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Interview: Red Machete

vom 24. Juli 2013 Linz
Die österreichische Rockformation Red Machete hat in letzter Zeit ordentlich Staub aufgewirbelt: Sei es beim Open Air im Linzer Musikpavillon oder mit ihrem aktuellen Release Electric Power, durch den sie sich sogar bei diversen Motorrad-Club-Treffen ein klein wenig zur Biker-Band avanciert haben. Rock 'n' Roll ist halt niemals verkehrt, und schon gar nicht bei hartgesottenen Motorradfahrern.
Und nachdem die Brüder ganz aus dem Häuschen waren und die Band gar nicht mehr von der Bühne ließen, haben wir uns der allgemeinen Euphorie mal angeschlossen und die Herren Hadzic, Daller und Fischer zum Interview gebeten, wo wir sie mit allerhand Fragen löcherten.
Dabei hat der sympathische Dreier die ein oder andere Geschichte aus dem Nähkästchen parat, wie die Bandgründung und anfängliche Musikersuche. Außerdem erzählen sie was sich bei den Aufnahmen von Electric Power alles ereignete, bringen bei der Frage um ihre musikalischen Vorlieben Licht ins Dunkel oder erklären auf äußerst aufschlussreiche Weise, warum sie eine Einladung zum Song-Contest strikt ablehnen würden. Und nachdem sie geschlossen das Deep Purple-Konzert in Clam besuchten, haben wir sie auch nach ihrer Meinung zum aktuellen Line-Up mit Steve Morse und Don Airey gefragt.
Viel Spaß mit dem Interview!

Das Interview:

Michael: Hallo Jungs! Vielen Dank dass ihr Euch Zeit nehmt für unser Interview!
Red Machete: Bitte gern, freut uns.
Michael: Wurde euer Bandname "Red Machete" von dem Film mit Danny Trejo inspiriert?
Klaus: Uns gibt es jetzt seit Ende 2008, da gab's aber den Film noch nicht - der ist ja erst 2010 heraus gekommen. Aber es gab schon einen Fake-Trailer, der bei "Planet Terror" oder "Death Proof" dabei war, und der kam so gut an, dass der Film dann doch realisiert wurde. Und da war es für uns dann schon zu spät.
Marco: Überhaupt war das Wort "Machete" schon so in unseren Köpfen drinnen, dass wir in unserer Stammkneipe den nächsten Schritt wagten und uns über den Bandnamen stürzten. Und nach längeren Wortspielen war dann 'Red Machete' das beste Ergebnis.
Michael: Der Name ist eigentlich eh sehr catchy.
Jürgen: Das war natürlich noch mit ein paar Problemen verbunden, weil die Aussprache ja doch ein wenig unüblich ist. Da haben wir schon die lustigsten Varianten gehört. Wir haben unseren Bandnamen dann in in ein paar Songs eingebaut und mittlerweile spricht es schon so ziemlich jeder richtig aus und dann merkt man es sich auch.
Klaus: Genau wie bei Mötley Crüe, das kann auch nicht jeder richtig aussprechen. (lacht)
Michael: Seid ihr schon immer zu dritt gewesen?
Klaus: Eigentlich haben der Marco und ich zusammen angefangen. Wir haben ein bisschen herumgejamt und das hat uns dann irrsinnigen Spaß gemacht. Allerdings geht zu Zweit ja nicht so viel, und so haben wir uns den Jürgen noch dazu geholt. Mit dem hat es dann perfekt gepasst und wir haben uns intensiv dem Proben zuwenden können.
Michael: War das schon immer der Plan zu Dritt zu bleiben, oder hat sich das so ergeben?
Jürgen: Das hat sich so ergeben. Wir haben anfangs immer instrumental geprobt und dabei nach einem Sänger Ausschau gehalten. Allerdings war die Suche nicht sehr erfolgreich, weil die Leute zwar talentiert waren, aber halt auch unengagiert. Oder sie waren engagiert, haben aber nicht so recht zu uns gepasst. Und irgendwann haben der Klaus und ich zum Marco gesagt, dass er singen soll. Und über die letzten Jahre hat sich das eigentlich zu der besten Entscheidung entwickelt. Weil man darf ja nicht vergessen, dadurch dass wir nur zu dritt sind, sind wir relativ spontan und flexibel.
