt seine Solos gezielter ein. Das sorgt für deutlich straffere Songs, die ihr volles Potential auch ohne Überlänge entfalten. Der Namensgeber des Albums, “The Quantum Enigma - Kingdom of Heaven Part II”, ist zwar wieder wie jeder Albenabschluss traditionsgemäß fast 12 Minuten lang, wird aber an keiner Stelle langweilig.
Fazit:
Epica übertreffen mit “The Quantum Enigma” jegliche Erwartungen und liefern ihr Magnum Opus ab. Produktionstechnisch ist das Album eine Meisterleistung, egal ob ausgefeiltes Riffing gegen ausladendes Streichorchester, harte Grunts gegen majestätischen Sopran oder energiegeladene Drums: alle Beiträge entfalten ihre volle Kraft. Momentan kommt wohl kaum ein Album im Female Fronted Symphonic Metal an diese Leistung heran.
Die meisten Genrekollegen haben ihre Karten ja bereits auf den Tisch gelegt. Within Temptation haben sich in massentaugliche Radiogefilde verlaufen und scheffeln Geld anstelle von Kritikerlob, Delain lieferten ein grundsolides aber wenig beeindruckendes Album ab. Nightwish geben sich bis jetzt recht bedeckt, könnten dank Floor Jansen allerdings noch ein Ass im Ärmel haben. Man darf gespannt sein!
. Amberian Dawn und Xandria hingegen scheinen nach endlosen Personalwechseln musikalisch eher auf Nummer sicher gehen zu wollen und bräuchten noch etwas Zeit, um wieder auf Volldampf zu fahren.
Ein Geheimtipp ist das aktuelle Stream of Passion-Album "A War Of Our Own", welches mit seiner Intimität allerdings mehr die Progressive-Fans ansprechen dürfte. Das Amanda Sommerville/Sander Gommans-Projekt HDK (HATE DEATH KILL) könnte allerdings mit “Serenades of the Underworld” ernsthafte Konkurrenz machen, falls das Niveau von der Single “Revelation” gehalten wird.

 
Score:
93% Höchste Kunst!

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