Michael: Das stimmt natürlich. Aber ich meinte eigentlich deshalb, weil es in eurem Stil ja nicht ganz unüblich ist, noch einen Hammond-Orgler im Line-Up zu haben.
Marco: Das stimmt natürlich, aber es gibt in Linz nur eine Handvoll Leute die das Instrument beherrschen, aber leider nicht in unserem Alter sind. Und so haben wir unsere Reise als Trio fortgesetzt. Und mittlerweile gefällt uns die Konstellation sehr gut.
Jürgen: Einen zweiten Gitarristen haben wir allerdings nie wirklich gesucht.
Marco: Eventuell mal einen Gastmusiker. Bei unserem ersten Gig hatten wir überhaupt zehn Gastmusiker auf der Bühne unter anderem auch einen Keyboarder. Das war bei "Highway Star" von Deep Purple natürlich schon ein Hammer.
Klaus: Damit ist natürlich jeder Auftritt mit Gastmusikern ein bisschen was anderes und bringt ein wenig Abwechslung.
Michael: Habt ihr von Euren Anfängen bis jetzt eigentlich selber einen Stilwechsel bemerkt?
Klaus: Rock 'n' Roll ist Rock 'n' Roll, das einzig Wahre.
Marco: Wir haben viele Bands, die uns beeinflussen, und jedes Lied dass wir bis jetzt geschrieben haben, spiegelt eine dieser Lieblingsbands wider.
Jürgen: Natürlich entwickeln wir uns beim Songwriting konstant weiter. Wenn man sich zum Beispiel unsere ersten Nummern anhört, die sind halt schon noch sehr roh und unausgefeilt. Klarerweise ist das ein Entstehungsprozess. Und um auf deine Frage zurück zu kommen, der Übergang ist ziemlich fließend von statten gegangen, hat aber keinen Stilwechsel mit sich gebracht.
Michael: Hattet ihr jemals die Überlegung nicht englisch, sondern in Eurer Muttersprache zu singen?
Klaus: Bei den Proben haben wir schon manchmal deutsch gesungen, aber nur bei der Probe. (lacht) Aber nicht ernsthaft. Das hat eigentlich nie zur Debatte gestanden.
Michael: Jetzt ist ja zur Zeit bei der Jugend nicht unbedingt Rock 'n' Roll angesagt, sondern eher Dubstep und Hip Hop. Wie ist Euer Plan der Jugend das Rocken wieder beizubringen?
Marco: Einfach weitermachen. Wir machen das was uns Spaß macht, und den Leuten denen es gefällt, die kommen eh zu den Konzerten und vielleicht können die das den anderen schmackhaft machen.
Jürgen: Wir versuchen einfach live so viel Energie rüber zu bringen, die bei der elektronischen Musik halt nicht so gegeben ist. Vor allem weil der Großteil vom Computer kommt. Bei uns spielen Menschen, die das mit Herz und Seele vortragen. Und das ist dann doch immer noch ein Unterschied.
Klaus: Das springt auch über, es waren schon des Öfteren Leute auf unseren Konzerten, die jetzt nicht unbedingt dem Rock 'n' Roll verfallen sind. Und das sind jetzt nicht zwingend Freunde von uns. Das geht über ein paar Ecken und die machen dann da durchaus auch positive Erfahrungen in dem Bereich. Es macht ihnen Spaß weil sich da ordentlich was tut. Weil bei uns ja auch eine Show dargeboten wird, die zu spüren ist.
Michael: Ihr habt ja vorhin von Euren Einflüssen gesprochen, was wären so eure Idole?
Marco: Richie Blackmore, Dan Hawkins und Doug Aldrich
Klaus: Ian Paice, Cozy Powell und John Bonham
Jürgen: John Paul Jones, Roger Glover, Billy Sheehan, Steve Harris
Michael: Bevor ihr ein Konzert spielt, habt ihr da ein gewisses Ritual?
Klaus: Unheimlich viel Zeug schleppen. (lachen)
Jürgen: Und direkt vor der Show spielen und singen wir uns noch ein bisschen ein.
Marco: Manchmal genehmigen wir uns auch noch ein Bier.
Michael: Seid ihr privat auch viel zusammen unterwegs, oder stört das das Bandgefüge?
Jürgen: Wir verbringen schon sehr viel Zeit zusammen, auch außerhalb der Band.
Marco: Irgendjemand muss sich das ja auch überlegen, wie es weitergehen soll. Und das nimmt schon ein wenig Zeit in Anspruch und ist viel organisatorischer Wahnsinn.
Jürgen: Ja schon, aber nicht nur das, wir sind schon auch recht gute Freunde und unternehmen viel in der Freizeit zusammen.
Klaus: Und gelegentlich auch mal ein romantisches Dinner. (lacht)
Marco: Natürlich findet den ganzen Tag via Handy reger Ideenaustausch statt und da wird teilweise länger telefoniert als mit der Freundin. (lacht)
Michael: Ist das nicht trotzdem auch gefährlich für die Band, wenn man zu viel Zeit mitsammen verbringt?
Klaus: Ja, na klar.
Jürgen: Aber dadurch, dass wir einen recht offenen Umgang miteinander haben, war das bis jetzt noch kein Problem.
Michael: Ihr habt eine neue EP am Start mit dem Namen "Electric Power", da gibt's doch sicher ein paar interessante oder lustige Anekdoten von den Aufnahmen!?
Marco: Ich bin während den Aufnahmen krank geworden. Das war sehr spannend, denn wir hatten instrumental alles eingespielt, und wie wir zu den Gesangsparts kamen, hat's mich so richtig erwischt.
Klaus: Bei den Solo's hatte er schon einen Schal um und beim Gesang dann mit Tee nachgeholfen. Der Plan war ja, das alles in Einem aufzunehmen: Zuerst die Instrumente und dann den Gesang.
Jürgen: Dafür hatten wir uns einen Zeitrahmen von vier Tagen gesetzt. Aber einen halben Tag früher haben wir dann abgebrochen, weil es einfach nicht mehr gegangen ist.
Klaus: Er hat nach lustigen Anekdoten gefragt!
Jürgen: Es war insofern auch ganz lustig, weil wir von 9 bis 17 Uhr im Studio gesessen sind und recorded haben was das Zeug hält und anschließend dann richtig Party machten – jeden Tag, was sich dann aber auf die Gesundheit von Marco geschlagen hat.
Klaus: Das war nicht ohne, aber wir haben alles live eingespielt: Schlagzeug, Bass und Gitarre simultan und anschließend erst den Gesang darüber. Und das hat an sich sehr gut funktioniert, vor allem weil wir halt auch relativ gut eingespielt waren.
Michael: Glaubt ihr ist das wichtig, dass man so eine Musikrichtung live einspielt und nicht die Instrumente nach und nach aufnimmt?
Jürgen: Wir haben für ein Demo schon versucht die Instrumente einzeln aufzunehmen, da hat aber dann komplett die Dynamik gefehlt. Und da war die logische Konsequenz, dass wir das live einspielen. Vor allem weil wir ja doch in erster Linie eine Live-Band sind. Und ich denke, es ist uns mit "Electric Power" ganz gut gelungen, diese Live-Stimmung ein wenig einzufangen. Und auch das Equipment dort war gut genug, dass es machbar war. Das ist ja auch nicht ganz unwichtig.
Michael: Wo habt ihr die EP eigentlich aufgenommen?
Klaus: In der FH Hagenberg. Da gibt's einen eigenen Audiosektor, und dort haben wir mit Christoph Schaufler, der auch schon mit Nana D gearbeitet hat, aufgenommen. Der hatte einfach das ganze Know-how.
Marco: Der ist wie ein Zauberer mit seinen Kisten hingekommen, hat diese sieben Kisten in den Raum hineingeschoben, hat alle geöffnet und anschließend zwei Stunden lang rumgesteckt. Dann kamen die Worte: "So, jetzt könnt ihr spielen!" und wir waren komplett perplex, dass es das war.
Klaus: Wir haben das im Audimax, dem größten Hörsaal, aufgenommen, weil der eine wirklich geile Akustik hat. Und es war von der Atmosphäre ganz was anderes, kein Stress. Alles war sehr entspannt, trotz des engen Zeitrahmens und das hört man glaube ich auch.
Michael: Gibt's schon Reaktionen von der Presse?
Jürgen: Ja, einige Webzines haben sich das Teil schon vorgenommen und wir haben durchwegs positive Rückmeldungen bekommen.
Klaus: Auch von den Leuten und sogar von Musikern, die ganz verblüfft wegen des Sounds waren. Weil's nämlich tatsächlich so klingt, wie wir sind. Und wir haben es auch bewusst recht natürlich belassen. Natürlich ist es nachbearbeitet, aber wir haben nicht künstlich etwas daraus gemacht, was es nicht ist.
Marco: Es ist auch ziemlich schwierig, wenn Du da im Studio sitzt und du singst ein Stück drei oder viermal ein, irgendwann ist die Energie raus. Und bei denen, die sich das anhören auch. Und auch trotz des relativ kurzen Zeitraumes von vier Tagen, ist man ziemlich schnell am Ende und kann das alles nicht mehr hören. Daher verstehe ich auch nicht, wie diese ganzen großen Bands teilweise monatelang im Studio verbringen. Was machen denn die da so lange, das gibt's ja gar nicht?
Klaus: Unsere Songs waren zwar nicht fix fertig …
Jürgen: … aber wir hatten eine gute Vorstellung davon, wie sie klingen sollen. Und da sind im Nachhinein auch noch ein paar lässige Sachen entstanden.
Michael: Wie sieht bei Euch das Songwriting grundsätzlich aus?
Jürgen: Wir haben zuerst die Musik fertig, bevor wir ans Texten gehen. Der Marco oder ich kommen mit einem Riff in die Probe und daran wird dann rumgejamt, bis sich sich eine Nummer herauskristallisiert. Und die arbeiten wir dann aus. Und ich glaube, dass genau da unsere Stärke liegt. Bei vielen Bands ist es ja so, dass einer alles ausarbeitet, bei uns hingegen steht jede einzelne Person hinter der Nummer. Das ist ein ziemlich großer Vorteil.
Marco: Vor allem weil sich keiner in den Bereich des anderen einmischt. Respekt ist da ganz wichtig: jeder respektiert das Eingebrachte des anderen und so können recht coole Ideen entstehen.
Klaus: Wir nehmen das Stück dann mal roh auf und dann kommen nach und nach Ideen dazu. Und erst dann kommt der Gesang.
Jürgen: Beim Texten ist übrigens der Klaus recht aktiv.
Klaus: Wir schreiben schon auch mitsammen - und der Jürgen hat eigentlich auch schon ein paar geschrieben - aber den Großteil schreibe ich, stimmt. Es ist ja auch schwierig etwas zu schreiben, dass dann gesungen immer noch gut klingt. Und ein paar prägnante Linien braucht jeder Song, das ist ganz wichtig wegen des Wiedererkennungswertes.
Michael: Jetzt ist ja auf "Electric Power" eine Nummer mit dem Namen "Lonely Street" drauf, bei der Klaus singt. Ist doch eigentlich recht unüblich, dass der Drummer singt. Wie kam's genau dazu?
Marco: Die Sache war die, es war für mich extrem schwierig über das Riff drüber zu singen und da hab ich den Klaus gefragt, ob er den Teil übernehmen kann. Und das hat mehr als super funktioniert. Und seit dem ist der Song für uns schon immer ein wenig der heimliche Hit. Und er kommt auch beim Publikum sehr gut an. Und nachdem wir nur zu Dritt sind, müssen sowieso alle ein wenig singen, sonst klingt's gleich relativ dünn.
Michael: Ihr habt im Musikpavillon in Linz Euren ersten Gig nach der CD-Veröffentlichung gespielt, und darauf wurdet ihr von einem Motorrad-Club angeheuert, auf einem ihrer Treffen zu spielen.
Klaus: Ja, die waren aus Salzburg und anscheinend so amüsiert von uns drei Herren auf der Bühne, dass sie uns relativ kurzfristig zu ihrem Treffen eingeladen haben. Das haben wir einen Tag vorher erfahren. Und die waren dann so begeistert, dass sie uns nicht mehr von der Bühne gelassen haben. Da sind uns auch zum ersten Mal die Nummern ausgegangen.
Michael: Gibt's ein Festival, wo es Euch ganz besonders hinzieht?
Klaus: Sweden Rock! Das ist was Vernünftiges und Bodenständiges.
Michael: Ihr covert ja ganz gerne Mal Deep Purple, die vor kurzem in Clam gespielt haben, wo ihr sicher dabei ward. Was sagt ihr zu der jetzigen Besetzung mit Steve Morse und Don Airey?
Jürgen: Ich habe sie jetzt zum ersten Mal gesehen und ich fand's nicht schlecht. Vielleicht nicht mehr ganz so geil wie in den Siebzigern. (lacht)
Klaus: Also ich war total begeistert, vor allem weil der Don Airey auch exzellent spielt. Und der Steve Morse hat unheimlich viel Gefühl, aber ohne diese divenhaften Anwandlungen vom Blackmore, der ja extrem launisch ist. Jetzt stehen die da oben und alle lachen, hat echt Spaß gemacht. Vielleicht sehen wir das als Musiker auch anders, aber mich hat das so fasziniert, dass die immer noch durchgehend am Lachen und Grinsen sind. Und das alleine macht schon eine gute Stimmung.
Marco: Steve Morse kann man lassen. Hätte eventuell noch ein wenig mehr Extravaganz vertragen. Wobei ich mich mit ihren neueren Geschichten noch nicht so befasst habe. Der Richie Blackmore hat halt seinen Vogel gehabt und hat das auch mit in die Musik gebracht. Ian Gillian singt zwar nicht mehr ganz so geil wie früher, aber das haben sie wett gemacht, in dem sie eine super Songauswahl hatten. Mit hat eigentlich nur "Highway Star" gefehlt.
Klaus: Das spielen ja wir jetzt für sie. Wenn jemand "Highway Star" hören will, muss er zu uns kommen. (lacht)
Michael: Ihr seid ja auch ziemliche Led Zeppelin Fans: Wie hat Euch das Reunion-Konzert von 2007 gefallen, das jetzt vor kurzem unter dem Titel "Celebration Day" erschienen ist?
Klaus: Überraschend gut.
Jürgen: Also ich hab mir zuerst gedacht, dass ich mir das gar nicht antue. Aber es hat mich dann doch gereizt und ich hab's mir dann doch im Kino angesehen. Und abgesehen davon, dass es viel zu leise war, ist das wohl die zur Zeit beste Möglichkeit Led Zeppelin live zu erleben. Die Jam-Parts die man aus den Siebzigern kennt haben zwar gefehlt, aber instrumental wie stimmlich voll in Ordnung.
Klaus: Und auch Jason Bonham ist ein super Schlagzeuger und ein absolut würdiger Nachfolger. Der arbeitet ja zur Zeit an einem Hologram-Solo mit seinem Dad, dass sie "zusammen" ein Drum-Solo spielen können.
Michael: Die Linzer Musikszene ist zur Zeit wieder unheimlich aktiv, welches ist für Euch die heißeste Linzer Band?
Jürgen: Dealer und Doctor Rock!
Klaus: Sehe ich genau so.
Marco: Ich glaube da sind wir uns einig. Und ich habe vor kurzem The Veins gesehen, die gehören da vielleicht auch noch dazu.
Michael: Wenn ihr im Musik-Business eine Sachen ändert könntet, was wäre das?
Jürgen: Band-Contests. Das ist nämlich sehr oft eine manipulierte Sache. Da zählt ja nicht die Leistung, sondern eher wen man kennt. Das gehört definitiv geändert, dass die Aufteilung gerechter ist. Ist ja im Radio das selbe: Bei vielen Sachen fragt man sich echt, warum das gespielt wird. Womit haben sie sich das verdient?
Klaus: Ist halt ein sehr festgefahrenes System.
Michael: Jetzt haben ja vor kurzem Lordi den Song-Contest ziemlich aufgemischt, könntet ihr Euch vorstellen dort aufzutreten bzw. die Maschinerie mitzumachen?
Jürgen: Ich glaube das Problem ist, wenn wir dort teilnehmen würden, und nicht gewinnen würden, dann müssten wir aufhören. Weil dann wird nämlich alles an der Band ausgelassen, weil ja ein Sündenbock her muss und es heißt: "Ah, die haben verloren!". Bestes Beispiel sind die Trackshittaz: Zuerst wurden sie hoch gejubelt, weil sie uns da vertreten und jetzt, wo sie nichts gerissen haben, hört man nichts mehr von denen. Die sind fertig weil sie verloren haben. Das heißt, es gibt nur zwei Möglichkeiten, entweder du gewinnst oder du lässt es bleiben. Darum wäre ich da sehr vorsichtig.
Klaus: Der Song-Contest ist halt eine Fernsehshow und hat mit Musik nur mehr bedingt was zu tun. Und als Band bringt dich das vermutlich nicht wirklich weiter.
Michael: Wie wichtig ist Merchandising für eine Band?
Jürgen: Ich denke sehr wichtig, weil sich der Fokus nicht mehr nur auf die Musik bezieht. Und außerdem ist es ja auch ein wichtiger Werbe-Faktor, jeder trägt halt seine Lieblings-Bands.
Marco: Auf der anderen Seite ist es ja auch ein wenig Prestige für uns. Der Klaus entwirft die übrigens alle selber.
Jürgen: Beim Deep Purple-Konzert hatten wir ein ziemlich cooles Erlebnis, denn das ist zwei Reihen hinter uns einer mit unserem T-Shirt gestanden. Allerdings hat den keiner von uns gekannt, war also kein Freund, oder so. Denn nachdem wir den Merch selber machen, kennen wir doch die Leute einigermaßen, die unsere Sachen kaufen.
Klaus: Ein sehr cooles Gefühl, wenn die Leute mit unseren Shirts zu Deep Purple gehen.
Michael: Welche drei Alben würdet ihr auf eine einsame Insel mitnehmen?
Marco: "Killing The Dragon" von Dio, "Made in Japan" von Deep Purple und zur Zeit "Livefields" von Toto.
Klaus: "Rockin' The Fillmore" von Humple Pie, "Highway To Hell" von AC/DC und "Harvest" von Neil Young.
Jürgen: "How The West Was Won" von Led Zeppelin, "Machine Head" von Deep Purple und "Brain Salad Surgery" von Emerson, Lake & Palmer.
Michael: Was ist jetzt für die Zukunft geplant, sagen wir mal fürs nächste Jahr?
Jürgen: Viel Spielen und natürlich an den neuen Nummern weiter schreiben. Wir haben ja doch schon wieder einiges an Material zusammen und das soll schon relativ zügig auf Platte gepresst werden. Aber in erster Linie viel Spielen, weil das haben wir in letzter Zeit durchs Aufnehmen etwas vernachlässigt.
Michael: Super, vielen Dank, das war's schon wieder. Wie üblich gehört Euch das Schlusswort, wer möchte?
Jürgen: Support your local Rock-Scene!
Marco: We are Red Machete and we will be back.
Moderation: Michael Voit; Fotografie: Christian Hehs

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